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"Wege der Besinnung" im Lößnitzer Kirchenwald

Elf Steine an markanten Wegepunkten verweisen Wanderer auf Gottes Schöpfung

Bild: Stein mit Bibelspruch und Holzbank im Wald
Sitzgelegenheiten an einigen Orten

Wenn die Revierförsterin Leila Becher aus Bernsbach den 428 Hektar großen Kirchenwald Lößnitz bei Aue durchstreift, so ist sie momentan froh darüber, dass bis jetzt die nach dem trockenen Sommer befürchtete Käferplage ausblieb. Vom nahen Bayern drohte eine entsprechende Invasion, die "zum Glück hier nicht zum Tragen kam", so Becher.

Neben den alljährlichen Sorgen um die Gesundheit des Kirchenwaldes, wo Becher für insgesamt 1.400 Hektar in der Zwickauer und Chemnitzer Gegend, und damit zur Hälfte für die Kirchliche Waldgemeinschaft Westerzgebirge zuständig ist, sieht sie jetzt mit Genugtuung der Fertigstellung der "Wege der Besinnung" entgegen. Im Augenblick werden noch zwei Bänke und eine Sitzgruppe gefertigt, die an landschaftlich reizvollen Punkten aufgestellt werden.

Bild: Felsstein mit Bibelzitat am Waldsee
Steine an idyllischen Plätzen des Waldes

Vor drei Jahren wurde die kirchliche Revierförsterin durch einen Stein im Kirchenwald bei Thum aufmerksam, der einen Bibelvers aufweist. "In mir reifte der Gedanke", so Becher, "mehrere Steine mit Bibelzitaten an markanten Punkten wie Wegekreuzungen aufstellen zu lassen". Das sollte nach Bechers Vorstellung kein "fester Rundweg" oder "Lehrpfad" werden, sondern für den Wanderer im Lößnitz-Wald ein "Hingucker" sein. Der Bibelspruch orientiere sich ein wenig an den landschaftlichen Gegebenheiten.

Bereits Ende Mai diesen Jahres wurden elf Steine von einem Steinbruch angeliefert und im Abstand von ungefähr 300 Metern aufgestellt. Im Juni begutachtete die Waldversammlung als Vertretung der 36 waldbesitzenden Kirchgemeinden die Standorte und das Anbringen der Bibelzitate, nach dem die Waldversammlung vor einem Jahr grünes Licht für die Aktion gab. Schließlich trägt die Waldgemeinschaft die Kosten für die Steine und für die Sitzgelegenheiten.

Bild: Detail einer Schriftplatte am Stein

Die Waldgemeinschaft und die Revierförsterin wollen nicht mit dem "religionspädagogischen Hammer" kommen, bewusst ist ihnen aber, dass der Jahrhunderte alte Kirchenwald heute öffentlichkeitswirksame Funktionen hat. So soll der Erhalt und die Entwicklung des Kirchenwaldes mit seinen vielfältigen ökonomischen, ökologischen und sozialen Funktionen ein praktisches Bekenntnis der Kirche zur Bewahrung der Schöpfung sein.

Durch beispielhafte Waldbewirtschaftung und Öffentlichkeitsarbeit kann nach Aussage der Waldverantwortlichen ein glaubwürdiger Beitrag zur Verkündigung des Evangeliums geleistet werden. Von der 516.500 Hektar großen Waldfläche des Freistaats sind 7 Prozent Kommunal- und Kirchenwald. Die 2 Prozent Kirchenwald umfassen dabei 4.650 Hektar. Knapp die Hälfte der über 800 sächsischen Kirchgemeinden haben Waldbesitz in einer durchschnittlichen Fläche von 10 Hektar.

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