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Aktuelles

Kundgebung zu „evangelisch Kirche sein“ verabschiedet

Bild: Präsidium der EKD-Synode mit Rednerpult

Weitere Beschlüsse zum EKD-Zukunftsprozess, zu Flüchtlingsschutz, und zur Lage in Somalia

Bild: Anträge an das Präsidium (EKD-Bild)
Änderungsanträge zu den Vorlagen

Mit einer Kundgebung zum Thema „evangelisch Kirche sein“ ist am Mittwoch, 7. November, in Dresden die 6. Tagung der 10. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu Ende gegangen. Die Kundgebung erinnere daran, dass „evangelisch Kirche sein“ heiße, „das gemeinsame Reden, Handeln und Leiten zu stärken“. Weitere Beschlüsse behandeln unter anderem den europäischen Flüchtlingsschutz, die humanitäre Situation in Somalia, die Stammzellforschung und die Berichterstattung über das Bildungswesen der Kirche. Als Schwerpunktthema für die nächste Synodaltagung im kommenden Jahr einigten sich die Delegierten auf „Bewahrung der Schöpfung: Klimawandel und Klimaschutz am Beispiel Wasser“.

Bild: Peter Hahne und Margot Käßmann
Peter Hahne und Bischöfin Margot Käßmann

„Die Kirche ist von Jesus Christus in die Welt gesandt, um die Botschaft von Gottes Liebe zu den Menschen zu bringen und Gottvertrauen, Lebensgewissheit und Nächstenliebe in ihnen zu wecken“, so die knapp vierseitige Kundgebung. „evangelisch Kirche sein“ heiße, „im Wandel der Zeit und unter sich ändernden Bedingungen beim Auftrag Jesu Christi zu bleiben, seiner Berufung zu folgen und die in ihm geschenkte Freiheit zu leben.“ Dem Gottesdienst in seinen vielfältigen Formen kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Hier kommen die „wesentlichen Dimensionen des kirchlichen Auftrags Gottesbegegnung, Lebenserneuerung und Gemeinschaft“ zur Geltung. „evangelisch Kirche sein“ heiße weiter, eine „biblisch profilierte Zeitgenossenschaft jenseits von Selbstsäkularisierung und Fundamentalismus zu leben“. Die Kundgebung nennt eine Reihe von Reformanstrengungen, die in den Landeskirchen, Kirchenkreisen und Gemeinden unternommen werden.

Bild: Bischof Joachim Reinelt, Bistum Dresden-Meißen
Ökumenisches Grußwort am ersten Tag von Bischof Joachim Reinelt, Bistum Dresden-Meißen

Mit großer Sorge betrachten die Synodalen die Flüchtlingssituation an den südlichen EU-Grenzen am Mittelmeer. Sie betonen in einem Beschluss zum europäischen Flüchtlingsschutz die Pflicht zur Rettung Schiffbrüchiger. Die Antwort der EU auf die Migration dürfe nicht ausschließlich in der Abwehr illegaler Einwanderung bestehen. Menschen, die in europäischen Hoheitsgewässern um Asyl nachsuchen, müssen die Möglichkeit haben, in einen EU-Staat einzureisen, damit dort dieser Asylantrag geprüft werden könne. Die Synode empfiehlt den Ausbau der Neuansiedlungsprogramme für Flüchtlinge, die einige EU-Mitgliedsstaaten begonnen haben. Der Rat der EKD wird gebeten, sich weiterhin gegenüber den politischen Akteuren für eine nachhaltige und humane Flüchtlings- und Migrationspolitik einzusetzen. In diesem Zusammenhang unterstützt sie ausdrücklich die enge Kooperation mit ökumenischen Institutionen, wie der Kommission der Kirchen für Migranten in Europa (CCME) und der Partnerkirchen in den betreffenden Ländern.

Bild: Ratsvorsitzender Bischof Dr. Wolfgang Huber im Plenum (EKD-Bild)
Konzentration beim Ratsvorsitzenden im Plenum

Angesichts der dramatischen Situation der Menschen in Somalia ruft die Synode dringend zu Spenden für die humanitäre Hilfe vor Ort auf. Dort sind die militärischen Auseinandersetzungen eskaliert, nach UN-Schätzungen sind 1,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Versorgungslage sei katastrophal, weil fast alle Hilfsorganisationen das Land verlassen haben. Die Diakonie Katastrophenhilfe ist vor Ort aktiv und bittet um Spenden.
In einem Beschluss zur Stammzellforschung hat die Synode bekräftigt, „dass die EKD die Zerstörung von Embryonen zur Gewinnung von Stammzelllinien für die Forschung ablehnt.“ In der Debatte um eine mögliche Änderung der in Deutschland geltenden Stichtagsregelung stellt der Beschluss fest: „Die EKD-Synode hält eine Verschiebung des Stichtages nur dann für zulässig, wenn die derzeitige Grundlagenforschung aufgrund der Verunreinigung der Stammzelllinien nicht fortgesetzt werden kann und wenn es sich um eine einmalige Stichtagsverschiebung auf einen bereits zurückliegenden Stichtag handelt.“ Die Mittel für die Forschung an adulten Stammzellen sollten deutlich erhöht werden.

Bild: Info-Reihe über die sächsische Landeskirche (EKD-Bild)
Die sächsische Landeskirche präsentierte sich

Mit der Bitte an den Rat, eine Machbarkeitsstudie für die Durchführung einer Bildungsberichterstattung der EKD in Auftrag zu geben, greift die Synode einen Vorschlag des Wittenberger Zukunftskongresses vom Januar 2007 auf. Eine solche Bildungsberichterstattung sei eine geeignete Grundlage zur Sicherung und zur qualitativen Weiterentwicklung der kirchlichen Bildungsarbeit.
Die Botschaft der 3. Europäischen Ökumenischen Versammlung (EÖV3) wurde von der Synode mit Dank entgegengenommen. Der Rat wird gebeten sich insbesondere für einen europäischen ökumenischen Konsultationsprozess zum Zusammenhang von Klimawandel und Gerechtigkeit durch die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) einzusetzen. (EKD_7.11.07)

Die Beschlüsse im Wortlaut finden Sie im Internet unter www.ekd.de/synode2007. Den Kundgebungstext können Sie unter http://www.ekd.de/aktuell/56387.html nachlesen.

Bild: Einige Köpfe der Synode im Querschnitt

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