Navigation überspringen

Aktuelles

Kirchentag auf dem Weg in Leipzig vom 25.-28. Mai

Programmvielfalt des Kirchentags im Rahmen des Reformationsjubiläums 2017

Bild: EVLKS_Standbetreuung mit Ausschank von Kaffee
Oberlandeskirchenrat Klaus Schurig (l:) auf der Grimmaischen Straße "zapft" Kaffee für Besucher

Die Landeskirche präsentiert sich neben der Beteiligung am Programm mit einem Stand in der Leipziger Innenstadt auf der Grimmaischen Straße in östlicher Richtung zum Augustusplatz. Von Donnerstag ab 14:00 Uhr bis 22:00 Uhr und am Freitag und Sonnabend von 10:00 bis 20:00 Uhr werden Mitarbeitende des Landeskirchenamtes  gern Leipziger und Gäste begrüßen, Informationen bereithalten und Tickets für den Kirchentag verkaufen. Eingenommene Spenden für den ausgeschenkten Kaffee sollen dem sozialdiakonischen Philippus-Projekt Leipzig zugutekommen.

Bild: Hier Fahrradfahrer auf dem Weg von Wehlen nach Wittenberg (Foto: Wolfram Lasch)
Fahrradpilger von Wehlen nach Wittenbeg

Neben Gottesdiensten, Konzerten und weiteren kirchgemeindlichen Angeboten am Himmelfahrtstag, machten sich viele Christinnen und Christen nach Leipzig auf den Weg. So pilgerten nach einer Andacht in der Martin-Luther-Kirche in Markkleeberg-West Gemeindeglieder zum Kirchentag auf dem Weg nach Leipzig.
Tags zuvor startete eine Gruppe von der Radwegekirche im oberelbischen Wehlen entlang der Elbe nach Wittenberg. An einer im Lutherjahr 1983 gepflanzten Luther-Eiche machten sie Halt. Eine andere größere Gruppe radelte von Taucha nach Leipzig.

Bild: Stadt- und thematische Führungen im Zentrum von Leipzig
Thematische Führungen durch die Innenstadt

Am Vormittag des Himmelfahrtstages, 25. Mai, begann das breitgefächerte Programm im Rahmen von Kirchentag auf dem Weg in Leipzig. Ein Ökumenischer Pilgergottesdienst über vier Kirchen, dem Museum für Buchkunst und dem Rosengarten Volkspark Kleinzschocher startete um 9:30 Uhr in der katholischen Liebfrauenkirche und eröffnet die Spirituellen Wasserwege „Ströme lebendigen Wassers“.

Die siebte Station endete am Nachmittag in der Taborkirche mit Taufgedächtnis und Agapemahl. Das Veranstaltungsformat der Spirituellen Wasserwege „Ströme lebendigen Wassers“ wird in den folgenden Tagen an verschiedenen Orten fortgesetzt.

Bild: Ökumenische Pilgerwege wieder auf Tour zum Kirchentag
Ökumisches Sternpilgern zum Leipziger Markt

In der Kunstsammlung im Rektoratsgebäude ging es um das Thema „Die Universität Leipzig im Zeitalter der Reformation“. Kern ist die Ausstellung „Bildung im Wandel der Zeit“. An der Tourist-Information begannen Führungen zu „Auf Luthers Spuren durch Leipzig“ und „Via Thomana – 800 Jahre Kirche, Chor und Schule“. Eine Exkursion führte Interessierte nach Grimma und zum Kloster Nimbschen auf den Spuren von Martin Luther und Paul Gerhardt.

Nach Festgottesdiensten am Himmelfahrtstag und weiteren Angeboten im Rahmen der Spirituellen Wasserwege wurde am späten Vormittag und Mittag auch zum Ökumenischen Sternpilgern über vier Strecken in die Leipziger Innenstadt eingeladen.

Bild: Begruessung und Instruktion der Helfer (Foto: Wolfram Zeyen)
Begrüßung und Instruktion der Helfer

Die AG Mitteldeutsche Pilgerwege machte sich mit den Gruppen in Machern, in Thekla, Markkleeberg und Schkeuditz auf den Weg. Alle schafften es rechtzeitig vor Beginn des Ökumenischen Festgottesdienstes am Abend.

Führungen und Exkursionen zu unterschiedlichsten Themen und Orten wurden über den ganzen Tag angeboten. Die beiden großen Innenstadtkirchen St. Nikolai und St. Thomas sind dabei häufige Anlaufpunkte. Parallel zu den Nachmittagsveranstaltungen begannen die Vorbereitungen auf dem Markt für den Ökumenischen Festgottesdienst.
750 junge Helferinnen und Helfer waren immer zur Stelle, wenn etwas zu beaufsichtigen oder zu beschaffen war. Am Mittwochabend trafen die meisten von ihnen mit Zügen ein und wurden gleich über ihre Aufgaben instruiert.

Bild: Blick auf die Gottesdienstbesucher auf dem Marktplatz

Zur Einstimmung wurde zuvor zu einem  bunten Vorprogramm mit Oberbürgermeister Burkhard Jung und der MDR-Moderation Anja Koebel. 
So verschieden die sechs Kirchentage auf dem Weg sind, geeint wurden sie durch den Ökumenischen Himmelfahrtsgottesdienst, der ab 18:30 Uhr unter Verantwortung von MDR KULTUR als Hörfunkgottesdienst übertragen und vom MDR-Senderbeauftragten der evangelischen Landeskirchen, Pfarrer Holger Treutmann, organisatorisch begleitet wurde.

Bild: Landesbischof Dr. Carsten Rentzing, Bischof Heinrich Timmerevers, Pastorin Elke Bucksch

Landesbischof Dr. Rentzing predigte zusammen mit dem katholischen Amtskollegen Bischof Heinrich Timmerevers, Bistum Dresden-Meißen, sowie mit Pastorin Elke Bucksch von der Ev. Reformierten Kirche Leipzig im Ökumenischen Eröffnungsgottesdienst am Donnerstagabend um 18:30 Uhr auf dem Markt.
Musikalische begleitet wird der Gottesdienst mit Chor und Band der Hochschule für Kirchenmusik Dresden, von Kantoreien des Kirchenchorwerks Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens sowie von Posaunenchören der Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig.

Fünf jugendliche Sprecher aus der Leipziger Emmauskirche gestalteten den alttestamentlichen Predigttext über Sarah, die Frau Abrahams, und der Dienerin Hagar, die im Einverständnis von Sarah ein Kind von Abraham bekam.

Bild: Blick von oben auf den Markt vor der Bühne
Gottesdienstbesucher vor der Bühne

In Folge flüchtete Hagar in die Wüste und nach einer Begegnung mit einem Engel, kehrte sie wieder zurück. Die drei Prediger gingen auf die Veränderungen im Leben Hagars ein und die Veränderungen, denen auch wir unterworfen seien. Ob Gott die Menschen und den Einzelnen wirklich sehe, davon seien wir häufig angesichts von Veränderungen und Herausforderungen nicht überzeugt. Erst im Rückblick würden wir dann häufig Gottes Handeln im Leben sehen. Gott eröffnet neue Perspektiven, wie bei Hagar. Das solle Ermunterung sein, nicht „an Ängsten zu hängen“. „Gott will uns zur eigentlichen Größe des Menschen heraufziehen“, so Bischof Timmerevers. Dr. Rentzing sprach dem Einzelnen Mut zu: „Gott sieht mich und ihm ist die Welt nicht egal“.

Bild: Konzert Shalomaleikum in der Thomaskirche mit dem Ensemble Rozhinkes
Konzert Shalomaleikum mit Ensemble Rozhinkes

Nach dem Gottesdienst erklang „Musik der Regionen“ auf dem Markt. Bei den musikalischen Ensembles aus Sachsen wurde kräftig mitgesungen.
Verschiedene Programmformate wie die „Kneipengespräche“, das Jugendprogramm mit einer Welcomeparty in der Jugendkirche (Friedenskirche) sowie Konzerten, Streitgesprächen an vielen Orten der Begegnung gaben einen Vorgeschmack auf die nächsten Tage in Leipzig.
Das breit gefächerte Abendprogramm ging von den Kneipengesprächen, über Konzerte, weitere Orte der Begegnung bis Diskussionen um strittige Themen. So befasste sich eine Gesprächsrunde in der Kongresshalle mit „Nationalismus und Europa“. Die zwei Kirchenvertreterinnen Katrin Hatzinger, Oberkirchenrätin (EKD) in Brüssel, und Dr. Klára Tarr Cselovszky, Ökumenreferentin in der lutherischen Kirche Ungarns und in der Leitung der Gemeinschaft Ev. Kirche in Europa, sprachen mit Rebecca Harms, MdEP in Brüssel.

Bild: (v.l.n.r.) Dr. Klara Tarr, Katrin Hatzinger, Rebecca Harms
Dr. Klara Tarr, Katrin Hatzinger, Rebecca Harms

Harms sprach sich angesichts eines erstarkten Nationalismus und dem Versuch der Einschränkung der Freiheitsrechte in Ländern des östlichen Mitteleuropa gegen einen erhöhten Druck aus Brüssel aus, da dies nichts bewirke. Sie beobachte in diesen Ländern eine „große Debatte“ und Auseinandersetzung, die sie aus Westdeutschland der 1980er Jahre kenne. Hier solle der Gesprächsfaden nicht abreißen. Es gehe darum, sich als Freunde vor Ort einzumischen und optimistisch auf die Jugend zu schauen.
Frau Dr. Tarr aus Budapest verwies auf die Geschichte der Länder, des Nationalen, was in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreiche. Genau genommen, sei mit Luther und der Reformation das Regionale und Nationale gegenüber dem Gesamtreich gestärkt worden. In der Nachkriegszeit sei der erzwungene „Internationalismus“ prägend gewesen, ihn nach der politischen Wende zu überwinden. Ungarn hätte lange auf die EU-Mitgliedschaft warten müssen, sei dann ein „Musterknabe der Erfüllung“, dann aber durch die Globalisierung Opfer eines Ausverkaufs geworden.

Bild: Der Leipziger Maler Michael Triegel im Gespräch mit Kirchentagsgästen

Für Katrin Hatzinger hätten die Länder Ost-, Mitteleuropas unterschiedliche Prozesse der Transformation durchgemacht. Auch sie plädiert dafür, die Gesprächskanäle zu nutzen, auch gerade im kirchlichen Kontext. Sie verwies darauf, dass Europa das Realistische anpacke, aber auch an dessen Erfolge wie beim Klimaschutz. Globalisierung sei zwar nicht aufzuhalten, aber Verträge müssten besser kommuniziert und transparenter sein.

Beschlossen wurde der erste Kirchentagsabend am Himmelfahrtstag in der Nikolaikirche mit einem Mitsingkonzert um 22:00 Uhr in die „Nacht der Lutherlieder“ mit Gregorianik, Arrangements und Improvisationen von Arnolt Schlick, Johann Sebastian Bach, Max Reger, Volker Bräutigam, Thierry Escaich, Daniel Beilschmidt und David Timm. Ausführende sind Daniel Beilschmidt, Leipzer Universitätsorganist, die BigBand, Schola St. Pauli unter Leitung von David Timm, Universitätsmusikdirektor.

Bild: Abendliedersingen mit Abendsegen auf dem Markt
Marktbühne: Eine musikalische Reise durch Regionen und Zeiten evangelischer Kirchenmusik in Sachsen

Schriftgrösse
[A]
[A]
[A]
Link-Tipps