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Aktuelles

„AUS 2 Mach 3“

Für notwendige Kirchbausanierungen kann jetzt mehr Geld zu Verfügung stehn

Aus zwei gespendeten Euros für die Renovierung des Kirchengebäudes werden drei Euro

Bild: Logo der Aktion "Aus 2 mach 3"

Aus 61 Bewerbungen des bundesweiten Wettbewerbs "AUS 2 MACH 3" der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland, STIFTUNG KIBA, sind unter den 20 ausgelobten Kirchengemeinden drei aus Sachsen. Wie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) mitteilte, sind unter den ausgewählten Kirchsanierungsvorhaben die Bergkirche in Oybin im Kirchenbezirk Löbau-Zittau, die Schwepnitzer Kirche bei Kamenz und die Auferstehungskirche in Stenn bei Zwickau.

Die drei zuständigen sächsischen Kirchgemeinden können zwischen April und September mit zahlreichen  Aktionen um zweckgebundene Spenden für ihr Sanierungsvorhaben werben. Die über ein Sonderkonto der Stiftung eingehenden Spenden werden am Ende des Aktionszeitraums bis zur Höhe von 40.000 Euro pro Sanierungsvorhaben im Verhältnis zwei zu eins aufgestockt: So werden aus zwei gespendeten Euros für die Renovierung des Kirchengebäudes drei Euro - für die Kirchengemeinden ein Bonus von 50 Prozent.

Die STIFTUNG KIBA hatte am Rande der letzten Tagung der EKD-Synode den Wettbewerb ausgelobt, an dem sich bundesweit Kirchengemeinden mit renovierungsbedürftigen Kirchen beteiligen konnten. Das Auswahlgremium, zusammengesetzt aus dem Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, dem Präses der 10. Synode der EKD, Oberbürgermeisterin Barbara Rinke und dem Geschäftsführer der Stiftung, Oberkirchenrat Thomas Begrich, teilte jetzt die Entscheidung mit.

Bild: Bergkirche Oybin am Hang
Bergkirche Oybin im Zittauer Gebirge

Die Bergkirche in Oybin bei Zittau gehört zur Kirchgemeinde Lückendorf-Oybin und geht auf ein 1709 errichtetes Bethaus zurück. Nach dem Anbau eines Glockenturms 1734 und weiteren umfangreichen Aus- und Anbauten wurde die Kirche auf ihre heutige Größe erweitert. Die Besonderheit dieser Kirche ist die ungewöhnliche Anordnung der Sitzreihen, die der natürlichen Hangneigung folgen und vom Altarraum nach oben zum hinteren Eingang aufsteigen. Das Kircheninnere ist aufwändig im Stil des ländlichen Barock mit Holzeinbauten, Schnitzereien und Bildtafeln gestaltet. Damit gehört die Kirche, auch wegen der malerischen Lage am Fuße des Oybiner Berges, zu den schönsten und wertvollsten Sakralbauten des 18. Jahrhunderts in Ostsachsen.
Unter dem Motto "Wir sind nicht ganz dicht" wirbt die Kirchgemeinde um notwendig gewordene Erhaltungsarbeiten an Dachstuhl und Turm, die sich auf 312.000 Euro Baukosten belaufen, wobei der gemeindliche Eigenanteil 98.000 Euro ausmacht.
Bergkirche Oybin

Bild: Kirche Stenn bei Zwickau in der weiten Landschaft
Auferstehungskirche in Stenn ist eine der größten Dorfkirchen

Die Auferstehungskirchgemeinde in Stenn bei Zwickau muss sich schon seit Jahrzehnten baulichen Herausforderungen an ihrer 1896 neu errichteten Kirche stellen. Die Auferstehungskirche im Stil der Neorenaissance mit Jugendstilelementen wurde anstelle der alten kleinen Dorfkirche St. Leonhardi errichtet. 1974 brach durch einen schweren Sturm die obere Turmspitze ab. Aufgrund weiterer Notwendigkeiten wurde der Turm von 42 Meter auf 30 Meter zurückgebaut.  Innen- und Außensanierungen wurden bereits in den 80er Jahren durchgeführt und der Außenputz schließlich 2002 erneuert. Es entstand eine Initiativgruppe zum Wiederaufbau der Kirchturmspitze und der vollständigen Rekonstruktion des Stenner Glockenturmes.  Eine Spendensammlung und Eigenleistungen ermöglichten die Finanzierung des Projekts, aus dem sich jetzt weitere notwendige Sanierungsarbeiten an der Dachdeckung und der Erneuerung der Ostfassade (Eingangsbereich) ergaben. Für 2006 wird dieser zweite Bauabschnitt der Dachdeckung mit einem Kostenumfang von 66.000 Euro in Angriff genommen.
Ortsteil STENN zu Gemeinde Lichtentanne.

Bild: Kirche in Schwepnitz mit Blick auf den Turm
Nikolaikirche in Schwepnitz

Die Kirche in Schwepnitz nördlich von Kamenz mit Resten eines mittelalterlichen Vorgängerbaus wurde bereits bei der Ersterwähnung des Ortes 1343 genannt. 1584 wurde die Nikolaikirche durch Brand zerstört und es entstand hinter dem erhaltenen steinernen Vorbau eine Holzkirche. Nach erneutem Brand wurde 1747 die heutige steinerne Saalkirche ohne Turm errichtet. Ein kleines Glockenhaus mit zwei Glocken übernahm die Funktion, bis 1886 der jetzige Turm gebaut werden konnte.
In den letzten Kriegstagen im April 1945 stark beschädigt, wurde die bemalte Putzdecke durch eine tonnenförmige Holzdecke ersetzt. 1979 ist die Außenhaut mit Außenputz und das Dach sowie 1985/86 der Innenraum erneuert worden. Dabei sind die den Innenraum prägenden zweigeschossigen Emporen im Altarraum verkürzt und der 1819 zum Kanzelaltar umgewandelte hölzerne Altar (um 1660) in der ursprünglichen Form wieder hergestellt worden.
Wegen des besorgniserregenden Zustandes des Satteldaches und der gesamten Holzkonstruktion ist für 2007 eine entsprechende Sanierung in einem Kostenumfang von 130.000 Euro geplant.
Kirchgemende Schwepnitz

Neben dieser Sonderförderung „AUS 2 MACH 3“ stehen für weitere ausgewählte Sanierungsvorhaben seitens der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland noch reguläre Fördermittel zur Verfügung. Für dieses Jahr hat der Vergabeausschuss der STIFTUNG KIBA die reguläre Förderung für die Kirchen in Grumbach bei Meißen, Wallroda bei Kamenz, Wernsdorf bei Glauchau und Plauen-Oberlosa/Vogtl. positiv beschieden.

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