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Aktuelles

Verlässlich geöffnete Kirche in Meerane

Erstmals Zertifikat für Kirche in Sachsen

Landeskirche achtet bei der Verwendung des Zeichens auf die Einhaltung der Standards für „Verlässlich geöffnete Kirchen“

Bild: OLKR Slesazeck beim Anbringen des Signets
Oberlandeskirchenrat Horst Slesazeck beim Anbringen der Plakette - Foto: Wiegand Sturm

Erstmals wurde einer Gemeinde in der sächsischen Landeskirche das deutschlandweit verbreitete Signet „Verlässlich geöffnete Kirche“ verliehen. Nach einem Gottesdienst am 24. September wurde das blauweiße Signet neben dem Haupteingang an der Kirche St. Martin im westsächsischen Meerane angebracht. Damit wird äußerlich sichtbar, dass diese Kirche täglich über eine längere Zeit geöffnet ist.
Insbesondere Tourismusverbände können mit dem von der Landeskirche verliehenen Zertifikat Kirchen bei der Planung von Besuchsrouten besser berücksichtigen.
Zum kleinen Festakt am Sonntag nahm Oberlandeskirchenrat Horst Slesazeck aus Dresden teil, auf dessen Initiative die Nutzung des Signets auch für sächsische Kirchen zurückgeht.

„Oberlandeskirchenrat Horst Slesazeck, Kai Schmerschneider (Kirchraumpädagogik), Superintendent Peter Heß, Pfarrer Dr. Eckhardt Zemmrich
Oberlandeskirchenrat Horst Slesazeck, Kai Schmerschneider (Kirchraumpädagogik), Superintendent Peter Heß, Pfarrer Dr. Eckhardt Zemmrich

Das Signet „Verlässlich geöffnete Kirche“ wurde vom Fachausschuss „Kirchen- und Klostertourismus“ des Fachgebietes „Kirche im Tourismus“ im Haus kirchlicher Dienste der Hannoverschen Landeskirche erarbeitet. Damit ist auf das vielfältige Engagement von Kirchgemeinden zur regelmäßigen Öffnung ihrer Kirche für Besichtigung und Andacht reagiert worden. Inzwischen führen fast 500 Kirchen bisher in acht Landeskirchen Deutschlands diese Kennzeichnung.
Die Landeskirche hat sich für die Übernahme des Signets entschieden und dafür Richtlinien entwickelt, die gewährleisten sollen, dass das Signet den Standards entsprechend verwendet wird.
Das Anbringen der Plakette neben dem Haupteingang zur Kirche übernahm Pfarrer Dr. Eckhardt Zemmrich gemeinsam mit Oberlandeskirchenrat Horst Slesazeck vom Landeskirchenamt in Dresden, Landrat Dr. Christoph Scheurer, Bürgermeister Prof. Dr. Lothar Ungerer und dem Meeraner Altbürgermeister Dr. Peter Ohl.

Bild: Kirchgemeinde in Meerane

Die Kirchgemeinde in Meerane hatte 2004 das Projekt „Offene Kirche“ gestartet und hält derzeit mit 13 Ehrenamtlichen und einem 1-Euro-Jobber als Führungs- und Aufsichtspersonal die St.-Martins-Kirche täglich zwischen 14:00 und 18:00 Uhr für vier Stunden offen. Die Gemeinde will damit zur Gottesverehrung, zur Besichtigung und zur Besinnung einladen. Besucher können eine Kerze anzünden und Gebetsanliegen hinterlassen. Diese Öffnungszeiten gelten nach dem Standardvorgaben von April und September. Darüber hinaus werden Ausstellungen gezeigt, so wie derzeit eine über „Sakrale Kunst aus der Region“, oder wie im Frühjahr dieses Jahres „typisches und sakrales“ sowie eine ständige Ausstellung über die vier Glocken dieser Kirche.

Bild: Logo Verlässlich geöffnete Kirche

Die Vorreiterrolle der Kirchgemeinde in Meerane ist ein typisches Beispiel für den Sinn dieser Aktion, nicht in erster Linie die bedeutendsten Kirchen in den Blick zu nehmen, die wegen des Besucherinteresses sowie ständig geöffnet sind. Vielmehr geht es um „verborgene“ Schätze der sächsischen Kirchbaukultur mit immerhin 1.222 Gebäuden, die für gottesdienstliche Feiern regelmäßig genutzt und die wegen ihres Alters zu über 90 Prozent unter Denkmalschutz stehen.
Um die Öffnungen der Kirchen kompetent begleiten zu können, finden in der sächsischen Landeskirche im Rahmen der Erwachsenenbildung regelmäßig Fortbildungen für Kirchenführer statt. Ebenfalls wurde der Arbeitszweig Kirchraumpädagogik eingerichtet, um die Wirkung des sakralen Raums in besonderer Weise den unterschiedlichen Besuchergruppen erlebnispädagogisch nahe zu bringen.

Bild: Kirche St. Martin Meerane
Die Kirche St. Martin in Meerane

Die erstmalig 1314 erwähnte St.-Martins-Kirche erhebt sich auf dem Meeraner Burgberg am Rande der Altstadt. In den Jahren 1503 und 1698 wurden nach großen Stadtbränden Erneuerungen notwendig und 1717 ist der Kirchturm neu aufgebaut worden. Den großen Stadtbrand von 1724 überstand die Kirche mit 16 weiteren Häusern unbeschadet, so dass der Kirchturm in der alten Form erhalten blieb. 1825 und 1883 wurde die Stadtkirche erweitert, die seitdem 1.500 Besuchern Platzt bietet.
Als Besonderheiten an der Kirche sind Reste des romanischen Erstbaues im Turm und das romanische Taufbecken erwähnenswert, so wie der Flügelaltar (um 1500) und der 1503 geweiht gotische Chor.




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