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Aktuelles

23. Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands

Grüße aus Sachsen an die Partnerkirche in Lettland

Zwei weitere Bischöfe in der lettischen Partnerkirche gewählt

Bild: Panorama der lettischen Hauptstadt mit Rigaer Dom

Bild: Porträts der beiden neuen Bischöfe
Einars Alpe (l.) und Pavils Bruvers

Auf der 23. Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands, die vom 5.-6. Juni in der lettischen Hauptstadt Riga stattgefunden hat, sind zwei neue Bischöfe für die zuvor neu errichteten Diözesen gewählt worden. Die 352 anwesenden Synodalen entschieden sich unter mehreren Kandidaten für Pavils Bruvers (58), der sich für die kurländische Diözese mit dem Bischofssitz in Liepaja bewarb, sowie für Einars Alpe (43), der sein Amt in der Diözese Daugavpils in Lettgalen antreten wird. Der Bereich Riga als zentrale Diözese wird Erzbischof Janis Vanags zugeordnet. Die lettische Synode tagt nicht jedes Jahr und kam zuletzt vor drei Jahren zu ihrer letzten ordentlichen Sitzung zusammen. Unter den gut 500 Synodalen sind auch alle 154 Pfarrer sowie ein Vertreter der 259 lettischen Kirchgemeinden.

Bild: Erzbischof Vanags vor der Synode
Erzbischof Vanags hält vor den Synodalen seinen Bericht

Die 23. Synode wurde am 5. Juni mit einem Festgottesdienst im Rigaer Dom St. Marien von Bischof Vanags eröffnet, bevor die Delegierten der lettischen Gemeinden ihre Tagung in den Räumlichkeiten des Welthandelszentrums aufnahmen. Neben den Wahlen der beiden Bischöfe standen noch der Bericht des Erzbischofs, Berichte von Kommissionen im Konsistorium, die Debatte über eine Finanzstrukturreform sowie eine Konzeption zur Verbesserung der Pfarrerversorgung auf dem Programm.
Erzbischof Vanags begrüßte zahlreiche Gäste aus den lutherischen Kirchen der Nachbarländer sowie Besucher aus Deutschland, den USA und England. Vanags bedankte sich für ihr Kommen und die Unterstützung, die von den Partnern der lettischen Kirche gewährt wird.

Bild: Pfarrer Oehme aus Sachsen grüßt die Synode
Friedemann Oehme vor der Synode

Vanags sagte bei der Eröffnung vor den Synodalen, dass der Glaube nicht nur eine Sache des Einzelnen, sondern auch Ausdruck der ganzen Kirche sei. „Der Glaube ist universell und allumfassend“, so der Bischof.
Als Vertreter der sächsischen Partnerkirche übermittelte der Ökumenereferent, Pfarrer Friedemann Oehme aus Dresden, die Grüße von Landesbischof Jochen Bohl. Er erinnerte an den Beginn der Partnerschaften Anfang der 90er Jahre und verwies auf zahlreiche zwischengemeindliche Kontakte, die den Kern der Partnerschaft darstellten. „Die geistliche Gemeinschaft ist die Mitte unserer Partnerschaft“, so Oehme. Eine solche Partnerschaft sei mehr als nur reiner Finanztransfer.

Bild: Tagungshaus im Welthandelszentrum Riga
WTC in Riga war früher kommunistische Parteizentrale

Erzbischof Vanags thematisierte in seinem Bericht die Mitgliederentwicklung, die Schwerpunktsetzung kirchgemeindlicher Arbeit, die Staat-Kirche-Beziehungen sowie die personale Situation an der Lutherakademie, die für den theologischen Nachwuchs zuständig ist. So gab es trotz Ausschlüsse von Gemeindegliedern, die ihrer finanziellen Unterstützung für die Kirche nicht nachkamen, einen leichten Gemeindegliederzuwachs. Eine Konzentration der Arbeit solle in einem profilierterem Konfirmandenunterricht sowie im Sonntagsunterricht liegen. Ein Vertrag zwischen Staat und Kirche läge im Text zwar schon vor, wäre aber noch nicht ratifiziert worden.
Mit den insgesamt drei neu eingerichteten Diözesen soll die Gemeinschaft unter den Pastoren gestärkt und die Kirche in der Region deutlicher wahrgenommen werden. Hier ginge es um die Einheit der Kirche und ihr Auftreten in der Gesellschaft. Die drei Bischöfe werden ein Bischofskollegium bilden, das die Kirche in wichtigen aktuellen Angelegenheiten vertritt.

Bild: Frau wählt und steckt den Zettel in die Wahlurne im Foyer
Geheime Abstimmung im Foyer

Ökumenereferent Oehme freute sich über die Wahl der beiden Bischofskandidaten Bruvers und Alpe. Schließlich würde man sie aus der Partnerschaftsarbeit kennen, so Oehme. Er erhoffe sich durch sie eine weitere Belebung in der Zusammenarbeit und bei Treffen zwischen den Gemeinden Lettlands und Sachsens. Pavils Bruvers hat noch ganz besondere Beziehungen zu Deutschland. Der in Riga geborene Bruvers war Mediziner, der nach Deutschland emigrierte und beim Radio Freies Europa in München für das lettische Programm zuständig war. Er studierte nach der politischen Wende Theologie und wurde 1995 ordiniert. Zuletzt war er in der Kirche für Gemeindeaufbau und Publizistik zuständig.
Im Fortgang der Synodaldebatte nahm die Vorstellung einer Finanzstrukturreform breiten Raum ein. Von den über 600.000 Letten, die sich dem evangelisch-lutherischen Bekenntnis zugehörig fühlen, sind nur gut 41.000 Personen eingeschriebene und zahlende Mitglieder.

So machen die Einnahmen auf dieser Basis nur sieben Prozent aus, was sich beispielsweise auf die völlig unzureichende Bezahlung der Pfarrer auswirkt. Nach einer Erhebung der Kirchenbehörde bekäme ein Pfarrer durch seine Gemeinde durchschnittlich nur 184 Lats (230 Euro). Ein Bauarbeiter würde 216 Lats verdienen. Abgesehen davon, dass es starke Unterschiede nach unten und oben gibt, bliebe den meisten Geistlichen nur übrig, in anderen Berufen ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Aufgrund dieser Umstände soll nun ein Fonds aufgelegt werden, der sich aus dem Verkauf und die Vermarktung von Immobilien und Liegenschaften der Kirchgemeinden speist. Weil es hier um Besitz der Kirchgemeinden handelt, der durch die Landeskirche verwertet würde, war die Diskussion im Plenum leidenschaftlich. Trotzdem stimmten die Synodalen letztlich dem Vorhaben zu, so dass über eine Erprobungsphase der Weg für eine verbesserte Finanzorganisation geöffnet ist.

Eröffnungsgottesdienst in Riga

 

Bild: Öffentliche Abstimmung in der Synode

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