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Tag des offenen Denkmals 2007 in Sachsen

Bild: Eine Führung mit Hinweisen zur Baugeschichte und zur Innengestaltung

KIRCHEN - Orte der Einkehr und des Gebets

Bild: Dom zu Bautzen
Dom in Bautzen, eine Simultankirche

Viele der 1.600 Kirchen und Kapellen waren am 9. September landesweit offen und zu besichtigen. Dazu lockten in den Gotteshäusern Führungen, Turmbesteigungen, Konzerte und Ausstellungen zahlreiche Besucher an. Großer ehrenamtlicher Einsatz machte das möglich und häufig war bisher nicht Bekanntes zu entdecken.
In Sachsen wurde mit einem ökumenischen Gottesdienst im Kloster Buch bei Leisnig der „Tag des offenen Denkmals“ eröffnet. An diesem bundesweiten Denkmaltag hätten im Freistaat 870 historische Bauwerke geöffnet. Zahlreiche Dorf- und Stadtkirchen, die nicht bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz aufgeführt waren, sind trotzdem für Besucher zu besichtigen gewesen. Der diesjährige Denkmaltag stand  unter dem Titel "Orte der Einkehr und des Gebets - Historische Sakralbauten", der auch die Verdienste des Landesamts für Denkmalpflege in Zusammenarbeit mit den Kirchgemeinden und kirchlichen Baupflegern herausstellte.

Bild: Große Bronzetür liegt in der Ausstellung über verlorene Kirchen
Bronzetür der zerstörten Dresdner Jakobikirche

Die Landeskirche ist angesichts des hohen öffentlichen Interesses und aus der sachlichen Notwendigkeit heraus der Auffassung, dass die Bedeutung des Landesamtes für Denkmalpflege erhalten bleiben müsse. Eine von der Landespolitik beabsichtigte Verlagerung der Verantwortung auf die kommunale Ebene, würde nach Aussage des Baureferenten des Landeskirchenamtes, Harald Naumann, die landesprägende Institution des Landesamtes zur Nachrangigkeit degradieren. Sie solle nicht zur "Abstellkammerbehörde" werden, sondern weiterhin den „Part der Werterhaltung denkmalwürdiger Bausubstanz“ verantwortlich wahrnehmen dürfen, damit solche Denkmaltage nicht zum „Auslaufmodell“ würden.

Bild: Eine Besucherin interessiert sich auch für die Gemeindeangebote
Auslage - Was ist sonst so hier los?

Am Tag des offenen Denkmals setzten sich nicht nur Besucher von Kirche zu Kirche in Bewegung, sondern auch zahlreiche Engagierte in den Kirchgemeinden, die besondere Angebote vorbereitet hatten und schließlich den Tag begleiteten.
Aufgrund des speziellen Themas machten nicht nur Kirchgemeinden mit großen Stadtkirchen an der Aktion mit. So hatten flächendeckend zahlreiche Dorfkirchen geöffnet, wie im Westen Sachsens die älteste noch erhaltene und von der Gemeinde durchgehend genutzte 900-jährige romanische Basilika St. Kilian in Bad Lausick, wie im ostsächsischen Cunewalde bei Bautzen die größte evangelische Dorfkirche Deutschlands. Im erzgebirgischen Großrückerswalde konnte die dortige Wehrkirche in drei nachmittäglichen Führungen besichtigt werden. Diese Wehrkirche wurde, wie vier weitere noch erhaltene Kirchen im mittleren Erzgebirgskreis, mit starken Mauern und mit Wehrgängen versehen, um die damalige Dorfbevölkerung zu schützen.
Um auf kleinere Kirchen bei Riesa aufmerksam zu machen, bot die Kirchgemeinde Terpitz-Liebschütz-Schmorkau und Strehla eine Bustour an. Ebenfalls macht eine Bustour in Glauchau und Umgebung an mehreren Kirchen Halt.

Bild: Betende-Hände-Ausstellung in Maxen - auch gekreuzte Putzhandschuhe dabei
Maxen - Moderne Collage zu "Betende Hände"

In Maxen bei Dohna wurde eigens eine Ausstellung unter dem Thema „Betende Hände“ zusammengestellt. Neben verschiedenen Darstellungen des klassischen Motivs von Albrecht Dürers betenden Händen, wurden neben alten Bildern auch moderne Gemälde und Collagen gezeigt und erläutert.
Von den 88 Kirchen und 22 Friedhofskapellen im Kirchenbezirk Leipzig luden ebenfalls etliche zum Verweilen, zu Kirchen- und Orgelführungen, zu Turmbesteigungen, Vorträgen, Ausstellungen und Musik ein. In der Gedächtniskirche Schönefeld war eine Ausstellung über die Geschichte dieser Gemeinde sowie als Erinnerung an die Trauung von Robert Schumann und Clara Wieck in der Kirche im Jahre 1840 zu sehen.

Bild: Vortrag bei Führung in der Kirche
Kantor i.R. Paulus Ullmann weiß viel über die Bethlehem-Kirche in Dresden-Tolkewitz

In Chemnitz war der Tag des offenen Denkmals am 9. September in der St.-Petri-Kirche mit Erläuterungen zum Bau und zur anstehenden Orgelsanierung eröffnet worden. Danach gab es Stadtrundgänge zu den anderen Kirchen, wie der Stadt- und Marktkirche St. Jakobi, die derzeit innen umfänglich restauriert wird. Unter dem Motto „Die St.-Annen-Kirche – ein historischer Ort der Einkehr und des Gebets“ öffnete die größte und gleichzeitig eine der schönsten spätgotischen Hallenkirchen Sachsens am Sonntag ihre Türen. Ein Kirchenführer in Bergmannstracht erzählte über die Geschichte der engen Verbindung zwischen Glauben und Brauchtum, die in dieser Kirche bis heute sichtbar und gelebt wird.
Besondere Bemühungen um Programm und Unterhaltung wurden an diesem Tag u.a. in Geithain mit Ausstellungen und Musik, in Großenhain, Hainichen sowie in Dippoldiswalde mit den Gotteshäusern an der B170 ebenfalls mit Besichtigung, Musik und Lesung unternommen.

Bild: Landesbischof Bohl hält die Andacht am Ort der früheren Sophienkirche
Landesbischof Bohl zur Andacht in Dresden

In Bautzen wurde eine Ausstellung über die Taufe mit entsprechenden Erklärungen und Gegenständen eröffnet. So haben wertvolle Altäre wie in Zettlitz bei Rochlitz oder archäologische Zeugnisse zur Geschichte der Georgenkirche in Flöha Besucher in Bewegung gesetzt.
Landesbischof Jochen Bohl hatte Denkmaltag im erzgebirgischen Ehrenfriedersdorf gepredigt, wo am Vortag eine Festwoche anlässlich des 500-jährigen Jubiläums des dortigen spätgotischen Schrankaltars begonnen hatte.
Am Spätnachmittag hielt Bohl unweit des Zwingers eine Andacht im sogenannten Advanta-Riegel in Dresden an der Stelle der ehemaligen Sophienkirche, die nach den Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg zu DDR-Zeiten beseitigt wurde. Auf dieser ersten kirchlichen Zusammenkunft am Ort der evangelischen Hofkirche seit dem Krieg sprach der Landesbischof von einem Ort, wo „zwei totalitäre Regime in ungeheurer Weise zusammengewirkt“ hätten. Die Umsetzung des Projekts zur Errichtung der Bussmannkapelle wäre ein „Zeichen der Dankbarkeit und der Mahnung“.

Bild: Mechanisches Uhrwerk im Turm der Kirche
Technik pur erklärt: Historische Mechanik für die Kirchturmuhr in Dresden-Leuben

In Dresden wurde der Denkmaltag bereits am Sonnabend um 19:30 Uhr in der Versöhnungskirche im Stadtteil Striesen mit einem Vortrag zur Frauenkirche und der Ausstellung „Verlorene Kirchen in Dresden“ eröffnet. Am Denkmaltag war die Ausstellung im Jugendstil-Gemeindesaal ganztägig zu besichtigen, wo auf etlichen Tafeln und mit Gegenständen und Bildern in erster Linie auf die 19 zerstörten und geschleiften Kirchen sowie auf 5 umgewidmeten Gebäude eingegangen wird.
Die Ausstellung kommt in den nächsten Tagen in das Rathaus Dresden-Leuben, wo sie ab 19. September für einen Monat im Bürgersaal zu besichtigen ist.
Die benachbarte Himmelfahrtskirche in Dresden-Leuben ließ ebenfalls wie viele andere Kirchen der Stadt nach dem Gottesdienst die Türen geöffnet. So gab es Turmbesteigungen, eine Kirchenführung zum Thema „Bilder“, eine abendliche Orgelführung sowie eine Andacht mit Musik. Der benachbarte alte Turm des Vorgängerkirchbaus stand ebenfalls offen und war zu besichtigen.

Kirchen in Sachsen

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