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Keine Fremdenführung

Kirchentouren entlang der sächsischen Silberstraße mit neuem Konzept

Bild: Teilnehmer steigen aus dem Bus und gehen im Schnee zur Kirche
Erste Kirchenbesichtigung nach warmer Busfahrt

MARIENBERG – Eine neues Konzept von Kirchenbesichtigungen wird entlang der Silberstraße erprobt. Drei Kirchen in drei Regionen waren Anfang März diesen Jahres Stationen einer Busfahrt, die von Langenstriegis bei Hainichen in südwestliche Richtung über Chemnitz nach Hohndorf bei Lichtenstein und dann an den Rand des Vogtlandes nach Ebersbrunn führte. 17 Teilnehmer hatten sich trotz des kalten Winterwetters speziell für diese Tour entschieden. Sie waren am Ende „sehr begeistert“, so Klaus-Dieter Dittel von der Druck- und Verlagsgesellschaft Marienberg. Mit einem Busunternehmen will der Verlag im Juni bei schönerem Wetter die Kirchentour der besonderen Art fortsetzen.

Bild: Pfarrer Schmidt aus Hainichen in Urlaubsvertretung führt durch die Kirche Langenstriegis
Langenstriegis - In Vertretung Pfarrer Schmidt aus Hainichen

Nach der jetzt vorliegenden Auswertung kam das Konzept sehr gut an, nicht wie üblich auf einer Touristentour Dome oder besondere Highlights nebenbei abzufahren, sondern gezielt Kirchen der Heimat aufzusuchen, die sonst nicht immer offen stehen. Ihr besonderer Reiz inmitten der Landschaft und ihre Bevölkerung geben Anlass für Geschichten rund um den Kirchturm, die kein Fremdenverkehrsführer“, sondern der Pfarrer, die Pfarrerin oder der Ortsgeschichtler der Kirchgemeinde zu erzählt. In der Dorfkirche Langenstriegis waren bei Ankunft auf dem geschmückten Altar die Kerzen erleuchtet und es wurde zusammen mit zwei Gemeindevertretern zur Begrüßung ein Lied gesungen. In Hohndorf und Ebersbrunn erklangen bei dieser Jungfernfahrt sogar die Orgeln der Luther- und der Kreuzkirche.

Bild: Innenraum der Kirche vor der Kanzel erklärt Pfr. Peters Details
Ebersbrunn - Pfarrer Peters erklärt viele Details der Kirche

„Den Raum erleben“, diese Maxime verweist auf Erkenntnisse der Kirchraumpädagogik, die bei zukünftigen Fahrten und Besuchen mit einfließen sollen. Der Eindruck des Gebäudeensembles mit Gemeinde-, Pfarrhaus oder Diakonat an der Kirche wird ebenso vermittelt wie der Kirchraum selbst. Dass der Kirchbau nicht Selbstzweck ist, soll dem Besucher durch Erläuterungen von Festen, Veranstaltungen und Traditionen der jeweiligen Kirchgemeinde nahe gebracht werden. So gerät es fast zur Nebensache, wenn dann sehr detailliert die architektonischen und kulturhistorischen Besonderheiten zur Sprache kommen. Dabei geht es nicht nur um historische Taufbecken und Taufengel, sondern auch neben den wertvollen alten bunten Kirchenfenstern um das Bemühen der Gemeinde, andere Fenster mit neuen Motiven gestalten zu lassen, oder, wie in Ebersbrunn, um den Versuch ein verschollenes Bornkindel oder einen Taufengel zu rekonstruieren.

Bild: Gang über schneebedeckte Treppen zum Eingang der Kirche in Hohndorf
Interesse für die nächste Kirche

Die Notwendigkeit solcher Fahrten sieht der Koordinator Dittel in der Tatsache, dass sich viele Kirchgemeinden im Lande noch nicht in der Lage sehen, ihre sehenswerten Kirchen aus Sicherheitsgründen ständig offen zu halten. Solche „Gemeindebesuche“ wären aufgrund der spürbaren Nachfrage auch für Gemeinden eine Chance, ihre Arbeit und ihr „zu Hause“ vorzustellen. „Vertrauensvolle Zusammenarbeit und Vorbereitung mit den Pfarrämtern“ sei nach Dittels Erfahrung Grundlage für die Umsetzung des Projekts.  
Die nächste Tour mit einem Kostenbeitrag von 18,90 Euro ist für den 14. Juni 2006 geplant. Von Chemnitz geht es über Marienberg zur Wehrkirche nach Lippersdorf, zur Bergkirche Pobershau und danach zur Erlöserkirche nach Bärenstein. Dittel verrät nur soviel, dass es auf dieser Fahrt auch ein Kirchencaé im Gemeindesaal geben wird. Es bleibt fast noch ein Geheimnis, dass der dortige Pfarrer ein gelernter Bäcker ist.

Bild: Drei Bilder der Erlöserkirche in Bärenstein außen und innen
Erlöserkirche Bärenstein als dritte Station auf der geplanten Fahrt im Juni

Die Idee der Durchführung solcher Kirchenfahrten ergab sich fast zwangsläufig, da der Verlag seit Jahren einen Bildkalender „Kirchen entlang der Silberstraße“ herausgibt. Wer zu den Stammkunden zählt, hatte wohl häufig schon den Wunsch, die eine oder andere Kirche zu besuchen. Selbst die Mobilsten stehen dann, wenn sie eine Tour unternehmen, häufig vor verschlossenen Türen. Für diese und für jene, die weniger mobil, auf Nummer Sicher gehen wollen und sich ein Tagesprogramm zumuten, können erleben, wie Bilder zu Geschichten und zu Erlebtem werden.
(Kontakt und Infos: Druck- und Verlagsgesellschaft Marienberg – Klaus-Dieter Dittel, Industriestraße 7, 09496 Marienberg. kd.dittel@druckerei-marienberg.de , Tel.: 0177 287 18 59)    

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