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Aktuelles

Geöffnete Kirchen zum Europäischen Denkmaltag

„Krieg und Frieden“ - diesjähriger Titel am „Tag des offenen Denkmals“

Bild: Pfarrhausruine am Lukasplatz mit Lukaskirche, Dresden-Südvorstadt
Pfarrhausruine am Lukasplatz mit Lukaskirche, Dresden-Südvorstadt

DRESDEN – Wenn am 11. September der 13. „Tag des offenen Denkmals“ bundesweit stattfindet, dann werden auch in Sachsen in allen Regionen zahlreiche Kirchgebäude geöffnet sein. Mindestens 100 Kirchen von über 1.600 Kirchen und Kapellen auf dem Gebiet der sächsischen Landeskirche laden zur Besichtigung ein.
Damit liegen Kirchen in ihrer besonderen Form und Funktion zahlenmäßig an der Spitze gegenüber allen anderen in ihrer jeweiligen Funktion genutzten Gebäuden.
Immerhin sind über 90 Prozent der sächsischen Kirchen vor 1930 gebaut und stehen in der Regel unter Denkmalschutz.

Dabei sind Kirchen keine ungenutzten Hüllen und nur steinerne Zeugnisse der Vergangenheit. Dafür sorgen schon unterschiedliche Programmangebote der Gemeinden, um dem Besucher zu verdeutlichen, dass Kirche von Innen heraus lebt und noch ganz lebendig ist. Der Reiz des Denkmaltages liegt darin, dass viele besondere Gebäude besichtigt werden, die sonst nicht offen stehen. Bei den Kirchen ist es in der Regel anders. In sie wird auch sonst zu Veranstaltungen eingeladen, aber für einige Menschen ist die Schwelle hoch, so dass der Denkmaltag mit seinen geöffneten Kirchen ein neuer Impuls sein kann. Zu dem stehen interessante Führungen, Konzerte und Vorträge in zahlreichen Kirchen auf dem Programm.

Wenn diesmal in Dresden unter dem Titel „Krieg und Frieden“ vor dem Hintergrund der Bombardierung der Stadt vor 60 Jahren der zentrale Aktionstag bundesweit eröffnet wird, dann ist im Zusammenhang mit dem weitgehenden Untergang der alten Stadtlandschaft auch an die Zerstörung der Kirchen zu erinnern.    
So wurden 13 Kirchen im Bombenhagel zerstört und sind verschwunden. Die evangelische Hofkirche (Sophienkirche) als einzige bis 1945 erhaltene gotische Kirche wurde später in der Ulbricht-Ära 1963 gesprengt. Außerdem zeugen von den Kriegszerstörungen noch heute drei Kirchruinen in der Stadt.

Bild: Chemnitz, St.Jakobi-Kirche
Die St. Jakobi-Kirche in Chemnitz

Die nach zehnjähriger Bauzeit wiedererrichtete und in diesem Jahr am 30. Oktober wiedereingeweihte Dresdner Frauenkirche ist Beispiel für das Wiederaufbaukapitel von zähem Beharren und mühevoller Arbeit. Die Frauenkirche als Versöhnungs- und Friedenszentrum steht für den Abschluss der baulichen Rekonstruktion der Kirchen nach dem Krieg, wo bereits 1946 mit dem Wiederaufbau der stark beschädigten Kreuzkirche  begonnen wurde und die am 13. Februar 1955 in schlichter Innenform wieder eingeweiht werden konnte. Auch bei der schwer beschädigten katholischen Hofkirche begann der Wiederaufbau 1946. Während die ausgebrannte Annenkirche bereits 1948/49 wiederhergestellt werden konnte, blieb auf Neustädter Seite die Dreikönigskirche bis zum begonnenen Wiederaufbau 1984 eine Ruine.

So spiegeln auch Kirchen mit ihren davongetragenen Narben aus der Geschichte das Thema „Krieg und Frieden“ wieder. Passend zum Thema kann die Kötzschenbrodaer Friedenskirche in Radebeul besucht werden, die auch Turmführungen anbietet. Mit dem dort unterzeichneten Frieden von Kötzschenbroda endete vor genau 360 Jahren der Dreißigjährige Krieg drei Jahre früher als in anderen Teilen Deutschlands.
In Kesselsdorf bei Dresden soll die Schlacht zwischen Sachsen und Preußen nachgestellt werden. Zuvor wird in der dortigen St.-Katharinen-Kirche um 11:30 Uhr eine Andacht stattfinden und um 17:00 Uhr ein Vortrag über „Krieg und Frieden“ in Kesselsdorf.
Über eine im letzten Weltkrieg zerstörte und danach wieder aufgebaute Kirche erfährt der  Besucher beispielsweise etwas in der Chemnitzer St.Jakobi-Kirche, in Dresden in der Loschwitzer Kirche, der Kreuzkirche, Dreikönigskirche und Lukaskirche. Auch das erzgebirgische Schneeberg mit der St. Wolfgangskirche ist hier genauso Beispiel wie Mildenau bei Annaberg, wo das gesamte Dorf mit Kirche zerstört wurde.

Bild: Führung vor dem Brunnendenkmal an der Versöhnungskirche Dresden-Striesen
Hausmeister und Heimatkundler Gerd Hilscher (r.) führte über 150 Personen am Denkmaltag in der Versöhnungskirchgemeinde Dresden-Striesen

Ebenfalls werden Zeugnisse der Gedenkkultur an die Gefallenen der Weltkriege in und an Kirchen gezeigt. So findet in Dresden-Striesen eine Betrachtung der Figuren der Brunnenanlage statt, die die Hinterbliebenen der Gefallenen des 1. Weltkrieges symbolisieren. In Burkhardtsdorf bei Stollberg werden in einer Führung durch die Kirchruine (Luftangriff 1945) das Kriegerdenkmal und die Kriegsgräber mit einbezogen. In Mittweida sind im Kirchgemeindehaus die Kellerräume zu besichtigen, die während des II. Weltkrieges als Luftschutzkeller genutzt wurden. Diese frühere alte Kirchschule von 1544 ist übrigens das älteste Haus der Stadt.
In der Kirchgemeinde Dohna bei Pirna wurde eine kleine Ausstellung über Ereignisse dieser Gemeinde während des Krieges und kurz danach organisiert.

Neben allem Ernst des diesjährigen Denkmaltag-Themas kommen die Unterhaltung und die Vielfältigkeit der Angebote nicht zu kurz. So finden fast in jeder der geöffneten Kirchen die klassischen Führungen, Turmbegehungen mit Glockenschau, Orgelführungen und zum Verweilen Kirchencafés sowie Angebote für Kinder statt.
Im Anschluss an die Öffnungszeit im Rahmen des Denkmaltags werden Konzerte angeboten. Im ostsächsischen Sebnitz tritt um 19:00 Uhr ein Münchner Flötenduo mit einem umfangreichen Programm mit Stücken von der Barockzeit bis zur Gegenwart auf. Weiterhin gibt es Konzerte in der St.-Markus-Kirche in Chemnitz (17:00) Uhr, zur gleichen Zeit in St.-Wolfgang in Schneeberg mit dem Bergmusikkorps, in der Versöhnungskirchgemeinde Dresden-Striesen mit Violine, Querflöte und Cembalo, um 18:00 Uhr in der Heilig-Geist-Kirche in Löbau eine Abendmusik im Kerzenschein und im erzgebirgischen Grünhain an diesem Tag ein musikalische Vesper mit dem ‚Convivium Musicum Chemnicense’.

Bild: Evangelische Akademie Meißen - Propsteisaal am Kreuzgang
Evangelische Akademie Meißen - Propsteisaal am Kreuzgang

Neben allem Ernst des diesjährigen Denkmaltag-Themas kommen die Unterhaltung und die Vielfältigkeit der Angebote nicht zu kurz. So finden fast in jeder der geöffneten Kirchen die klassischen Führungen, Turmbegehungen mit Glockenschau, Orgelführungen und zum Verweilen Kirchencafés sowie Angebote für Kinder statt.
Im Anschluss an die Öffnungszeit im Rahmen des Denkmaltags werden Konzerte angeboten. Im ostsächsischen Sebnitz tritt um 19:00 Uhr ein Münchner Flötenduo mit einem umfangreichen Programm mit Stücken von der Barockzeit bis zur Gegenwart auf. Weiterhin gibt es Konzerte in der St.-Markus-Kirche in Chemnitz (17:00) Uhr, zur gleichen Zeit in St.-Wolfgang in Schneeberg mit dem Bergmusikkorps, in der Versöhnungskirchgemeinde Dresden-Striesen mit Violine, Querflöte und Cembalo, um 18:00 Uhr in der Heilig-Geist-Kirche in Löbau eine Abendmusik im Kerzenschein und im erzgebirgischen Grünhain an diesem Tag ein musikalische Vesper mit dem ‚Convivium Musicum Chemnicense’.

Der „Tag des offenen Denkmals“ wird in den Gemeinden Reichenberg bei Moritzburg und in Strehla bei Oschatz genutzt, um den Abschluss ihrer Bauarbeiten stolz zu feiern. So wird in Reichenberg ein neues Kirchendach eingeweiht und in Strehla erstrahlt die ganze Kirche erstmals wieder im neuen Glanz. Als Krönung findet dort um 14:00 Uhr ein Konzert mit der Elbland-Philharmonie statt.
In Meißen wird es Führungen in der evangelischen Bischofskirche, dem Meißner Dom, durch den Dombaumeister geben und in der benachbarten Evangelischen Akademie Meißen um 14:00 und 15:00 Uhr Führungen durch den Kreuzgang und dem Kreuzganghaus. Die St.-Afra-Kirche ist von 11:00 – 17:00 Uhr geöffnet. Dort ist die Sonderausstellung „Spielraum Kirche“ – Ergebnisse des chrismon-Wettbewerbs – zu sehen. Um 16:00 Uhr wird im Propsteisaal der Akademie die Veranstaltung „Klangwelten – Lebensräume –Musik und Texte der Moderne“ stattfinden.

Bild: Marienkirche Großenhain
Die Marienkirche in Großenhain

Für die Kirchgemeinde Seifersdorf bei Radeberg ist der „Tag des offenen Denkmals“ ein zentraler Programmpunkt in den Festwochen um die 400-Jahr-Feier der Kirche. Immerhin findet am 11. September der Festgottesdienst mit Posaunen- und Kinderchor zum Erntedank statt sowie zur Wiedereinweihung der Kirche nach dem Abschluss der Innenraumsanierung. Nach dem Gottesdienst kann ein Denkmalpfad zwischen Kirche und Schloss beschritten werden. Weiterhin werden Führungen angeboten, und eine Ausstellung in der offenen Kirche illustriert die Geschichte des Bauwerks. Die Veranstaltungen mit Festen, Konzerten und Vorträgen zieht sich noch bis in den Herbst hinein, wo am 30. Oktober das eigentliche Kirchweihfest gefeiert wird.
Ganz Großenhain feiert bereits seit dem 9. September das 150. Glockenjubiläum mit einer Ausstellungseröffnung zur Geschichte der vier Glocken. Glockensachverständiger Dr. Rainer Thümmel hielt dazu einen Vortrag. Nach dem Gemeindefest mit Kinderprogramm am Sonnabend findet am 11. September ein Festgottesdienst zum Abschluss der umfangreichen Außensanierung der Marienkirche statt. Oberlandeskirchenrat Dr. Christoph Münchow aus Dresden wird im Gottesdienst predigen. Nach dem Gottesdienst wird die große St.-Marien-Kirche zentraler Bestandteil des Denkmaltages in Großenhain sein. Um 17:00 Uhr erklingt ein Festkonzert mit verschiedenen Chören und musikalischen Gruppen

Bild: Führung in und an der Dresdner Lukaskirche beginnt am Eingang
Pfarrer Frank Seickel von der Lukaskirchgemeinde in der Dresdner Südvorstadt bot stündlich Führungen an

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