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Landeskirche gedenkt ihres ersten Landesbischofs

D. Ludwig Ihmels (1858-1933) lag die geistliche Stärkung der Gemeinden und die soziale Lebenssituation der Bevölkerung am Herzen

Bild: Ludwig Ihmels
Ludwig Ihmels

DRESDEN - Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens gedenkt am 7. Juni im Eröffnungsgottesdienst der 26. Landessynode in der Dresdner Dreikönigskirche ihres ersten Landesbischofs D. Ludwig Ihmels. Vor 75 Jahren, am 7. Juni 1933, verstarb Landesbischof Ihmels nach kurzer schwerer Krankheit in Leipzig und wurde dort bestattet. Die Trauerpredigt hielt sein Schüler und Nachfolger im Professorenamt, Ernst Sommerlath, in der Universitätskirche St. Pauli.

Nach dem Ersten Weltkrieg und der später vollzogenen Trennung von Staat und Kirche wurde Dr. h.c. Ludwig Ihmels 1922 der erste sächsische Landesbischof. In dieser Zeit galt es, den antikirchlichen Strömungen deutlich mit dem Sendungsauftrag der Kirche entgegen zu treten.
Der Pastorensohn Ludwig Ihmels stammte aus dem ostfriesischen Middels, wo er am 29. Juni 1858 geboren wurde. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Aurich studierte er in Leipzig, Erlangen und Göttingen Theologie und war dann Pfarrer in kleinen Orten Frieslands. Er heiratete in dieser Zeit eine friesische Pastorentochter. Bevor er 1898 zum Universitätsprofessor in Erlangen berufen wurde, war Ihmels vier Jahre Studiendirektor am Predigerseminar Kloster Loccum bei Hannover.

Bild: Landesbischof mit Gruppe von Pfarrern bei einer Superintendenteneinfühung
Festumzug anlässlich der Einführung von Superintendent Andreas Fröhlich in Bautzen 1926; Der Landesbischof ist der Seelsorger aller Geistlichen. Er führt die Superintendenten in ihr Amt ein. Foto: Landeskirchenarchiv Dresden

1902 erhielt er eine ordentliche Professur für Systematische Theologie in Leipzig und  trug dazu bei, dass die Theologische Fakultät Leipzig Studenten aus fast allen lutherischen Ländern anzog. Im 500. Jubiläumsjahr der Universität Leipzig 1909 war er Dekan der dortigen Theologischen Fakultät. Leipzig wurde zum Zentrum eines dem Dialog verpflichteten Luthertums und der Lutherforschung. Die Titel seiner theologischen Hauptschriften zeigt die zugleich wissenschaftliche als auch seelsorgerliche Ausrichtung seiner Theologie: „Wie werden wir der christlichen Wahrheit gewiss?“ (1900), oder, „Das Verhältnis der Dogmatik zur Schriftwissenschaft“ (1908). 1903 wurde er zweiter Universitätsprediger an der Universitätskirche St. Pauli, dessen Predigten vielfach gedruckt wurden.

Bild: Gemäldporträt vom Landesbischof
Ludwig Heinrich Ihmels war Landesbischof von 1922 bis 1933. Das Gemälde hängt im Landeskirchenamt und ist Teil einer Porträtreihe, die auf die Oberhofprediger zurückgeht.

Unter drei Kandidaten wurde der 64-jährige 1922 in das Amt des Landesbischofs der sächsischen Landeskirche gewählt. Fast elf Jahre diente Ihmels der Landeskirche als Prediger, Seelsorger und Visitator im Bischofsamt. So kümmerte er sich besonders um die geistliche Stärkung der Gemeindeglieder und Kirchgemeinden sowie die geistliche Situation der Pfarrerschaft. Landesbischof Ihmels lag zudem die soziale Lebenssituation der Bevölkerung und vor allem der Arbeiterschaft am Herzen. Diese sozialethische Ausrichtung seiner Theologie war wesentlich mit dem Reich-Gottes-Begriff verbunden, dem er eine zentrale Bedeutung für die christliche Ethik beimaß.
Internationale Beachtung fanden seine Eröffnungspredigt und sein Vortrag auf der von Erzbischof Nathan Söderblom 1925 nach Stockholm einberufenen „Weltkonferenz für Praktisches Christentum“. Wie in der sächsischen Landeskirche, war der Landesbischof auch im weltweiten Luthertum und in der weltweiten Ökumene als geistliche Persönlichkeit, als Theologe und Prediger hoch geschätzt.
Als Ihmels wenige Wochen nach der Machtergreifung Hitlers starb, begannen Richtungskämpfe um den künftigen Weg der sächsischen Landeskirche, wo die nationalsozialistische Landesregierung Einfluss auf die Besetzung des Bischofsamtes nahm.

Die sächsische Landeskirche gedenkt ihres ersten Bischofs in Dankbarkeit und Hochachtung. „Gedenket an eure Lehrer, die euch das Wort Gotte gesagt haben“ (Hebräerbrief 13, 7). Am 7. Juni wird im Gottesdienst ein kurzer Abschnitt einer ungedruckten Pfingstpredigt des früheren Landesbischofs aus dem Jahr 1927 über das 2. Kapitel der Apostelgeschichte vorgelesen. Landesbischof Jochen Bohl wird an diesem Tag in der Dreikönigskirche die Predigt halten.

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