Navigation überspringen

Aktuelles

Nicht vom Brot allein

Sommerfest am 23. Juni führte in Leipzig Weggefährten, Mitarbeiter und Freunde zusammen

Bild: Geschäftsführer der EVA, Ulrich Röbbelen bei der Begrüßung
Begrüßung durch Ulrich Röbbelen

Das abendliche Sommerfest am 23. Juni auf dem Gelände des Evangelischen Medienhauses in Leipzig war der gesellige Höhepunkt in einer Reihe von Veranstaltungen im 60. Jubiläumsjahr der EVA und der Evangelischen Wochenzeitung DER SONNTAG. Ulrich Röbbelen, Geschäftsführer der Evangelischen Verlagsanstalt, erinnerte in seiner Begrüßungsrede vor über 100 Gästen an die Bedeutung der Verlagsanstalt zu DDR-Zeiten, auf deren Geschichte im weiteren Programmverlauf noch eingegangen werden sollte. Immerhin wuchs die Verlagsanstalt nach Röbbelens Aussage in den 45 Jahren DDR zum größten evangelischen Verlag. Dass der Verlag nach der Wende nicht an Bedeutung verlor, zeigte der Geschäftsführer anhand des jetzigen Themenspektrums christlicher Literatur mit 80 Neuerscheinungen pro Jahr. Röbbelens Dank galt den Weggefährten, den Mitarbeitern und der Landeskirche als Gesellschafterin, die „die Arbeit immer mit Interesse und Geduld“ mitgetragen habe.

Bild: Ausschnitt Gäste auf dem Sommerfest vor dem Medienhaus
Gäste im Garten des Medienhauses am 23. Juni

Der für die evangelische Publizistik in Sachsen zuständige Dezernent im Landeskirchenamt, Oberlandeskirchenrat Horst Slesazeck aus Dresden, grüßte als Erster die beiden Jubilare. „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“. Mit diesem neutestamentlichen Vers zog Slesazeck das gesprochene und gedruckte Wort in den Mittelpunkt seiner geistlichen Betrachtung. Worte, die zur richtigen Zeit Orientierung geben würden, „damit wir das Leben als Geschenk annehmen“, so Slesazeck. Nach der Würdigung für das Literaturspektrum des Verlages, machte er deutlich, dass nun die Herausgabe des SONNTAG seit einiger Zeit beim Evangelischen Medienverband liege, der sich an diesem Tag auch mit seinem Jahresempfang einbrachte. Slesazeck ging bewusst in Anspielung auf den Namen der evangelischen Zeitung auf den Stellenwert und die Bedeutung des Sonntags als wichtigen Auftakt der Woche ein. Eben nicht als weiteren Werktag, sondern als wöchentlichen Feiertag, der auf das Evangelium der Freiheit verweist und vor der uneingeschränkten Verfügbarkeit des Menschen schützt.

Bild: OLKR Horst Slesazeck mit geistlichem Wort an die Gäste
Oberlandeskirchenrat H. Slesazeck

Nach Gebet und Segen folgten weitere Grußworte einer Vertreterein von "Eva Schulze" (Evangelisches Schulzentrum), die Blume für Blume einen Strauß aus sehr persönlichen Erinnerungen an die Produkte der EVA in Zeiten ihres Lebens zusammenstellte, sowie vom Evangelischen Medienverband in Deutschland und dem Wartburg-Verlag in Weimar.
Zu Beginn und zwischendurch sorgten drei Frauen der Leipziger Klezmer-Band „Rada synergica“ auf der Bühne mit osteuropäischen Liedern für stimmungsvolle Begleitung. Bevor es unter dem Motto „Essen wie 1946“ u.a. mit falscher Leberwurst zum Büfett gehen konnte, führten die Verlagsangestellten Annegret Grimm und Thomas von der Heyde in mehreren Etappen durch die Geschichte von EVA und SONNTAG. Die Verlosung einer gezeichneten „Eva“ des Künstlers Gruno Griesel zugunsten eines sozialen Zweckes sorgte im Laufe des Abends für Spannung, der für einige Gäste und Gastgeber bis in die laue Nacht führte.(24.6.6)

60 Jahre Der SONNTAG

Bild: Titelseite der Sonderausgabe des SONNTAG zum Jubiläum

Am 16. Juni 1946 erschien die erste Ausgabe der sächsischen Kirchenzeitung »DER SONNTAG«. Kurt Ihlenfeld, damals in Berlin lebender Theologe und Publizist, war von der Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens als erster Schriftleiter berufen worden. Er war es, der mit der Sowjetischen Militäradministration eine Auflage von wöchentlich 40 000 Exemplaren auf vier Seiten sowie ein Format von 25 mal 35 Zentimetern ausgehandelt hatte.

Später wurde auf den Namen des jeweiligen Chefredakteurs - zuerst auf Pfarrer Christian Rietschel, Chefredakteur von 1994 bis 1973, dann auf Pfarrer Hans Wiede (1973 bis 1980) und zuletzt auf Pfarrer Friedbert Stöcker (1980 bis 1991) - jeweils erneut eine Lizenz zu diesen Bedingungen vom »Presseamt beim Ministerpräsidenten der DDR« ausgestellt. Bis Ende 1989 ging vor dem Andruck aus der Druckerei in Königsbrück ein Probeabzug per Eilkurier ins Presseamt nach Berlin. Von dort erfolgte die Druckfreigabe - oder es kam eine Vorladung für den Chefredakteur, wenn es Beanstandungen gab. Es kam zu Eingriffen. Sätze mussten gestrichen, Beiträge verändert der zuweilen ganz entfernt werden. Immer drohte dabei der Entzug der Lizenz und damit die Einstellung der Zeitung.

Bild: Auf der Bühne Verlagsmitarbeiter und Zeichner Bruno Griesel
Th. von der Heyde (l.)und A. Grimm erzählten auf dem Sommerfest über die Geschichte des Sonntags

Ab Frühjahr 1990 war eine Erweiterung des Umfangs möglich. DER SONNTAG erschien zunächst als acht-, später als 12-seitige Ausgabe. Er gewann Farbe und wechselte nach dem jahrzehntelangen schwarzen Kopf zunächst auf einen roten und nun auf einen blauen Schriftzug als Titel.
Die Schriftleiter und späteren Chefredakteure waren immer bemüht, die Probleme der Christen in der Gesellschaft anzusprechen, mit geistlichen Worten Zuspruch zu gebe.

Mit »Kirche in der Gegenwart« befasste sich gleich die erste Ausgabe und warf einen Blick auf die vergangenen »zwölf Jahre Hitlerjahre«. „Es gehöre zum Furchtbarsten, dass in dieser Zeit Gott »nicht mehr in die Rechnungen mit eingesetzt war.« Bereits in Nummer 2 wurde der Frage nachgegangen »Soll der Christ die politische Welt sich selbst überlassen?«
Und während in den ersten Erscheinungsjahren der Heimkehrer gedacht wird, der Umsiedler und besonders der Ernten in dieser schweren Zeit, finden sich immer wieder Beiträge über den Umgang mit der Vergangenheit und Nachdenken über die Rolle der Kirche.

Bild: Haus der Sonntags-Redaktion im Garten
Gebäude der Redaktion des Sonntag im Garten des Medienhauses

Der Anspruch, mündige Christen zu informieren und zu begleiten, durchzieht die 60 Jahre des Sonntag. Chefredakteur war von 1991 bis 2003 der Pfarrer und Diplom- Journalist Ulrich Wickel. Seit August 2004 leitet der Theologe und Journalist Uwe von Seltmann die Redaktion.
Seit Juli 1998 ist die Redaktion eingebettet in die »Kooperation Mitteldeutscher Kirchenzeitungen«. Die überregionalen Seiten werden in der Gemeinsamen Redaktion in Weimar für den SONNTAG, für »Glaube und Heimat« (Thüringen) und für »Die Kirche Kirchenprovinz Sachsen und Kirche Anhalts) gleichermaßen erstellt.

Als Verlag fungierte bis 1990 die Evangelische Buchhandlung Max Müller in Karl-Marx-Stadt. Seit 1991 wird der Sonntag von der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig verlegt. Lange Jahre hatte das Landeskirchenamt die Herausgeberschaft. Seit 2002 hat diese Aufgabe der neu gegründete Evangelische Medienverband übernommen.
DER SONNTAG hat heute eine verkaufte Auflage von knapp 11 000 Exemplaren und zahlreiche Leser im Internet.

DER SONNTAG - Sonderausgabe

Weitere THEMEN

 

Schriftgrösse
[A]
[A]
[A]
Link-Tipps