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Aktuelles

Internationale Kirchengemeinschaft mit sächsischer Beteiligung

6. Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa

105 Vertreter evangelischer Kirchen in Europa trafen sich in Budapest

Bild: Porträt Dr. Jördis Bürger
Dr. Jördis Bürger, Dresden

BUDAPEST / DRESDEN – Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) – Leuenberger Kirchengemeinschaft - hat ihre 6. Vollversammlung mit der Tagung am 18. September abgeschlossen. Seit dem 12. September berieten Vertreterinnen und Vertreter der 105 Kirchen der GEKE in Budapest unter dem Thema „Gemeinschaft gestalten – Evangelisches Profil in Europa“. Unter den protestantischen Delegierten war auch die Dresdner Juristin Dr. Jördis Bürger, die in den sieben Sitzungstagen in Budapest die sächsische Landeskirche vertreten hat:

Was ist die Leuenberger Kirchengemeinschaft?

Dr. Bürger: Lutherische, reformierte, unierte, methodistische und hussitische Kirchen haben durch die 1973 gemeinsam unterschriebene Leuenberger Konkordie Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft. Die sächsische Landeskirche gehört ebenfalls dieser Gemeinschaft an.

Wie wirkt sich das auf das Kirchenleben in Sachsen aus?

Dr. Bürger: Mit dieser Vereinbarung besteht auch für uns Lutheraner in Sachsen die Möglichkeit, beispielsweise mit den evangelisch-methodistischen Christen nicht nur gemeinsam Gottesdienst zu feiern, sondern auch nach Absprache in der jeweiligen Kirche zu predigen und Abendmahlsgemeinschaft zu haben.
 
Das ist dann schon eine engere Form der ökumenischen Gemeinschaft?

Dr. Bürger: Ja, trotz der Lehrunterschiede, leben wir in einer vereinten Vielgestaltigkeit und stehen uns im Amtsverständnis in der liturgischen Praxis unkompliziert nahe.

Neben der Gemeindepraxis soll ja eine Gemeinschaft auch äußerlich wirken. Welche Botschaft geht damit von den Kirchen Europas aus?

Dr. Bürger: Erst einmal durch die „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“ selbst, denn durch das größer werdende Europa müssen wir Evangelischen beispielsweise auf der politischen Bühne in Brüssel mit einer Stimme reden. Hier haben sich in den letzten Jahren Gewichte verschoben.

Welche Signale gingen nun von der 6. Vollversammlung aus?

Dr. Bürger: Vor allem das weitere Zusammenwachsen in den Regionen stärker in den Blick zu nehmen. Weiterhin sind Lehrgespräche zu Schrift-, Bekenntnis- und Kirchenverständnis der Kirchen der Reformation verabredet, sowie zu Amt, Ordination und Episkopé ebenfalls nach evangelischem Verständnis.

Was hat Sie persönlich auf dieser Tagung in Budapest angesprochen?

Dr. Bürger: Wichtig sind mir Fragen des kirchlichen Standpunkts zu den Herausforderungen im Zusammenhang mit der sozialen Gerechtigkeit. Außerdem bin ich an dem Vorhaben beteiligt, wie zukünftig stärker junge Menschen an der Arbeit der GEKE beteiligt werden können.
Daneben war es für mich außerordentlich interessant, durch Gottesdienste und Veranstaltungen Einblicke in die gastgebenden ungarischen Kirchen und deren Gemeinden zu bekommen. Den Gastgebern ist zu danken, dass sich eine sehr gute, freundschaftliche und gesprächsbereite Gemeinschaft unter den Delegierten entwickelte.

(Dr. Jördis Bürger (34) ist seit Anfang 2005 juristische Referentin im Ev.-Luth. Landeskirchenamt u.a. für Europarecht zuständig.)

Glaube ermutigt Kirchen zum Handeln

Bischof János Ittzés rief im Schlussgottesdienst der GEKE dazu auf, sich verstärkt für Schutz des Sonntags einzusetzen

Bild: Ungarischer Bischof János Ittzés
Ungarischer Bischof János Ittzés

Budapest – „Die Kirche ist in guten Händen!“ Diese Ermutigung rief Bischof János Ittzés den Delegierten der 6. Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) – Leuenberger Kirchengemeinschaft im Schlussgottesdienst der Tagung am 18. September zu. Seit dem 12. September berieten Vertreterinnen und Vertreter der 105 Mitgliedskirchen der GEKE in Budapest unter dem Thema „Gemeinschaft gestalten – Evangelischen Profil in Europa“.

In seiner Predigt forderte der Leitende Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn dazu auf, die Gemeinschaft der evangelischen Kirchen in Europa weiter zu stärken und auf eine gute Zukunft zu hoffen. Der auferstandene Jesus Christus selbst ermutige und vergewissere seine Kirche immer wieder neu im Glauben sowie im Handeln aus Glauben, betonte Bischof Ittzés in seiner Auslegung des Predigttextes aus dem ersten Kapitel der Offenbarung des Johannes (1,9-17).

Für diese Vergewisserung im Glauben habe die Teilnahme der evangelischen Christinnen und Christen an den sonntäglichen Gottesdiensten oberste Priorität. „Der Sonntag ist der Tag des Herrn“, erinnerte der Bischof die Delegierten und erteilte allen gesellschaftlichen Tendenzen, Arbeitszeiten und Ladenöffnungszeiten an Sonntagen weiter auszuweiten, eine klare Absage.

Mit der Betonung der gottesdienstlichen Dimension der GEKE nahm der 62-Jährige in seiner Schlusspredigt einen Akzent auf, der auch im Laufe der Vollversammlung immer wieder laut geworden war. Vom Gottesdienst her werde das Gesicht des Protestantismus in Europa attraktiv, betonte János Ittzés.

Weitere Informationen sind unter www.leuenberg.net abrufbar.

Bild: Gremienarbeit auf internationaler Bühne
Europäische Kirchenvertreter in engem Kontakt

Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa ist die Organisation fast aller evangelischen Kirchen in Europa. Ihr Gründungsdokument ist die Leuenberger Konkordie von 1973, mit der die mehr als 450-jährige Epoche der Kirchenspaltung zwischen lutherischen und reformierten Kirchen beendet wurde. Auf der Grundlage des darin dargelegten gemeinsamen Verständnisses des Evangeliums gewähren die Unterzeichnerkirchen einander Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft. Sie verpflichten sich ferner zu gemeinsamem Zeugnis und Dienst auf lokaler, regionaler und europäischer Ebene sowie zur theologischen Weiterarbeit.
Bis jetzt haben 104 Kirchen die Leuenberger Konkordie unterzeichnet. Es sind neben den klassischen Reformationskirchen auch die vorreformatorischen Kirchen der Waldenser und der Böhmischen Brüder, dazu fünf protestantische Kirchen in Südamerika, die sich aus früheren Einwanderkirchen entwickelt haben. Die sieben methodistischen Kirchen haben durch eine zusätzliche "Gemeinsame Erklärung zur Kirchengemeinschaft" ihren Beitritt erklärt.

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