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Aktuelles

Synodentagung vom 31. März bis 3. April in Dresden

Thementag zu Bildungsfragen in Kirche und an Schnittstellen zur Gesellschaft

Bild: Blick in das Plenum der Landessynode

Nach einer lebhaften Debatte um den weiteren Weg der Kirche vor dem Hintergrund des Grundsatzpapiers „Kirche mit Hoffnung in Sachsen“ und eines Kirchengesetzes zur Änderung der Kirchenvorstandsbildungsordnung und des Kirchgemeindestrukturgesetzes ging die Frühjahrstagung der Landessynode am Abend des 3. April zu Ende.

Bild: Diskussion im Plenum

Die Vorlage des Kirchengesetzes wurde im Verlaufe der Debatte durch die Landessynode weder beraten noch beschlossen. Stattdessen beschloss die Synode einen Entscheidungsfindungsprozess zur Strukturreform, im Zuge dessen die Gemeinden sowie die mittlere Ebene der Landeskirche in geeigneter Form zu informieren und zu hören ist. Dafür soll das Landeskirchenamt eine Konzeption erarbeiten unter Berücksichtigung der verschiedenen Fragestellungen aus den Eingaben an die Landessynode. Auch wird das Amt gebeten, dem Kirchgemeindestrukturgesetz in einer Synopse die jeweiligen gesetzlichen Konsequenzen gegenüberzustellen, die sich aus den hier auf der Synode vorgestellten Modellen ergäben. Zudem wird das Landeskirchenamt gebeten, vakant werdende Stellen im Verkündigungsdienst wieder zu besetzen, wenn der Kirchenbezirk verbindlich feststellt, dass sie über die Struktur- und Stellenplanung über 2020 hinaus erhalten bleiben sollen.

Bild: Werkstatt zum Thementag

Damit behalten die Vorgaben für die Struktur- und Stellenplanung ab 2019, die den Kirchenbezirken bereits vorliegen, weiterhin ihre Gültigkeit. Danach wird seitens des Landeskirchenamtes im Zusammenwirken mit den Kirchenbezirken weiter verfahren. Alle Möglichkeiten von Vereinigungen von Kirchgemeinden, Kirchspiel und Schwesterkirchverhältnissen mit maximal vier Gemeinden bleiben erhalten. In einem Jahr (Frühjahr 2018) will die Landessynode über ein novelliertes Kirchgemeindestrukturgesetz entscheiden, nachdem über ein Modell im Herbst 2017 beraten und ein Modell favorisiert wurde.

Die Vorlage des Entwurfs eines Kirchengesetzes zum Zusammenschluss der Kirchenbezirke Auerbach und Plauen wurde abgelehnt, da die notwendige Zweidrittelmehrheit nach einer namentlichen Abstimmung nicht zustande kam.

Bild: Plenum

Die Ergebnisse des Thementages mit der Überschrift „Glauben bilden – auf dem Weg in die Kirche von Morgen“ mit drei Impulsvorträgen und insgesamt zwölf Workshops werden in einer Aufarbeitung der Ergebnisse zu einer Dokumentation führen, die in geeigneter Weise Bildungsträgern zur Verfügung gestellt werden soll.

Der diesjährige Bericht der Kirchenleitung war mit „Wir sind so frei!“ Reformation und kirchenleitendes Handeln“ überschrieben. Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Lage fragt der Bericht nach dem Selbstverständnis, welches kirchenleitendes Handeln heute trägt. Anlass dazu sind Beobachtungen, dass die Verbindlichkeit kirchenleitender Beschlüsse auf Kirchenbezirks- und Kirchgemeindeebene nicht oder nur teilweise erreicht werde. Diese Situation innerhalb der Landeskirche sei ebenfalls im gesellschaftlichen Umfeld zu beobachten. Auch hier würden Spannungen zwischen der Bevölkerung einerseits und den beschlussfassenden Gremien andererseits zunehmen. Beschlüsse der Legislative oder Entscheidungen der Exekutive würden nicht von allen ernst genommen. Der Bericht bezieht sich zudem auf biblische Grundlagen und auf wichtige reformatorische Kerneinsichten, die ihren strukturellen Ausdruck in der Organisationsform unserer Kirche finden. Am Ende des Berichts werden Konsequenzen für das Handeln als Kirchenleitung und für den Weg der Landeskirche aufgezeigt.

Bild Präsidium

In der letzten öffentlichen Sitzung am Montag wurden noch verschiedene Anträge aus den Ausschüssen beraten und beschlossen.
Auf Antrag des Sozialethischen Ausschusses beschloss die Landessynode einen "Ökumenischen (Lern-)Weg für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung". Die Landeskirche soll gemeinsam mit ökumenischen Partnern diesen Weg vorbereiten. Ziel sei es, die Kirchen und Gemeinden, insbesondere die Jugend, für diesen Weg und diese Themen zu motivieren und konkrete Schritte anzuregen. Eine Arbeitsgruppe von Synodalen sowie Vertretern aus Landesjugendkonvent, Landeskirchenamt und Ökumene unter Leitung des Landesjugendpfarramtes soll diesen Tag konkret vorbereiten. Als gemeinsamer Rastpunkt wird ein Ökumenischer Gottesdienst in der Dresdner Kreuzkirche und eine Veranstaltung am Buß- und Bettag 2019 geplant. Damit soll zugleich an die "Ökumenische Versammlung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung" 1989 in Dresden erinnert werden.

Bild: Wortmeldung aus dem Plenum

Weiterhin bat die Landessynode auf Antrag des Sozialethischen Ausschusses das Landeskirchenamt um die Erarbeitung einer Richtlinie für öko-faire Beschaffung. Außerdem bat sie das Landeskirchenamt, bei den Kirchenbezirken für die Einrichtung von Teilzeitstellen zum Thema „Kirchgemeinden als Lernorte für Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit“ zu werben.

Die Synode befasste sich auch mit den Abschiebungen nach Afghanistan. Im Ergebnis der Beratung wurde das Landeskirchenamt gebeten, auf allen Kommunikationsebenen nachdrücklich darauf hinzuwirken, Abschiebungen von abgelehnten Asylbewerbern nach Afghanistan bis auf Weiteres auszusetzen. Die Synode teilt die Besorgnis vieler Kirchgemeinden und ihrer ausländischen Gemeindeglieder, dass derzeit offenkundig migrationspolitische Erwägungen die individuellen, menschenrechtlichen Belange der Betroffenen weit an den Rand drängen. Die Kirchenbezirke und Kirchgemeinden sollen über den Beschluss informiert.

Die Landessynode nahm sich aufgrund eines Antrags des Theologischen Ausschusses den Perspektiven der Kirchenmusik in der Landeskirche an, die durch die Nennung von besonderen Kriterien unterlegt und gesichert werden sollen.

Des Weiteren bat die Landessynode das Landeskirchenamt, bis zur Frühjahrstagung 2018 einen Vorschlag zur Einsparung im 30 Prozent-Anteil des landeskirchlichen Haushaltes einschließlich der Stellenstruktur bei den Ämtern, Werken und Einrichtungen im zeitlichen Gleichlauf mit den Strukturanpassungen bei den Gemeinden vorzulegen.(3.4.2017)

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