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Begegnungstag für Aussiedler in Löbau

"ZUSAMMEN WACHSEN“ - Motto des Begegnungstages für Aussiedler 2007

Bild: Zuhörer des Forums in der Löbauer Johanniskirche
Das Forum in der Löbauer Johanniskirche war bis zur ersten Empore voll besetzt

Bild: Blick von der Empore in den vollbesetzten Kirchraum der Nikolaikirche
Nikolaikirche

Mit einem Gottesdienst in der Nikolaikirche ging am Nachmittag des 15. September der Begegnungstag für Aussiedler im ostsächsischen Löbau zu Ende. „Seid offen füreinander“, so warb Oberlandeskirchenrat Dr. Christoph Münchow für ein Miteinander in den Kirchgemeinden trotz aller Unterschiede. In der Liebe Gottes solle man aufeinander zugehen, damit Verständnis wachsen könne. Gottes Liebe gelte allen Menschen, so Münchow, und er sprach seitens der Landeskirche das Willkommen an die Aussiedler aus. Er wisse um die Kriegsfolgeschicksale und um die heutigen Unsicherheiten bei der Eingliederung in Deutschland. Da gelte es nicht, „Vergangenheit zu verklären und zu vergolden“, es sei jetzt wichtig den Glauben zu entdecken, „um Wurzeln schlagen zu können“. Bei allen Veränderungen solle daraus die Hoffnung wachsen, dass „Gott auch in schwierigen Lebenslagen bei uns ist“, sagte Münchow in seiner Predigt.

Bild: Teilnehmer verfolgen an Bildschirmen im Zelt die Veranstaltungen in der Nikolaikirche
Übertragung in das Außenzelt

Das größte Aussiedlertreffen im mitteldeutschen Raum, zu dem die sächsische Landeskirche jedes Jahr einlädt, soll den Zugezogenen Ermutigung geben sowie die Öffentlichkeit über die aktuellen Aufgaben der Eingliederung informieren. Schließlich kamen fast 1.700 Teilnehmer in Gruppen oder einzeln nach Löbau. An dem umfangreichen Veranstaltungsprogramm hatten mehr Menschen teilgenommen als bei den jeweiligen zehn Vorgängerveranstaltungen. Da die Löbauer Nikolaikirche nur gut 800 Sitzplätze aufweist, wurden die Aktivitäten vor die Kirche auf mehrere Plasmaschirme in ein großes Festzelt übertragen. Neben Beratungsangeboten sind in einem Forum wieder Fragen von Teilnehmern durch Vertreter von Behörden und Einrichtungen beantwortet worden, die mit den Problemlagen der Aussiedler befasst sind.

Bild: Ältere Frau sitzt im Marktzelt hinter einem Kirchenmodell
Frau auf dem Zelt-Markt der Möglichkeiten

Beim diesjährigen Begegnungstag beteiligten sich auch der Verein „Oberlausitz – neue Heimat“ und der Verein „Neuer Stern“ aktiv. Die Einbeziehung von Spätaussiedler-Vereinen, die neben der Interessenvertretung vor Ort die Aufgabe des Miteinanders zwischen Einheimischen und Hinzukommenden anregen wollen, ist ein Hinweis auf ein verändertes Selbstbewusstsein bei den mittlerweile ansässigen Aussiedlern. Das zeigten die entsprechenden Informationsstände beim Markt der Möglichkeiten in einem Zelt auf dem Nikolaiplatz.  Neben dem Gesangsprogamm von Aussiedlerchören mit russischen Liedern wurden Stadtführungen angeboten, an denen sich in drei Gruppen 100 Personen anschlossen. Zum Forum in der Johanniskirche, die jetzt als städtische Kultureinrichtung genutzt wird, waren fast 200 Menschen gekommen.

Bild: Dr. Bergner anschließend im Gespräch
Dr. Bergner und Dr. Schumacher (r.) nehmen sich Zeit für Fragen nach dem Forum

In der über zweistündigen Forumsrunde war insbesondere der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Christoph Bergner zum Thema Familienzusammenführung angefragt. Bergner, der Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und sozialen Minderheiten beim Bundesinnenministerium ist, stand mit dem Referenten Dr. Alexander Schumacher im Anschluss noch für persönliche Anfragen zur Verfügung.
Der umfangreiche Fragenkomplex umfasste darüber hinaus die Einbürgerungspraxis sowie die Problemlage mit Sprachkursen. Konkrete Anfragen zu Wohnung und Arbeit beantwortete Martina Neubert von der Chemnitzer Bundesagentur für Arbeit.

Bild: Vorbereiter und Helfer am Aussiedlertag vor der Kirche
Dankeschön an die Ausrichter und Helfer u.a. an Pfarrer Friedrich Krohn (r.), Löbau

Seit 2001 kamen bis einschließlich Juli dieses Jahres fast 23.600 Spätaussiedler nach Sachsen, von denen jeweils  51 Prozent jünger als 30 Jahre waren. Im letzten Jahr zogen noch 410 Spätaussiedler und ihre Familienangehörigen hinzu. Im Vorjahr (2005) waren es noch knapp 1.904, wobei ein kontinuierlicher und starker Rückgang bereits seit 2002 festzustellen ist. Vor fünf Jahren sind noch knapp 6.000 Zuzüge von Spätaussiedlern nach Sachsen zu verzeichnen gewesen. Die Gründe für den deutlichen Rückgang werden in der strikteren Zuzugsregelung des Bundes gesehen. So bestehen unter anderem zahlreiche Personen nicht die geforderten Sprachtests in den Herkunftsländern der ehemaligen Sowjetunion.

Bild: Mädchen tanzen zum Abschluss ihre Formation
Tanz unterm Kreuz in der Schulsporthalle

Seit drei Jahren sind aufgrund einer Neukonzeption des Bundes die bisherigen Spätaussiedlerberatungsstellen und die Ausländerberatungsstellen zu Migrationserstberatungsstellen zusammengeführt worden. Im Bereich des Freistaates berät die Diakonie Sachsen in zehn Landkreisen und kreisfreien Städten. Für Jugendliche gibt es in zwölf Landkreisen und kreisfreien Städten Jugendmigrationsdienste. Dreiviertel der Personen, die erstmals eine Migrationsberatungsstelle aufsuchen, sind im Jahre 2005 oder davor eingereist. Das bedeutet, dass nach der ersten Orientierung ein Beratungsbedarf besteht, der den Zugezogenen neue Perspektiven eröffnet.

Bild: Volleyballtourniere auch in der Sporthalle
Volleyball brachte zeitweise einige im anderen Teil der Sporthalle der Jugend in Bewegung

 

Aussiedlerarbeit der Landeskirche


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