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Aktuelles

Älteste Kirche Sachsens feiert 900. Geburtstag

Der Landesbischof wird in Sankt Kilian am 10. Juni predigen

Bild: Abendliche Vesper in der Kirche im ökumenischen Rahmen
Ökumenische Vesper am Vorabend der Festwoche

BAD LAUSICK – Im westsächsischen Bad Lausick beginnt am 2. Juli dieses Jahres mit einer Ökumenischen Vesper um 18:00 Uhr die Festwoche zum 900-jährigen Jubiläum der St.-Kilian-Kirche. Sie gilt als die älteste noch erhaltene und von einer Gemeinde durchgehend genutzte Kirche in Sachsen. Die Kiliansfestwoche mit Konzerten, Gemeindeabenden, mittelalterlichem Markttreiben und Vorträgen endet mit einem Festgottesdienst am Sonntag, den 10. Juli, um 10:15 Uhr, wo Landesbischof Jochen Bohl predigen wird. Die romanische Pfeilerbasilika St. Kilian wurde nachweislich infolge der Ansiedlung fränkischer Siedler an diesem Ort durch die Aufsicht des nahen und ebenfalls neu gegründeten Priorats des Pegauer Benediktiner-Ordens gebaut. Die romanische Kirche enthält einen spätgotischen Flügelaltar (1490), eine Silbermann-Trampeli-Orgel und eine teilweise freigelegte barocke Malerei.

Bild: Blick auf Festgemeinde und Chorraum bei Gottesdienst mit Abendmahl
Abendmahlsfeier im sonntäglichen Festgottesdienst

Die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Bad Lausick hat ganz zu Beginn der Feierlichkeiten bewusst eine Ökumenische Vesper gesetzt, um mit der Teilnahme von Frater Thaddäus aus dem Kloster Wechselburg an die mittelalterlichen Verbindungen zum Benediktiner-Orden zu erinnern. Am nächsten Tag ging es um 10:15 Uhr mit einem Festgottesdienst, wo Superintendent Matthias Weismann aus Borna predigte, in die neue festliche Woche. Noch am Sonntagabend um 19:30 Uhr wird durch das Orchester und die Kantorei Sankt Kilian ein Konzert mit Bach-Kantaten erklingen. Am 5. Juni wird der Landeshistoriker Professor Karlheinz Blaschke um 19:30 Uhr über die Klöster im Leipziger Land referieren. Am eigentlichen Gedenktag des heiligen St. Kilian am 8. Juli werden gregorianische Gesänge und anschließend ein Vortrag über die historische Gestalt des gleichnamigen irischen Mönchs zu hören sein. Ein Kinoabend, ein Abend der Begegnung und weitere Konzerte ergänzen zu anderen Zeiten das abwechslungsreiche Programm.

Bild: Oldtimer stehen vor der Kirche am Sonnabendvormittag
Oldtimertreffen und Start am Sonnabendvormittag

„Ora et labora – bete und arbeite“, so der Textanfang aus dem Begrüßungswort des zuständigen Pfarrers Arnold Liebers im aktuellen Gemeindeblatt von Bad Lausick. Liebers verbindet damit nicht nur eine Strophe des Kirchenlieddichters Jochen Klepper und die historische Leistung, die zum Kirchenbau führte, sondern auch den Dank an alle Helfer innerhalb und außerhalb der Kirchgemeinde, die sich im Festjahr engagieren. Schließlich beschränken sich in einem solchen Jubiläumsjahr die Veranstaltungsaktivitäten der Gemeinde nicht auf eine einzige Woche. So wird St. Kilian auch am „Tag des offenen Denkmals“ mitmachen und zuvor startet die „7 Rallye Romanik“ als motorisierte Ausfahrt von der St.-Kilian-Kirche aus nach Osten in die mittelsächsische Kulturlandschaft.
Am Wochenende des 23.-25. September 2005 wird die Kirchgemeinde am sächsischen Landeserntedankfest und am Landesblasmusikfest des Freistaates mitwirken.

Bild: Ausgang vom Festgottesdienst durch die alte Westpforte
Westpforte aus Porphyr gehauen, 2. Viertel 12. Jhrd.

Lausick - „Luzke“, gesprochen Luschke, kleines Sumpf- und Weideland,  da werden die Mücken im Jahre 1004/05 gestochen haben, als die ersten Siedler und Mönche dem Ruf des Grafen Wiprecht von Groitzsch folgten. Von Groitzsch war es auch, der die Kirche nach einem in Spanien abgegebenen Versprechen finanzierte. 1523 wählte die Gemeinde den ersten evangelischen Pfarrer und erweiterte später nach Bränden die Kirche durch einen hohen Turm –  der später durch einen barocken ersetzt wurde. Zwischen 1955 und 1957 ist der ursprüngliche romanische Zustand der Kirche weitgehend wieder hergestellt worden, indem man die barocken Um- und Einbauten beseitigte. Auch die Silbermann-Trampeli-Orgel fand schließlich nach langer Odyssee über andere Orte ihren jetzigen Platz in Sankt Kilian in Bad Lausick.

 

Bild: Superintendent Weismann mit Mitarbeitern vor dem roten Kirchenbezirks-Bus
Superintendent Matthias Weismann (l.) im Kirchenbezirk immer mobil

Die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Bad Lausick-Etzoldshain gehört zum Kirchenbezirk Borna, der in seinem Umfeld durch den monostrukturierten Braunkohlebergbau und die Energiewirtschaft geprägt war. Der Bevölkerungsschwund in den letzten Jahren ging auch an den Kirchgemeinden nicht vorbei. Trotzdem zählt der Kirchenbezirk im sächsischen Altsiedelland mit seinen 26 Kirchgemeinden und rund 17.000 Gemeindegliedern zu den agilen, wo immer wieder Aktionen durchgeführt werden, um den Menschen das Wort Gottes nahe zu bringen. Zuletzt wurde das Projekt „Neu anfangen“ gestartet, um Christen der Region zu befähigen, über ihren Glauben zu sprechen und anderen neue Lebensperspektiven zu eröffnen. Im Kirchenbezirk befinden sich die Evangelische Heimvolkshochschule Ländlicher Raum e.V. in Kohren-Sahlis und in Bad Lausick selbst die Evangelische Schule für Sozialwesen „ Luise Höpfner“, die Sozialassistenten und Erzieher ausbildet.(3.7.5p.m.)

Kirchgemeinde Bad Lausick-Etzoldshain mit Schwesterkirchgemeinden Ballendorf-Buchheim und Steinbach

Bad Lausick

Kirchenbezirk Borna

 

Weiteres zur Kiliansfestwoche 2005

 

  • 3. Juli – Festgottesdienst mit Superintendent Matthias Weismann (10:15 Uhr); Festkonzert mit der Kantorei St. Kilian

  • 4. Juli – Kino in der Kirche (20:00 Uhr)

  • 5. Juli – „Klöster im Leipziger Land – ihre Bedeutung für die Landeskultur und die Entwicklung unserer Region“, Professor Karlheinz Blaschke, Dresden, (19:30 Uhr); „Faszination Romanik im Dialog mit Musik und Licht“ (22:00 Uhr)

  • 7. Juli – „Abend der Begegnung“ (19:30 Uhr)

  • 8. Juli – Gedenktag St. Kilian: Gregorianische Gesänge mit dem Liturgischen Singkreis Jena (19:30); „Der irische Mönch St. Kilian – Wirken, Martyrium, Verehrung“, Professor Wolfgang Weiß, Würzburg; „Faszination Romanik im Dialog mit Musik und Licht“ (22:30 Uhr)

  • 9. Juli – Mittelalterliches Markttreiben um die Kirche (10:00 Uhr); „Traum mit Schlangen“. Klezmer, Fado, Chansons, Tangolieder ... mit Das Blaue Einhorn, Dresden, (19:30 Uhr)

  • 10. Juli – Festgottesdienst mit Landesbischof Jochen Bohl (10:15 Uhr) anschließend „Stunde der Begegnung“; Mittelalterliches Markttreiben um die Kirche (11:30 Uhr); Konzert für Orgel und Trompete mit Frank Zimpel und Alexander Pfeifer (19:30 Uhr)

 

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