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Aktuelles

Neuauflage des Wettbewerbs „AUS 2 MACH 3“

Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland

Bild: Logo Aus 2 mach 3

In der Neuauflage des Wettbewerbs „AUS 2 MACH 3“ der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland, STIFTUNG KIBA, ist die Entscheidung über die Teilnehmer im Jahr 2008 gefallen. Das Auswahlgremium, zusammengesetzt aus dem Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, der Präses der 10. Synode der EKD, Oberbürgermeisterin Barbara Rinke und dem Geschäftsführer der Stiftung, Oberkirchenrat Thomas Begrich, hat aus 113 Bewerbungen nun 30 Kirchengemeinden zur Teilnahme nominiert.

Darunter befinden sich auch vier Kirchen aus vier Regionen der sächsischen Landeskirche. Für die Aktion ausgewählt wurden die Kunigundenkirche in Borna südlich von Leipzig, die Thomaskirche in Dresden-Gruna, die Kirche in Netzschkau im Vogtland und die Kirche in Pirna-Zuschendorf. Außerdem wurde im ostsächsischen Herrnhut der zur Herrnhuter Brüdergemeine gehörende Kirchensaal ausgewählt.

Die ausgewählten Kirchengemeinden können zwischen dem 15. März und dem 30. September mit zahlreichen intelligenten und originellen Aktionen um zweckgebundene Spenden für ihr Kirchsanierungsvorhaben werben. Die über ein Sonderkonto der Stiftung eingehenden Spenden werden am Ende des Aktionszeitraums bis zur Höhe von 40.000 Euro pro Sanierungsvorhaben im Verhältnis zwei zu eins aufgestockt: So werden aus zwei gespendeten Euro für die Renovierung des Kirchengebäudes drei Euro – für die Kirchengemeinden ein Bonus von 50 Prozent.

An der ersten Aktion AUS 2 MACH 3 haben 2006 deutschlandweit zwanzig Kirchengemeinden teilgenommen. Sie erhielten zusammen 679.419,69 Euro Spenden, welche die Stiftung KIBA mit 303.666,36 Euro bonifizierte. Insgesamt wurden so über 983.000 Euro für die Erhaltung der Kirchen mobilisiert. In Sachsen konnten vor zwei Jahren die drei Kirchen in Oybin, in Stenn und Schwepnitz unterstützt werden.

Borna - Kunigundenkirche

Borna: Kunigundenkirche
Kunigundenkirche in Borna

Um 1170 entstand in der Nähe des heutigen Königsplatzes die Kunigundenkirche, die möglicherweise zur Burg des Markgrafen Wiprecht gehörte. Der spätere Name leitet sich von Kunigunde, der Frau des damaligen Kaisers Heinrich I., ab, die 1201 heilig gesprochen wurde.

Die Kunigundenkirche ist das älteste erhaltene Bauwerk Bornas und steht auf dem alten Friedhof. Im Mittelalter wurde die Kirche als Friedhofskirche genutzt. In der turmlosen Backsteinbasilika dominiert das weiträumige Mittelschiff, das wie auch die Seitenschiffe mit einer flachen Decke versehen ist. Sie ist eine der ersten Kirchen in Mitteldeutschland, die aus Backsteinen gebaut worden ist. Die sonst aus dieser Zeit in Mitteldeutschland nicht üblichen seitlichen Bögen zu den Seitenschiffen erzeugen die Anmutung einer frühchristlich orientalischen Kirche. Wohl noch im 12. Jahrhundert entstand nordwestlich der Burg auf dem Gebiet des heutigen Zentrums die 1225 erstmals erwähnte Stadt Borna mit einem großen rechteckigen Markt. Zu dieser Zeit stand dort schon eine kleinere Vorgängerkirche der heutigen Stadtkirche St. Marien.

Seit Oktober 1999 steht in der Kunigundenkirche ein spätgotischer Schreinaltar, der Görnitzer Altar. Er stammt aus der Ortschaft Görnitz, die in den 1960er Jahren der Braunkohle weichen musste. Auf einem mittelalterlichen Altarblock mit wahrscheinlich spätgotisch profilierter Mensaplatte steht der dreiflügelige Altaraufsatz mit kostbaren Holzschnitzereien der Spätgotik zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Die Predella und das Gesprenge waren verloren gegangen und sind einfühlsam neu gestaltet worden. Der romanische Porphyrtaufstein wurde aus Großstorkwitz übernommen. Insbesondere Dach bedarf bei dieser alten Kirche einer gründlichen Sanierung.

Dresden-Gruna (Thomaskirche)

Bild: Thomaskirche in Dresden-Gruna
Dresdner Thomaskirche in Gruna

Die gründerzeitliche und aus gebrannten Ziegeln errichtete Kirche in Gruna konnte durch Stiftungen von Julius Rothermundt und Eva Rosine Beil sowie durch Spenden des Kreuzkirchenvorstandes und von Bürgerinnen und Bürgern aus dem Dorf Gruna erbaut werden. Geplant wurde sie vom Dresdner Architekten Christian Gottfried Schramm. Am 8. Oktober 1891 fand die Grundsteinlegung und am 31. August 1892 die Einweihung statt. 1908 erhielt die Kirche den Namen „Thomaskirche“. Nach der Ausgliederung aus der Kreuzkirchgemeinde entstand die selbständige Thomaskirchgemeinde, die Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts die Kirche umbaute und erweitern ließ. In der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 wurde die Kirche durch Bomben zerstört. Übrig blieben nur die Umfassungsmauern, der Altar und ein Taufstein aus Stein. Nach dem Krieg verschwand dieser Taufstein spurlos.

Als erste kriegszerstörte Kirche Dresdens wurde die Thomaskirche am 29. Oktober 1950 wieder eingeweiht und erhielt nach Sanierungsarbeiten in den 80er Jahren ihre heutige schlichte Gestalt.
Im Altarfenster des Dresdner Kunstmalers Helmar Helas ist der auferstandene Christus zu sehen, der seine Wundmale vorzeigt. Der Altar zeigt zwei Marmorreliefs mit dem Thema „Die bekehrte Gemeinde und die zu bekehrende Gemeinde“. Er wurde 1932 - 1934 von dem Dresdner Bildhauer Edmund Moeller geschaffen.
Die Taufschale und der Taufdeckel stammen aus der Kirche des Ehrlich'schen Gestifts, die am Straßburger Platz stand und im Krieg zerstört wurde. Die Kanzel wurde 1955 von Helmar Helas mit Motiven zum „Gleichnis vom vierfachen Acker“ und zu „Christus als dem Weinstock“ bemalt.

Netzschkau (Schlosskirche)

Bild: Kirche von Netzschkau seitlich
Klassizistische Kirche von Netzschkau

Die über 160 Jahre alte klassizistische Schlosskirche im vogtländischen Netzschkau bildet gemeinsam mit Schloss und Schulkomplex ein einzigartiges Ensemble von Baustilen verschiedener Epochen im Stadtkern. Die letzte Innen- und auch Außensanierung liegt schon Jahrzehnte zurück. Größere Putzblasen am Turm mussten in jüngster Zeit aus Sicherheitsgründen entfernt werden. Mit den der Gemeinde zur Verfügung stehenden Mitteln wurde in der zurückliegenden Zeit in kleinerem Umfang dafür gesorgt, das Gebäude in seiner Bausubstanz zu erhalten und größere Schäden fernzuhalten sowie kleinere Sanierungsschritte zu realisieren.

Das Innere der Kirche ist schlicht gehalten. Die ursprünglich weiße Farbgebung mit dezenten Goldverzierungen ist mit der Zeit stark verschmutzt und nachgedunkelt.
Blickfang ist der fast raumhohe Kanzelaltar und die Predella mit einem Relief des Schneeberger Bildhauers Böhm. Man sieht darauf die plastische Darstellung des Heiligen Abendmahles aus weißem Alabaster. Vorbild für diese Darstellung war das Altargemälde von Lucas Cranach in der St. Wolfgangskirche zu Schneeberg. Bis in die Gesichtszüge hinein hat der Künstler in seiner Art einen Teil des riesigen Gemäldes in Schneeberg wiedergegeben.

Geweiht wurde die Schlosskirche 1840, nachdem ihre Vorgängerin, in unmittelbarer Nähe zum Schloss stehend, etwa seit 1814 aufgrund des baulichen Verfalls nicht mehr nutzbar war. Die Predella ist so gut wie das einzige Inventar, das in die neue Schlosskirche gerettet werden konnte.

Pirna-Zuschendorf

Bild: Gelbe Kirche von Zuschendorf am Schloss
Schlosskirche Pirna-Zuschendorf

Die Zuschendorfer Kirche ist eines der wenigen in Ausstattung und Bau nahezu komplett erhaltenen Renaissancebauwerke in der Sächsischen Schweiz. Hans H. von Carlowitz hatte sie 1559/60 direkt neben dem Stammschloss seiner Familie errichten lassen; bis heute verbindet ein Übergang zum Schloss und Gutsloge miteinander. Das Äußere des schlichten Saalbaus wird vom Eindruck des gedrungenen Westturmes mit seiner zwiebelförmig geschweiften, laternenbekrönten Haube bestimmt, welche in dieser Form erst 1895 durch Theodor Quentin entstand.
Die paarigen Fenster mit ihrem kleeblattbogigen Abschluss zeigen den Einfluss einer gotisierenden Gestaltung.

Im Inneren der Kirche zieht der schöne evangelische Flügelaltar des Dresdner Hofmalers Heinrich Göding den Blick an. Das wertvolle Kunstwerk des Lucas-Cranach-Schülers zeigt im Mittelfeld das Abendmahl; auf den Seitentafeln Christus am Ölberg und die Kreuzigung. Auf der Rückseite sind Auferstehung und Himmelfahrt dargestellt; in der Predella der Stifter Hans von Carlowitz mit seiner Familie.
In die Wand sind vier Gedenksteine mit Bildnissen seiner früh verstorbenen Kinder eingelassen. Die Kanzel (Anfang 17. Jh.) ist reich ornamentiert und trägt am Korb Skulpturen der vier Evangelisten und des Apostels Paulus. Eine Jahn-Orgel aus der Zeit um 1850 wurde 1995 restauriert.


Neben der Sonderförderung „AUS 2 MACH 3“ stehen für weitere ausgewählte Sanierungsvorhaben seitens der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland noch reguläre Fördermittel zur Verfügung.(24.2.08)

STIFTUNG KIBA

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