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10. Sächsisches Landeserntedankfest in Frankenberg

Frankenberg mit fairster Kaffeetafel auf dem Kirchplatz

Bild: Im Hauptzelt mit Bühne bei der Eröffnung der Großen-Erntekronen-Gala
Dr. Heiko Franke, Vorsitzender des Sächsischen Landeskuratoriums Ländlicher Raum, begrüßt die Gäste im Hauptzelt zu Beginn der Großen Erntekronen-Gala

Bild: Blick in die St. Aegidienkirche
Ökumenischer Gottesdienst in St. Aegidien

Mit einem großen Festumzug und abendlichen Veranstaltungen auf der Festwiese und dem Kirchplatz ging am Sonntag, 23. September, in Frankenberg das 10. Sächsische Landeserntedankfest zu Ende. Seit Freitag gab es dazu ein Kirchenprogramm unter dem Motto „Gott sei Dank, wem denn sonst“ mit verschiedenen Aktivitäten Frankenberger Kirchgemeinden. Höhepunkt des Programms war am Sonntagvormittag der Ökumenische Festgottesdienst in der St. Aegidienkirche. Rund 500 Gottesdienstbesucher waren in der mit Erntekränzen und Erntekronen geschmückten Kirche. Seit Tagen sind diese von Landfrauen Sachsens angefertigten Kunstwerke bereits zu bewundern gewesen. Den Gottesdienst, wo Oberlandeskirchenrat Horst Slesazeck aus Dresden predigte, gestalteten der Kirchenchor und der Bläserchor musikalisch. Außerdem führten einige Kinder vom Christlichen Kindergarten „Pusteblume“, die als Mäuse verkleidet waren, eine Spielszene von der Maus Frederic auf.

Bild: OLKR Slesazeck predigt auf der Kanzel
OLKR Horst Slesazeck, Dresden

In seiner Predigt dankte Slesazeck allen Mitwirkenden und zeigte sich insbesondere dafür dankbar, dass „wir in einem Land leben, wo das so möglich ist“. Der Predigttext aus der Bergpredigt Jesu, worin der Schwerpunkt des Schätzesammelns nicht auf diese Erde, sondern auf den Himmel bezogen ist, war Anlass für den Prediger, auf das Wesentliche im Leben hinzuweisen. Das äußerlich gesicherte Leben sei nicht das „wahre Leben“, so der Oberlandeslandeskirchenrat. Wir hätten an diesem Tag zwar Grund für alles dankbar zu sein, dies dürfe aber nicht zu Erwartungen führen, dass es ein Recht auf Gesundheit und auf Wachstum gebe. „Wir können das Leben nicht durch Dinge sichern“, und wer sehen kann und „seelisch blind ist“, sei schlimmer dran. Slesazeck verwies darauf, dass es auf den Blickwinkel ankäme, nicht ob, sondern wie das Leben gesehen wird. Nach Jesu Willen müsse es wieder um das Zentrum des Lebens gehen. Erntedank sei eine Möglichkeit „Akzente wieder richtig zu setzen“.

Bild: Kuchen geht über den Tisch
Kuchen und fairgehandelter Kaffee

Im Gottesdienst, in dem auch der Vorsitzende des Sächsischen Landeskuratoriums Ländlicher Raum e.V., Pfarrer Dr. Heiko Franke (Kohren-Sahlis), der evangelische Superintendent Rainer Findeisen (Flöha) und der katholische Propst Roman Neumüll (Chemnitz) mitwirkten, wurde auf die „fairste Kaffeetafel Frankenbergs“ hingewiesen. So lud der Ortspfarrer Jörg Hänel, bei dem die Fäden für die Vorbereitung und die Durchführung des Kirchenprogramms zusammenliefen, zum anschließenden Kaffetrinken vor der Kirche ein. Das Diakonische Werk Flöha und der ''Freundeskreis christlicher Mission'', zwei in Frankenberg tätige karitative Organisationen mit christlichem Hintergrund, hatten inzwischen erneut die Kaffeetafel auf dem Kirchplatz aufgebaut. Hier nahmen Besucher zum Spendenpreis die Gelegenheit wahr, von der evangelischen Hilfsaktion ''Brot für die Welt'' verschiedene fair gehandelte Sorten Kaffee zu probieren. Außerdem gaben die Stände einen Einblick in die Lebensumstände von Kaffeebauern in Mittel- und Südamerika. Mit dem Geld, das zuvor im Erntedankgottesdienst gesammelt wurde, sollen die Bemühungen von ''Brot für die Welt'' zur Verbesserung der Lebenssituation der Kaffeebauern in den Anbauländern unterstützt werden.

Bild: Musiker vor der St. Aegidienkirche
Auf dem Frankenberger Kirchplatz

Bis zum großen Festumzug konnten die Besucher des Landeserntedankfestes neben der Begutachtung zahlreicher Stände auf den Straßen der Innenstadt auch das Hauptzelt aufsuchen, wo nach dem Gottesdienst die große Ernte-Kronen-Gala stattfand. Die schönste Erntekrone wurde an den Ministerpräsidenten Prof. Dr. Georg Milbradt überreicht. Zu Beginn der Gala begrüßte auch Pfarrer Dr. Heiko Franke als Kuratoriumsvorsitzender die Zeltgäste. Franke ist zugleich Leiter der Evangelischen Heimvolkshochschule Ländlicher Raum in Kohren-Sahlis bei Borna.
Gastgeber von Sachsens größtem Erntedankfest, das in diesem Jahr bei herrlichem Wetter tausende Besucher anzog, war die Stadt Frankenberg im Landkreis Mittweida. Gemeinsam mit dem Sächsischen Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V. (SLK) organisierte sie die diesjährige Jubiläumsveranstaltung, wobei sie von den Kirchen, Bürgern und Schulen vor Ort, von Behörden, Institutionen, Vereinen und Verbänden aus dem ländlichen Raum, von Stadt und Region tatkräftig unterstützt werden.

Bild: Bewunderer der Erntekronen in der der Kirche
In St. Aegidien: "Ich bin das Brot des Lebens"

Die kirchlichen Aktivitäten hatten in der St. Aegidienkirche seit Montag, 17. September, mit den täglichen „6-Minuten-Gottesdiensten“ nach dem Mittagsgeläut um 12:00 Uhr“ begonnen. Am Freitag erklang vor der feierlichen Eröffnung im Hauptzelt am Abend Posaunenmusik vom Kirchturm. Neben Kirchenführungen, einem Kinderprogramm mit Erzieherinnen aus dem christlichen Kindergarten „Pusteblume“  und dem Aufbau von ''Frankenbergs fairster Kaffeetafel'', brachten auch Kinderchöre aus Frankenberg und benachbarter Orten im Festzelt auf dem Markt ein Familien-Mitmach-Musical zum Erntedankfest zu Gehör.

Das nach christlicher Tradition gefeierte Erntedankfest in den Kirchgemeinden wird am ersten Sonntag im Oktober - in diesem Jahr am 30. September - begangen. Allerdings gibt es keine verbindliche Festlegung, so dass häufig bereits nach den Schuleinführungsgottesdiensten im September je nach regionaler Festlegung die Erntedankfeste in den Gottesdiensten gefeiert werden. Dann sind die Kirchen in Sachsen wieder in besonderer Weise mit Erntegaben, Blumen und Naturarrangements geschmückt. Mit dem alten und bodenständigen Erntedankfest endet die längere festtagsarme Zeit der Sommermonate und es beginnt die Zeit des Dankes, der Besinnung, Buße und Erwartung.

Kirchgemeinde Frankenberg

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