Navigation überspringen

Aktuelles

Deutscher Evangelischer Posaunentag in Leipzig

„OhrenBlickmal! – Hör den Glanz“ – festlicher Abschlussgottesdienst

Bild: Eine Bandbreite vieler Bläser auf den Rängen

Bild: Morgenmusik von ein paar Bläsern (Foto: Antje Queck)
Morgenmusik in der Leipziger Geyerstraße

1. Juni - Der Sonntagmorgen begann mit unzähligen Kleinkonzerten in den verschiedenen Stadtteilen Leipzigs. Die Morgenmusik um 8:30 Uhr mit den Bläsern des Posaunentages spielten bekannte Choräle von Paul-Gerhard („Die güldne Sonne“) und anderen kirchlichen Liederdichtern und –komponisten, bevor sich die Bläser nach einem Sendungswort und dem Choral „Großer Gott, wir loben dich“ zum Zentralstadion auf den Weg machten.
Von gigantischen und ohrenbetäubenden Klängen war dann der Bläser- und Abschlussgottesdienst im Leipziger Zentralstadion geprägt. Mit einer längeren Anprobe begann das Treffen der Superlative, wo ein Guinnes-Award-Schiedsrichter aus London den größten Bläserchor der Welt attestierte.

Bild: Bühnenchor vor der Bläserwand

Damit ist dem Posaunentag mit über 16.000 Bläsern ein Eintrag in das Guinessbuch der Rekorde sicher. Neben diesem „Begleiteffekt“ waren die Teilnehmer des größten Posaunentreffens vor allem dankbar für ihre jeweiligen Quartiergastgeber, der Stadt Leipzig, nicht zuletzt für das Wetter und die Begegnungsmöglichkeiten in kleinen und in großen Gruppen während der drei Tage. Für Bernhard Silaschi, leitender Obmann des deutschen Posaunendienstes, ist die Posaunenbewegung eine junge Bewegung. Immerhin seien über 50 Prozent der Mitglieder unter 40 Jahre und am Posaunenfest in Leipzig nahmen über 2.000 Jungbläser teil. Der jüngste Bläser sei fünf Jahre, der Älteste 84.

Bild: Bläser aus Papua-Neuguinea (Foto: Antje Queck)
Bläsergruppe aus Papua-Neuguinea

Grußworte hielten Dr. Reinhard Höppner für den Deutschen Evangelischen Kirchentag, Michael Sagurna für die sächsische Staatsregierung sowie der Leipziger OB Burkhard Jung. Jung dankte allen Bläsern für das, „was sie geschenkt haben“ und sprach ein mögliches Treffen in vier Jahren an, auf das er sich schon jetzt freue. Vor Beginn des Bläsergottesdienstes um 12:00 Uhr wurde noch über die Kollekte informiert. Nachdem eine kleine Gruppe von Bläsern aus Papua-Neuguinea ein Bläserstück spielte, warb Missionsreferent Karl Albani aus Leipzig für die Unterstützung eines Solarlampenprojekts für abgelegene Hochlanddörfer in Papua-Neuguinea, für die eine Sammlung am Schluss bestimmt sein soll.

Bild: Drei österreichische Bläser mit Flaggen
Österreichische Gäste machten standhaft mit

Im fast vollbesetzten Leipziger Stadion predigte der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Dr. Wolfgang Huber aus Berlin: „Hier ist gut sein“, zitierte Huber den Apostel Petrus zu Beginn seiner Predigt. Er sprach die Ungeduld der Teilnehmenden an, nicht noch einmal 50 Jahre auf einen deutschlandweiten Posaunentag warten zu müssen. Die Bläser hätten jetzt „zugepackt“ und sind mit ihren Instrumenten nach Leipzig gekommen. Natürlich locke auch die Sensation. „Unser klares christliches Bekenntnis werde gebraucht.“ Gott sei die große Sensation in diesem Leben, bekannte der Bischof vor den Gottesdienstbesuchern. Während der ganzen Veranstaltung erklang immer wieder ein mächtiges Wechselspiel zwischen den vier großen Sitzblöcken mit Neukompositionen oder mit klassischer Musikliteratur und Choralbegleitung.

Bild: Tubabläser über den Sitzreihen
Eine Tuba verschafft sich oben Platz

Der Bläsergottesdienst wurde anderthalb Stunden live von den Dritten im MDR-Gebiet, im bayerischen und hessischen Rundfunk sowie im Südwestfunk übertragen. Für den sächsischen Rundfunkbeauftragten Pfarrer Andreas Beuchel fiel diese Übertragung im Vergleich zu sonstigen Rundfunk- und Fernsehgottesdiensten etwas sehr aus dem Rahmen. Der eigenen Dynamik eines solchen interaktiven Geschehens sahen er und die MDR-Sendeverantwortlichen in den Vorplanungen für das Drehbuch mit „Respekt“ entgegen, sagte Beuchel, der auch Senderbeauftragter für den ganzen MDR-Bereich ist.
Die drei evangelischen Kirchenzeitungen Mitteldeutschlands brachten durch ihre gemeinsame Redaktion in Weimar eine Sonderbeilage heraus, die interessante Hintergrundbeiträge zur evangelischen Posaunenarbeit enthielt.  Am Sonnabend war die Redaktion mit einem Stand auf dem Nikolaikirchhof anzutreffen. MDR-Beitrag

Bild: Bläsergruppe in der Reihe

In Sachsen, einer Hochburg der kirchgemeindlichen Bläserarbeit, war seit Wochen nichts anderes als der Posaunentag im Blick. Die Sächsische Posaunenmission als ein Landesverband des Evangelischen Posaunendienstes war in den Vorbereitungen voll einbezogen. Für Landesgeschäftsführer Christoph Kunze, der seit Tagen im Orga-Büro am Brühl saß, gab es eine neue Zeitrechnung bezogen auf vor und nach dem Posaunentag. Jörg-Michael Schlegel, einer der sächsischen Posaunenwarte, war für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und dirigierte mehrmals im Bläsergottesdienst vor der Masse mit. Landesposaunenpfarrer Dr. Jochen Hahn aus Rüsseina wirkt in der Posaunenmission als theologischer Berater und Seelsorger für Mitarbeiter, Posaunenchöre, Bläserinnen und Bläser und spielte in einer Gruppe von ausländischen Gästen mit.
Dem kirchenmusikalischen Verband gehören in Sachsen 458 Chöre mit über 6.100 Bläser an. Weitaus mehr als die Hälfte von ihnen hat am Posaunentag aktiv teilgenommen.

Bild: Instrumentengruß am Ende des Treffens (Foto: Antje Queck)
Abschluss des Abschlussgottesdienstes mit Instrumentengruß (Fotos: Antje Queck)

Messing blitzte in der Sonne und ein Klangteppich legte sich über die City

30./31. Mai - Das größte Blechbläser-Event aller Zeiten spielt sich derzeit in Leipzig ab. Offiziell begann dort am Freitag (30. Mai) der dreitägige Deutsche Evangelische Posaunentag mit über 16.000 zugereisten Posaunenbläsern aus ganz Deutschland. Alleine aus Sachsen meldeten sich 3.400 Bläser an. Zu den Laienmusikern aus 2.000 Bläserchören evangelischer Gemeinden kommen noch fast 4.000 angemeldete Gäste. Auch internationale Gastchöre aus Argentinien, Südafrika, Papua-Neuguinea, Russland, den baltischen Staaten, Tschechien, Schweiz, Österreich, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Lichtenstein sind mit dabei.

Bild: Blick auf Übertragungswand (Foto: Antje Queck, Leipzig)
Platzkonzert - Überblick über Übertragungswand

Die 20.000 Teilnehmer bespielen aber nicht nur sich selbst, sondern laden Leipziger sowie Musikfreunde des gewaltigen Posaunenklangs aus Nah und Fern ein.
So kam es denn, dass sich nach Polizeiangaben der Leipziger Augustusplatz bei der Eröffnungsveranstaltung mit über 50.000 Menschen füllte, wo nach dem Glockengeläut der Kirchen um 14:00 Uhr erstmals die Leipzig-Fanfare erklang. Der leitende Obmann des Evangelischen Posaunendienstes in Deutschland (EPiD), Bernhard Silaschi aus Bielefeld, eröffnete Bläserfest der Superlative: „Lasst uns das Wort Gottes mit unseren Posaunen anstimmen“. Landesbischof Jochen Bohl begrüßte die Teilnehmer des musikalischen Protestantentreffens seitens der sächsischen Landeskirche. Dann folgten extra für dieses Treffen komponierte und arrangierte Stücke von der Bühne und aus der Masse heraus. Immer wieder ging bei Freudenausbrüchen und Dankesbekundungen ein brausender Klang durch die Menge und hauchte das Stadtzentrum in einen Klangteppich.

Bild: Zwei Herren blasen Posaune (Foto: Antje Queck, Leipzig)
Stimmigkiet - Zu zweit und doch nicht ganz allein

Am Nachmittag verteilten sich Bläser auf verschiedene Bühnenstandorte der Stadt, um dem Motto „OhrenBlickmal!“ für die Leipziger erlebbar werden zu lassen. Gleichzeitig bauten neben Ständen kirchlicher Einrichtungen Instrumentenbauer ihre „Werkstätten“ auf den Nikolaikirchhof auf. Der Leipziger Städtetourismus freute sich über völlig ausgebuchte Stadtführungen in den nächsten Tagen. Allerdings kamen viele Bläser erst im Laufe des Sonnabendvormittags in Leipzig an. Eine von ihnen ist Heidi Braun aus der Nähe von Freudenstadt im Schwarzwald, die in einer Gruppe von zehn Bläsern zum ersten Mal die Messestadt besucht. Braun ist im Missionshaus untergebracht und findet nach ihrem ersten Eindruck alles ganz toll, „weil soviel los ist“.

Bild: Tanz zu bayerischer Blasmusik (Foto: Antje Queck, Leipzig)
Österreicherin tanzt zu bayerischer Bläsermusik auf dem Nikolaikirchhof

Der Bläserdauereinsatz ging mit der abendlichen Serenade um 18:00 Uhr auf dem überfüllten Augustusplatz weiter, wo wieder riesige Stimmung herrschte. Hier gab es einen Streifzug durch 400 Jahre Bläsermusik mit einem großen und mit einem kleinen Posaunenchor (nur 100 Bläser). Es erklang des Posaunentagslied „Halt doch mal ein“ von W. von Ascheraden und M. Schlenker.
Anschließend veranstaltete die Pop-Brass-Band „BRASS to date“ ein öffentliches Open-Air-Konzert, während viele Bläser zu ihren Einsätzen in 25 Leipziger Kirchen und Gemeindehäusern zu besonderen Konzerten aufbrachen. Die Karten für diese Konzerte waren allerdings schon seit Tagen ausverkauft.
Viele Leipziger und Teilnehmer des Posaunentages kamen dann noch einmal zur abendlichen Entspannung zum Nachtkonzert auf den Augustusplatz, wo sich Sachsens beste Nachwuchsjazzer im Jugend-Jazzorchester Sachsen mit ihrem neuesten Programm vorstellten.
Morgen in der Früh werden die Leipziger um 8:30 Uhr an allen Plätzen der Stadt einen Morgengruß mit Posaunen und Trompeten zu hören bekommen, bevor die Bläser in das Zentralstadion zur Abschlussveranstaltung aufbrechen.(31.5.08)

Bild: Blick über die Köpfe zur Bühne auf dem abendlichen Augustusplatz (Foto: Antje Queck, Leipzig)

Schriftgrösse
[A]
[A]
[A]
Link-Tipps