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Luthers Licht über Leipzig

Monumentale Kuppel aus Licht als Höhepunkt des Leipziger Kirchentages

Bild: Luther thront über Leipzig: Die Reformations-Performance »Zum Licht« wird die Disputation Martin Luthers mit Johann Eck als Musik- und Lichttheater inszenieren. Diese Grafik vermittelt einen Eindruck des Spektakels. © Foto: André Böhme
Luther thront über Leipzig: Die Reformations-Performance »Zum Licht« wird die Disputation Martin Luthers mit Johann Eck als Musik- und Lichttheater inszenieren. Diese Grafik vermittelt einen Eindruck des Spektakels. © Foto: André Böhme

Am Anfang stand ein Traum. Der Leipziger Regisseur Falk Elstermann hatte ihn eines Nachts geträumt: der Leipziger Marktplatz leuchtet unter einer riesigen Lichtkuppel. Das Traumbild lässt den freien Künstler und Geschäftsführer des Kulturvereins »die nato« nicht mehr los. Als es zur Planung des Kirchentages auf dem Weg in Leipzig (24. bis 27. Mai) kommt, wirft sich Elstermann für seinen Traum in die Bresche: er kann die Veranstalter von einer großen Licht-Performance zum Gedenken an Luthers Disputation 1519 überzeugen.

Elstermann erhält den Zuschlag, eine einzigartige Licht-, Theater- und Musikshow zu entwickeln, die der Höhepunkt des Leipziger Kirchentages werden soll. Sein Traumbild wird nun das Schlussbild der 70-minütigen Reformationsperformance »Zum Licht« sein, die am Freitag, dem 26. Mai und am Sonnabend, dem 27. Mai, jeweils um 22:00 Uhr auf dem Leipziger Markt zur Aufführung kommt.

»Am Ende stehen wir alle unter einer Lichtkuppel, die den Glauben als ein verbindendes Vertrauen emotional erfahrbar machen soll«, sagt Elstermann. Die Botschaft der Lichtkuppel ist: »Lasst es uns miteinander versuchen und nicht immer gegeneinander anrennen.«

Seit fast einem Jahr arbeitet er an der Umsetzung des größten Kunstprojekts seines Lebens. Es werden über 500 Künstler mitwirken und 8000 Zuschauer pro Abend erwartet. Zum Einsatz kommen regionale Größen wie das »Ensemble Nobiles« ebenso wie zahlreiche Tänzer, Schauspieler und Soli¬sten sowie Video-, Klang- und Lichtinstallationen. »Es soll die Disputation Luthers mit Eck dargestellt werden in unmittelbarer Nähe ihres historischen Ortes in der Pleißenburg«, erläutert Elstermann.

Dabei werde sich auch kritisch mit dem Streit auseinandergesetzt. »Wir sehen die Spaltungen unter den Religionen als ein Problem von damals und heute«, so Elstermann. »Wir brauchen heute eine Öffnung im Geiste, um zum Frieden zu finden.« Seine Hoffnung soll auf dem Leipziger Markt sichtbar und fühlbar werden: dass wir als Menschen in aller Verschiedenheit zusammengehören und gut beraten sind, uns an den Händen zu fassen. Für Kirchentagsteilnehmer ist der Eintritt in der Dauer- oder Tageskarte enthalten. Für andere Besucher gibt es Karten an der Abendkasse.

Stefan Seidel
DER SONNTAG, Nr. 17 | 30.4.2017

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