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Aktuelles

Christliche Begegnungstage in Prag 2005

Bild: Blick auf die Moldau und Wenzels-Brücke in Richtung Prager Burg

Sonnentage in Prag

Über 200 Christen aus Sachsen kamen und machten mit

Bild: Innenansicht der evangelischen Salvatorkirch vor Gottesdienstbeginn
Evangelische Salvatorkirche in Prag

PRAG – Mit rund 50 Gottesdiensten in der Stadt und dem Umland gingen am 19. Juni 2005 die 6. Christlichen Begegnungstage in Prag zu Ende. In der evangelischen Salvatorkirche predigte Landesbischof Jochen Bohl über die Josephsgeschichte im Alten Testament, wo er auf das Scheitern der Menschen in der Gemeinschaft und auf die Kraft der Versöhnung einging. So bezog sich Bohl einerseits auf das europäische Versöhnungswerk nach dem Zweiten Weltkrieg, andererseits auf die momentan verbreitete Skepsis am Einigungsprozess Europas. Trotzdem sei er über die Zukunft Europas nicht in „Sorge“, wenn es gelänge, über die Grenzen der Nationen hinweg weiter „Brücken zu bauen und Versöhnung zu leben“.

 

 

Hauptversammlung als gemeinsamer Höhepunkt der Begegnung

Bild: Zuschauermenge auf dem Obstmarkt
Zuschauermenge vor der Bühne auf dem Obstmarkt

Eine dieser Brücken zwischen benachbarten Völkern und Kirchen sollte dieser dreitägige internationale Kirchentag im Herzen Europas sein. Schließlich kamen gut 3.000 Teilnehmer wegen dieses Treffens in die tschechische Hauptstadt.
Ein Höhepunkt in der zeitlichen Mitte des umfangreichen Veranstaltungsprogramms war das Haupttreffen der Teilnehmer auf dem Obermarkt in der Prager Innenstadt am Sonnabend um 17:00 Uhr. Hier kamen durch Redebeiträge und musikalische Einlagen die christliche Vielfalt, aber auch die Gemeinsamkeiten zum Tragen.

Bühnenprogramm begann schon am Vormittag

Bild: Chor aus Breslau singt auf der Bühne
Capella Ecumenica aus Breslau / PL

Der Synodalsenior der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder, Joel Ruml, hielt das Eingangsgrußwort und nacheinander kamen Vertreter der Nachbarkirchen auf die Bühne. Diese Veranstaltung, die musikalisch von einem Görlitzer Bläserchor, einer mitreißenden Musikgruppe aus Mähren und anderen Gesangs- und Instrumentalensembles begleitet wurde, hat das tschechische Fernsehen live vom überfüllten Platz übertragen. Der Betrag der Kollektensammlung wird einem gemeinnützigen Projekt zur Unterstützung von Augenhornhauttransplantationen in Kábul (Afghanistan) zur Verfügung gestellt.

 

Im Freien feierte die Jugend und Stände informierten über ihre Arbeit

Bild: Ein Fähnchenträger aus Sachsen gibt sich zu erkennen
Einer hält aus Sachsen die Fahne hoch

Die Hauptversammlung, wie auch alle anderen Aktivitäten im Freien haben am Sonnabend an einem strahlend schönen Sonnentag unter blauem Himmel stattgefunden. Das Jugendprogramm fand unter anderem auf der von der Moldau umflossenen Schützeninsel statt, wo das Steffen-Peschel-Trio aus Dresden für Stimmung sorgte.

Bild: Vertreterin der Jugend spendet Wasser im Bibelparcours
Michaela Otto aus Leipzig spendet am Brunnen frisches Wasser auf dem Bibelparcours

Die Görlitzer Jugend hatte einen Bibelparcours zum 23. Psalm im Kreuzgang des Augustinerklosters unterhalb des Prager Burgbergs installiert. Mit allen Sinnen wurden acht Stationen mit unterschiedlichen Themenbezügen erfahrbar. In der Innenstadt machte sich vormittags unter Begleitung eines sächsischen Posaunenchores vor den Augen zahlreicher Touristen der Pilgerzug von der katholischen Salvatorkirche zur evangelischen Salvatorkirche auf den Weg. Zur selben Zeit fanden in verschiedenen Kirchen Bibelarbeiten statt, denen sich Stadtführungen anschlossen.

 

Bild: Stand der Diakonie Sachsen lächelt freundlich
Diakonie Sachsen auf dem Jungmannplatz

Das gute Wetter machte es auch Mitarbeitern an den Ständen, beispielsweise von der Diakonie Sachsen bei der Vorstellung des SO-DA-Projektes, leicht mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Das SO-DA-Projekt ist eine Idee der Diakonie, um junge Menschen durch Praktika und andere Kontakte für soziale Themen zu sensibilisieren.
Während sich auf dem Jungmannplatz die Diakonie mit ihren Kollegen aus Polen, Tschechien und Ungarn präsentierte, hatte die Evangelische Jugend aus Sachsen auf dem Markt der Möglichkeiten eine bunte Vielfalt in der Nachbarschaft.

 

 

Themenforen zu Europa, Kirche und Gesellschaft als Arbeitsplattform

BILD: Sächsischer Bischof im Podium über Europa und die arme Welt
Landesbischof Jochen Bohl (r.) auf Europa-Forum an der St.-Thomas-Kirche im Augusterkloster

Am Sonnabend begann um 14:00 ab 14:30 Uhr die Themenarbeit in drei Bereichen zu europäischen, kirchlichen und gesellschaftlichen Fragestellungen. Zuvor hatte der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Dr. Wolfgang Huber, in der Salvatorkirche seinen Hauptvortrag gehalten. Er wies ausdrücklich darauf hin, dass Christen dafür eintreten, dass Europa nicht nur eine Wirtschaftsgemeinschaft, sondern zugleich eine Wertegemeinschaft werde. Huber erinnerte an die Unterzeichnung der Charta Oekumenica durch zahlreiche Kirchen, die eine stärkere Zusammenarbeit untereinander so wie auch den gesellschaftlichen Auftrag der Kirchen zum Inhalt hat.

 

Unabhängig von der Technik klappte auch sonst die Verständigung

Bild: Übersetzerin auf eines der Foren
Übersetzer sorgten für's Verständnis

Insgesamt an neun Orten gingen die Podien und anschließenden Gespräche auf Nachbarschaftsfragen innerhalb Europas und auf die Rolle Europas in der Welt ein. Im sogenannten Bischofsforum kamen im großen Sitzungssaal des Magistrats um 14:30 Uhr unter dem Titel „Die Stimme der Kirche in Europa“ Bischöfe aus sechs Ländern zusammen. Im Themenbereich „Hoffnung für Europa“ nahm Landesbischof Jochen Bohl zur gleichen Zeit an einer Podiumsdiskussion in der St.-Thomas-Kirche teil. Hier ging es in den Feststellungen um Europa und die Armut in der Welt um die Frage, inwieweit weltweite ungerechte Strukturen dazu führen, dass sich Europa „abschottet“, gleichzeitig aber damit diese Unrechtsstrukturen verfestigt. Annemarie Müller vom Ökumenischen Informationszentrum in Dresden moderierte das Gespräch.
Auch die anderen Foren in den Themenbereichen „Hoffnung für die Kirche“ und „Hoffnung für die Gesellschaft“ wurden für die Zuhörer simultan in verschiedene Sprachen übersetzt und waren gut besucht.

 

Nacht der offenen Kirche lockte nicht nur die Teilnehmer des Kirchentages

Bild: Chor aus Dresden auf der Orgelempore
Kantorei aus Dresden-Neustadt bei nachmittäglicher Probe auf der Orgelempore

Zur Nacht der offenen Kirchen kamen Hunderte von Besuchern zu Konzerten klassischer und moderner Musik, Meditationsangeboten, Performances und Lesungen. Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger führte mit seiner Heimatkantorei um 20:00 Uhr in der großen barocken St.-Thomas-Kirche eine Dvorák-Messe auf.

 

 

 

Besucher wurden vielfach in das Programm aktiv einbezogen

Bild: Sänger singt am Abend mit Besuchern
Bohdan Mikolásek in der Musikperformance in der St.-Martin-Kirche

In der St.-Kliment-Kirche tanzte um 21:30 Uhr Friederike Rademann bei Orgelbegleitung durch Kirchenmusikdirektor Hans-Dieter Schöne aus Dresden. Noch einmal war das Steffen-Peschel-Trio aus Dresden zu hören. Ab 22:30 Uhr jazzte es in der evangelischen Kirche „St. Martin in der Mauer“.
Mit den Rockkonzerten auf der Schützeninsel und anderen abendlichen Programmangeboten standen an die 30 Veranstaltungen jeweils auch für zufällig vorbeikommende Gäste zur Auswahl.

 

Ein großes Dank an die Organisatoren und Helfer der Begegnungstage

Bild: Jugendliche Helfer mit Erkennungs-T-Shirt
Junge Helfer waren immer und überalle zur Stelle

Nach dem Aufbruch der Teilnehmer am Sonntagmittag ist den gastgebenden Kirchen in Tschechien, insbesondere den Gemeinden in Prag und der Kirche der Böhmischen Brüder, zu danken, dass sie durch gute Organisation und großen persönlichen Einsatz ein herrliches Fest vorbereitet und durchgeführt haben. Vielen Teilnehmern werden die Begegnungstage in angenehmer Erinnerung bleiben, und vielleicht gelang an diesen drei Tagen so mancher neue Brückschlag zwischen Menschen und Gruppen.(19.6.5)

 

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