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Aktuelles

Christliche Begegnungstage vom 27. bis 29. Juni in Bratislava

Begegnungstage: „Mit Christus verbunden – gemeinsam in Europa“

Bild: Chor auf der Bühne während der Hauptversammlung

In der slowakischen Hauptstadt Bratislava gingen am 29. Juni mit Gottesdiensten in 16 Kirchen der Stadt und ihrer Umgebung die Christlichen Begegnungstage zu Ende.
In den drei Tagen des Treffens kamen tausende evangelische Christen aus Ländern Mitteleuropas zusammen, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern, sich in Foren und zahlreichen Gesprächsrunden kennen zu lernen und Konzerte zu erleben. Die Begegnungstage haben zum siebten Mal stattgefunden, wo in diesem Jahr die Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei mit ihren Gemeinden die gastgebende Kirche war. Darüber hinaus wirkten noch andere Kirchen an den Vorbereitungen mit und stellten ihre Gotteshäuser für Veranstaltungen zur Verfügung.

Bild: Ökumenereferent Friedemann Oehme mit Sachsenfahne

Nach Angaben der Organisatoren kamen schließlich über 4.000 Teilnehmer zu einem abwechslungsreichen Programm zusammen. Darunter waren am Sonnabend auch viele Tagesgäste aus der Slowakei selbst, sowie Gäste aus Tschechien, Polen, Ungarn, Österreich und Deutschland. Einige Kirchen aus diesen Ländern sind Mitorganisatoren. Aus Sachsen hatten sich über 200 Christen auf den Weg gemacht und waren an Diskussionen und in Musikgruppen beteiligt. Darüber hinaus gab es Bibelstunden, ein extra Kinder- und Jugendprogramm, einen Markt der geistlichen Möglichkeiten bis hin zu einem Festival christlicher Filme und eine Nacht der Gebete und der Musik.

Bild: Blick von oben in den Abschlussgottesdienst
Abendmahlsgottesdienst in der Ev. Kirche

Landesbischof Jochen Bohl predigte am Sonntagvormittag in der Großen evangelischen Kirche im Abschlussgottesdienst. Für ihn sei es ein Zeichen der Hoffung, dass trotz der Zugehörigkeit unterschiedlichen Volks, die Christen hier im  Evangelium beisammen sein würden. Bohl erinnerte an den Krieg und die Bemühungen der Deutschen, Versöhnung zu leben. Für ihn gebe es aber auch weiterhin „keinen Schlussstrich“. Das Motto müsse sein und bleiben: Brücken bauen und Versöhnung leben“. Zu den slowakischen und deutschen Gottesdienstbesuchern sagte er, dass Europa das Zeugnis der Christen brauche. Es gebe die Notwendigkeit für die Verantwortung der Starken gegenüber den Schwachen. „Europa sollte die Kirchen nicht vergessen.

Bild: Landesbischof Bohl predigt

Wir sollten die Kirche des Lichts sein“, so Bohl.
Kirchenmusikalisch begleitete zu Beginn der Jugendchor des Evangelischen Jan-Amos-Comenius-Gymnasiums aus Kosice sowie der Bläserchor der Leipziger Nikolaikirchgemeinde den Gottesdienst. In der angrenzenden kleinen evangelischen Kirche feierten die Ungarn mit ihrem Bischof einen lutherischen Gottesdienst.

Die Hauptversammlung brachte viele ins Schwitzen, aber es war schön

Bild: Jochen Bohl auf dem Forum
Fragen im Forum zu Europa und Rolle der Kirchen

Einen Tag zuvor am Sonnabend hatte der Landesbischof an einem der acht Diskussionsforen teilgenommen, das sich mit den interkulturellen Beziehungen in Europa und dem Beitrag der Kirchen zu deren Entwicklung befasste.  Bohl hob hervor, dass die „Dynamik des freien Wirtschaftens“, die kulturellen und gesellschaftlichen Werte und die Einheit Europas gefährden könnten. Trotz der bisher „guten, auskömmlichen und segensreichen Entwicklung“ blieben Fragen der sozialen Gerechtigkeit zu klären. Damit „stünden wir vor unübersehbar großen Aufgaben“, so Bohl. Am Forum im Spiegelsaal des Primatialpalais im Zentrum der Altstadt nahmen auch der EU-Kommissar für Bildung, Kultur und Jugend, Ján Figel, der Außenminister der SR Ján Kubis sowie der Generalbischof der EKAB in der Slowakei und Joel Ruml, Synodalsenior der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder teil.

Bild: Jugend aus dem Kirchenbezirk Aue
Jugend aus Hartenstein und Sosa vor dem Projekt

Danach besuchten der Landesbischof und eine Abordnung der Evangelische Jugend in Sachsen mit dem Landesjugendpfarrer Tobias Bilz das Gelände der Diakonie in Bratislava, weil das sachsenweite Jugenddankopfer ein soziales Projekt an diesem Ort unterstützen wird. Wie die Leiterin des Projekts, Dana Markova, erklärte, soll hier ein Zentrum für 30 Jugendliche entstehen, die häufig aus problematischen Familienverhältnissen kommen. So gebe es nach ihren Angaben auch in der reichsten slowakischen Stadt soziale Probleme. Gleich bei dieser Gelegenheit waren der sächsische Diakoniechef, Christian Schönfeld, sowie sein slowakischer Amtskollege Jan Huba anwesend. Sogar der deutsche Botschafter Dr. Jochen Trebesch kam zu diesem Treffen. Zuvor sangen die deutschen Jugendlichen aus dem Kirchenbezirk Aue noch ein Lied, bevor es zur Gebäudebesichtigung kam.

Bild: Blick auf die Besucher der Hauptversammlung

Bild: Zwei Frauen verfolgen das Programm

Ein Höhepunkt des Geschehens war am Sonnabend die Hauptversammlung auf dem Hauptplatz (Hlavnè nàmestie), wo sich die Teilnehmer spätestens um 17:00 Uhr versammelt hatten. Zuvor gab es schon ein reichhaltiges Vorprogramm. Die Hauptversammlung wurde live im slowakischen Fernsehen übertragen. Der slowakische Generalbischof Milos Klatik eröffnete die Versammlung und grüßte alle Besucher und Gäste der Partnerkirchen dieses Treffens. Anschließend hieß der Bürgermeister die Anwesenden in der Donaustadt willkommen.
In einem abwechslungsreichen Programm traten verschiedene Chöre auf und die Vertreter der Nachbarkirchen sendeten ihre Botschaften an die Besucher. Joel Ruml, Synodalsenior der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder, predigte vor der versammelten Gemeinde.

Bild: Einladungskarten für Dresden

Eine besondere Botschaft hatte der sächsische Landesbischof den Anwesenden und der Öffentlichkeit mitzuteilen. So werden die nächsten Christlichen Begegnungstage 2011 während des Deutschen Evangelischen Kirchentages vom 1. bis 5. Juni in Dresden stattfinden. „Auf Wiedersehen in Dresden 2011“ hieß es am Ende und auf Karten, die unter den Besuchern verteilt wurden.

Bild: Frau liest im Programm der Hauptversammlung

Von Beginn an bis zum Ende war der Posaunenchor der Leipziger St. Nikolaikirchgemeinde in das Programm integriert und reichte ein kleines Stück Stimmung weiter, das vor kurzem während des Posaunentages in Leipzig spürbar wurde. Sichtlich zufrieden gingen die Menschen vom sommerlich warmen Platz auseinander und begaben sich zu den Kirchen, wo ein umfangreiches Abendprogramm auf sie wartete.

Bild: Blick auf die Bühne mit Chor

Begonnen hatten die drei Christlichen Begegnungstage unter dem Motto „Mit Christus verbunden – gemeinsam in Europa“ nach der Anreise der Teilnehmer am Freitag um 18:00 Uhr mit 13 Gottesdiensten in und um Bratislava. Ein Gottesdienst fand auch auf österreichischer Seite in der Evangelischen Kirche in Deutsch Jahrndorf mit der Predigt einer slowakischen Pfarrerin statt. In der Großen evangelischen Kirche der Stadt war der Eröffnungsgottesdienst. Dort wurde in der Predigt die Hoffnung ausgesprochen, dass die „Begegnungstage von sechs Nationen, die bei uns in der Slowakei, in Bratislava, stattfinden, nicht nur eine politisch motivierte Geste sind, sondern dass es ein Streben nach der Suche von wirklicher Einigkeit zwischen Christen ist.“

Bild: Auftaktgottesdienst

Neben der beeindruckend melodischen Liturgieführung durch die drei lutherischen Pfarrer begleitete der Chor aus der slowakischen Kirchengemeinde Nitra den Gottesdienst musikalisch, bevor Kirchen- und Gospelchöre in eine Danksagung an die einheimischen Gemeinden überleiteten. An zwölf anderen Orten begannen ebenfalls um 19:00 Uhr diese meist kirchenmusikalisch und von Jugendgruppen gestalteten Veranstaltungen. Parallel lief bereits das Christliche Jugendtreffen Open-Air am Uni-Campus langsam an. Schwierigkeiten der Quartierfindung gab es dort, weil fast gleichzeitig Hunderte in Ihre Quartiere einchecken wollten.

Bild: Stand der Theresienstadtinitiative
Pfarrer Heiner Bludau (2.v.l.) am Stand im Markt

Am Sonnabend bauten verschiedene Initiativen und Einrichtungen ihre Stände im Innenhof des Primatialpalais im Altstadtzentrum auf, wo ein quirliges Treiben zu beobachten war. Die Diakonie der Slowakei sowie eine aus Tschechien stellten sich vor, ebenso das sächsische Landesjugendpfarramt. Pfarrer Heiner A. Bludau vom Haus der Stille in Grumbach war mit seiner Frau und zwei Begleitern gekommen, um die Theresienstadtinitiative vorzustellen. Die Jugendbegegnung in Theresienstadt e.V., deren Vorsitzender er ist, will ehrenamtliche Arbeit zusammenführen, um im Rahmen antirassistischer Bildung und des Christlich-jüdischen Dialogs insbesondere Jugendbegegnungen im tschechischen Theresienstadt zu fördern.

Bild: Behindertenhilfe der Ev. Jugend
Parcours in Bratislavas City und hilfsbereit

Der Behindertendienst der Jungen Gemeinden Sachsens war mit einem Kleinbus ebenfalls nach Bratislava gekommen und baute in einer Innenstadtzone einen Parcours auf. Hier konnten Vorbeikommende das Rollstuhlfahren üben und selber spüren, dass für Menschen mit Behinderung das sichere Fahren nicht leicht ist und gelernt sein will. Zudem wurden Einschränkungen in den Bewegungsmöglichkeiten deutlich. Der Gruppenleiter Peter Popp erzählte, dass die Junge Gemeinde aus Dresden-Cossebaude vorbeigeschaut hätte, die mit einem Boot auf der Donau vor Anker lagen. Der Behindertendienst versucht Perspektiven für junge Menschen mit Behinderung zu entwickeln, sich für ein Miteinander von Jugendlichen mit und ohne Behinderung zu engagieren sowie inklusive Veranstaltungen anbieten und durchführen.

Bild: Bewegte Andacht in der Turnhalle beim ruhigen Kennenlernen

Am Sonnabendvormittag fanden nach den morgendlichen Andachten zehn Bibelstunden statt, die in ihren Inhalten sehr vielfältig waren. Die Orte reichten von Schul- und Fakultätsgebäuden über Gemeindesäle bis hin zur Kapelle des Evangelischen Hauses der Fürsorge. In der Turnhalle der Deutsch-Slowakischen Begegnungsschule boten Pfarrer Friedemann Oehme und seine Frau aus Dresden wieder eine ‚Bewegte Bibelarbeit‘ an.

Bild: Bibelarbeit im Hörsaal des Pfarramtes
Eine Bibelstunde mit Pfarrer Thomas Böttrich (v.r.)

Der Epheserbrief war Grundlage für die Bibelarbeit von Pfarrer Thomas Böttrich aus der Dresdner Philippuskirchgemeinde im Hörsaal des Evangelischen Pfarramtes: Jesus Christus mache uns fähig, Grenzen zu überwinden. Das beginne bereits in den Kirchgemeinden, wo es Barrieren gibt zwischen Traditionalisten und Charismatikern, Armen und gut Situierten, Zugezogenen und Einheimischen. Das setze sich fort bis hin zum gemeinsamen Haus Europa. Die verschiedenen europäischen Völker haben ihre jeweils ganz eigenen Traditionen, Hoffnungen, aber auch Vorurteile und Ängste, so Böttrich. Da könnten wir Christen zu Ausgleich und Verständnis beitragen. Schließlich gab es vor der Europäischen Union bereits eine längere europäische Christengemeinschaft. Noch heute seien wir in Jesus Christus miteinander verbunden und können so Europa entscheidend mit prägen..(29.6.08)

Bild: Bratislava vom Burgberg

Christliche Begegnungstage in Bratislava vom 27.-29. Juni

Impressionen aus Bratislava

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