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Hochachtung und Wertschätzung für Leipziger Mission in Papua

Landesbischof spürte bei Gottesdiensten große geistliche Tiefe

Bild: Landesbischof Bohl trifft im Hochland ein
Willkommen im Hochland von Papua-Neuguinea - (Fotos von Antje Queck, LMW)

DRESDEN / MADANG – Der sächsische Landesbischof Jochen Bohl hat auf seiner bisherigen 14-tägigen Besuchsreise im pazifischen Land Papua-Neuguinea „Hochachtung und Wertschätzung“ für die Arbeit der Mitarbeiter des Leipziger Missionswerks erfahren können, teilte der Bischof in einem Telefongespräch am 15. Januar der Pressestelle in Dresden mit. So sei es „beeindruckend“, dass sich noch viele Menschen an die Arbeit von Mitarbeitern von vor Jahrzehnten „lebhaft erinnerten“ und zudem würde „hohe Dankbarkeit“ über das jetzige Wirken der Missionare zum Ausdruck gebracht.  Nach Bohls Einschätzung sei hier die christliche Mission durch die „durchweg positive Resonanz“ gegenüber Vergangenheit und Gegenwart „keineswegs infrage gestellt“. Bei den lutherischen Christen der dortigen Partnerkirche spürte der Landesbischof in verschiedenen Gottesdiensten, so wie am heutigen Sonntagsgottesdienst in einer Dorfgemeinde, eine „große geistliche Tiefe“.

Bild: Große Menschenmenge ím Freiland zur Verabschiedung versammelt
Menge verabschiedet Bischof im Hochland bei Kol

Bei dem gerade zu Ende gegangenen Treffen mit Regierungsvertretern wurde nochmals die Wertschätzung der bisherigen Hilfe geäußert, die beispielsweise durch den „segensreichen Einsatz“ des Missionars Detlef-Michael Rossner aus Pausa bei Plauen beim Aufbau dezentraler Gesundheitszentren geschähe, so Bohl. Der Landesbischof hält sich in diesen Tagen im Einsatzgebiet von Rossner in der östlichen Hafenstadt Madang auf und wird morgen, am 16. Januar, auf der vorgelagerten Vulkainsel Karkar ein von Rossner technisch betreutes Krankenhaus besichtigen. Hier ist Rossner für die Erhaltung der Bausubstanz und für Solarinstallationen zuständig. Aufgrund der zerklüfteten Naturgegebenheiten ist eine Infrastruktur in das Landesinnere des Inselstaates kaum vorhanden, und sauberes Trinkwasser, ausreichend Nahrung, ärztliche und schulische Versorgung stellen weiterhin die Hauptprobleme des Landes dar. Die Mission unterstützt seit Jahrzehnten den Aufbau eines Schulsystems und engagiert sich bei der medizinischen Grundversorgung.

Bild: Kleinflugzeug kurz vor dem Abflug auf der Piste
Flugzeug als einziges Transportmittel auf längeren Strecken

Für Landesbischof Bohl, der sich seit zehn Tagen in guter körperlicher Verfassung in dem tropischen Land befindet, waren die Reisen in das Landesinnere „aufwändig und strapaziös“. Mit dem Flugzeug mitten im Hochland abgesetzt, dauerten Fahrten von 10 Kilometern mit einem Allrad-PKW über zwei Stunden. Auf diese Weise wurde am 7. und 8. Januar der sächsische Pioniermissionar Pfarrer Rolf Strobelt in Nomane besucht. Strobelt, der von seiner Außenstation her die lutherischen Gemeinden im bewaldeten Hochland betreut, müsse zum Einkaufen von Treibstoff und Nahrungsmitteln bei einer Fahrtstrecke von bis zu 60 Kilometern zehn Stunden Fahrt einplanen, erfuhr vor Ort der Landesbischof. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass nach Ankunft von Landesbischof Jochen Bohl und seinen Begleitern die drei bis viertausend Einheimischen, die sie begrüßten, vorher mehrere Tagesmärsche hinter sich hatten.
Bohl, der von der dortigen lutherischen Landeskirche eingeladen wurde und an den Jubiläumsfeierlichkeiten zur Unabhängig der dortigen Kirche teilnahm, wird am 18. Januar von der Landeshauptstadt Port Maresby wieder den Rückflug antreten.

Bild: Pfarrer Albani (l.)., Bohl und Rolf Strobelt (r.)
Pfarrer Albani (l.), Bohl und Strobelt (r.) im Schatten

(Madang 16.01.05) Pfarrer Karl Albani, der den Landesbischof auf seiner Reise begleitet, teilte mit, dass der Bischof von der Reise „begeistert" sei. Vor allem sei er sehr angetan von der Lebendigkeit der Gemeinden, allerdings auch betroffen von den teilweise „armseligen und elenden Lebenssituationen". So sprach sich Bohl entschieden dafür aus, dass die Arbeit des Leipziger Missionswerks „fortgesetzt und deren Projekte gestärkt werden". Für ein Solarprojekt der Mission, Licht in die Hochlanddörfer zu bringen, hätte der Landesbischof sein Schirmherrschaft angeboten.

 

Der Landesbischof traf nach zwei Tagen am 5. Januar in Papua ein

Bild: Landesbischof predigt auf Synode in Wasu
Landesbischof Bohl predigt vor den Synodalen

Von Dresden aus war Landesbischof Jochen Bohl am 3. Januar 2006 zu einem zweiwöchigen Besuch in die Evangelisch-Lutherische Kirche in Papua-Neuguinea (ELC-PNG) aufgebrochen. Der dortige Bischof Dr. Wesley Kigasung hatte Bohl bei seinem letzten Besuch in Sachsen im Juni letzten Jahres in das pazifische Land eingeladen. In dieser Zeit wurde auch die 50-jährige Unabhängigkeit der dortigen lutherischen Kirche sowie das 25-jährige Bestehen der Landessynode gefeiert. Auf dem bisherigen Reiseprogramm des Landesbischofs standen Besuche bei theologischen Ausbildungsstätten, in Schulen und Krankenhäusern, verschiedenen Kirchenkreisen und Gemeinden sowie Mitarbeitern von Missionsgesellschaften. Bohl wird begleitet vom zuständigen Referenten im Leipziger Missionswerk und früheren Missionar in Papua-Neuguinea, Pfarrer Karl Albani und der Öffentlichkeitsbeauftragten des Missionswerkes, Antje Queck.
Nach Besuchen des Landesbischofs in verschiedene Gegenden und Orten hatte Bohl am 10. Januar in der Stadt Wasu Bischof Dr. Kigasung aus Anlass der dort stattfindenden Landessynode getroffen und predigte am nächsten Tag anlässlich der Unabhängigkeitsfeiern der ELC-PNG in einem Festgottesdienst.

Bild: Vollbesetzte Kirche während der Synodentagung in Wasu
Synodalversammlung und Jubiläumsfeier in Wasu

Die lutherischen Kirche in Papua-Neuguinea gehört mit fast einer Million Gemeindegliedern unterschiedlichster Völker und Stämme zu den größten lutherischen Kirchen im pazifischen Raum, zu der die sächsische Landeskirche seit deren Unabhängigkeit partnerschaftliche Beziehungen unterhält. Neben dem Einsatz von Mitarbeitern des Evangelisch-Lutherischen Missionswerks Leipzig in verschiedenen Projekten der Ausbildung von Pfarrern und Evangelisten, im Gesundheits- und Ausbildungswesen sowie bei der Vermittlung akuter Hilfsmaßnahmen, engagierte sich die Mission seit Jahrzehnten für die Übersetzung der Bibel oder von

Bild: 'Wellcome bishop' auf die Haut geschrieben
Ein Begrüßungskomitee in Kol mit Bemalung

Bibelteilen in verschiedene Sprachen. Alleine 800 Sprachen existieren neben den Amtssprachen Englisch und Pigdin in Papua, die in der Schriftform den Einheimischen helfen, die eigene Identität zu bewahren. Das Evangelisch-Lutherische Missionswerk Leipzig, das durch drei Kirchen (Mecklenburg, Sachsen und Thüringen) getragen wird, hat derzeit drei Mitarbeiter vor Ort und wird im Mai eine Ärztin aus Sangerhausen nach Papua-Neuguinea aussenden.

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