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Ausstellungen im Dom zu Meißen

DOM ZU MEISSEN

Hochstift Meißen, Domplatz 7, 01662 Meißen
Telefon: 03521 452490, Telefax: 03521 453833

Öffnungszeiten: April-Oktober 9-18 Uhr · November-März 10-16 Uhr

RELIQUIE MENSCH

Plakatmotiv

16. Mai 2009 – 16. Mai 2010

Michael Morgner, Malerei

Ausstellungseröffnung: Sonntag, 17. Mai, 13 Uhr
im Anschluss an den Gottesdienst, der 12 Uhr beginnt

Einführung: Matthias Flügge, Kunsthistoriker, Berlin
Musikalische Umrahmung: Carmen Wutzler, Orgel, Weinböhla

In Michael Morgners Arbeiten verschmelzen die Techniken und Gattungen miteinander: seine Grafik erreicht Dichte und Mehrschichtigkeit durch die Nähe zu plastischen Verfahren wie zum Beispiel dem Relief, die vielen Schichten seiner Malerei rufen haptische Wirkungen hervor, seine Bildhauerei kann an die linienhafte Struktur von Zeichnungen erinnern. Michael Morgners Kunstanschauung ist konsequent am Menschen und seinen existentiellen Konflikten ausgerichtet. Er begreift menschliches Dasein von der Wurzel des Todes her, deshalb konzentriert er sich in seinen Arbeiten immer wieder auf die Passionsgeschichte, auf den gekreuzigten Christus. (aus dem Katalog „Existenz“, Dr. Beatrice Lavarini)

1942 in Chemnitz geboren. 1961-1966 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig, Diplom. Seit 1966 freischaffend. 1969 Ablehnung des konventionellen, am sogenannten „Sozialistischen Realismus“ orientierten Lehrstoffes. 1977 Mitbegründer der Künstlergruppe „CLARA MOSCH“. Die Produzentengalerie wird zu einem überregionalen Forum für Aktionen oppositioneller Künstler. Schwere persönliche Erkrankungen und Sterbefälle in der Familie führen zur Auseinandersetzung mit dem Thema Tod. 1988 nimmt Morgner nicht an der X. Kunstausstellung teil, sowie Austritt aus dem VBK.
Nach der Wende1989 große Ausstellungen im In- und Ausland (u.a. Martin-Gropius-Bau, Berlin; Oslo). Gründungsmitglied der Sächsischen Akademie der Künste Dresden und der Freien Akademie Leipzig. Immer konsequenterer Umgang mit der Bildfläche. Ab 1996 Arbeit an erster Großskulptur aus Stahl.
2004 Fertigstellung des Radierzyklus „Narben“, der u. a. neben neuen großformatigen Arbeiten im Dom zu Meißen gezeigt wird. 2008 gestaltete Morgner die Fenster der katholischen St.Josephskirche in Dresden-Pieschen (Ausstattung Friedrich Press).
In seinen Arbeiten wird für Michael Morgner immer wieder die Leidensgeschichte Christi zur existentiellen Metapher.

 

 

 

 

 

›AUFERSTEHUNG‹

Blick in die Fürstenkapelle

3. September – 31. Oktober 2009

Batuz und Michael Morgner

Kunstgespräch: Sonntag, 13. September 2009, 13 Uhr
im Anschluss an den Gottesdienst, der 12 Uhr beginnt

Impulsvortrag: Pfarrer Christhard-Georg Neubert, Berlin, Direktor der Stiftung St. Matthäus, Kulturstiftung der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz,
Anschließendes Gespräch mit beiden Künstlern
An der Orgel: Jörg Bräuning, Domorganist Meißen

Die >Kreuzigung< gibt es in vielfältigen Darstellungen, befindet sich doch in jeder Kirche (mindestens) ein Kruzifixus oder ein solches Altarbild. So steht sie neben dem Kreuzestod, der eine zentrale Aussage in der Theologie des Christentums darstellt als Notwendigkeit für die Heilsgeschichte, aber auch für das Leid und die Not der Menschheit und Kreatur insgesamt.
Dagegen wird das Thema >Auferstehung< in der bildenden Kunst eher selten dargestellt. Die >Auferstehung< ist das zentrale Glaubenszeugnis der Christen und eigentlich nicht darstellbar. Trotzdem versuchen Künstlerinnen und Künstler zu allen Zeiten diese zentrale Aussage in Bildern auszudrücken.

In der derzeitigen Ausstellung RELIQUIE MENSCH zeigt Michael Morgner (s)eine >Auferstehungs-Darstellung< in dem 4. großformatigen Bild der Folge >Golgatha<. Bei einem Besuch mit seinem Künstlerfreund Batuz im Dom zu Meißen sind sie von der enormen emotionalen Kraft der Fürstenkapelle inspiriert worden, dort ein Bild der
>Auferstehung< dazuzustellen. Beide sind nun dabei, zusammen ein Bildwerk zu schaffen, dem der ehemalige Eingang, der dem Westportal gegenüber liegt, als Rahmen dient und dort temporär zur Aufstellung gelangt und somit einen starken Kontrast bildet, quasi in einen Dialog tritt zu den liegenden Grabplatten, die den Tod bildhaft verkörpern.

Batuz, 1933 in Ungarn geboren, ist Weltbürger. Die Darstellung und Überwindung von Grenzen ist das zentrale Thema in seinem künstlerischen Werk. Durch das eigene Erleben von Krieg, Flucht und mehrfacher Migration - immer auch die Überwindung von physischen Grenzen - erhielt dieses Leitmotiv seine besondere Authentizität und so hat sich im Laufe der Jahre in vielen kleinen, folgerichtigen und zielorientierten Schritten eine Lebensaufgabe entwickelt, der sich der „praktische Philosoph“ Batuz mit all seiner Kraft stellt: die Überwindung von Grenzen in allen ihren möglichen Formen.
Seine Werke befinden sich in allen wichtigen Museen der Welt u. a. National Gallery of Art, Washinton/USA; Guggenheim Museum, New-York/USA; Hara Museum, Tokyo/Japan, Nationalgalerie, Berlin; Wallraf-Richartz-Museum und Museum Ludwig, Köln.

Bidl zur Ausstellung

BEGEGNUNGEN

6. August – 22. November 2006

Malerei – Wolfram Hänsch, Meißen
Skulptur – Frank Maasdorf, Dresden

BEGEGNUNGEN - so der Titel der Ausstellung – zwischen den Kunstgenres Malerei und Bildhauerei, zwischen den Kunstwerken zweier befreundeter Künstler sowie zwischen zeitgenössischer, zum Teil vordergründig nicht religiöser Kunst neben Epitaphien und kirchlichen Ausstattungsgegenständen im sakralen gotischen Dom.
Die Ausstellung bestehend aus Malereien und Radierungen von Wolfram Hänsch und Skulpturen aus Sandstein und Bronze von Frank Maasdorf will aber vor allem auch BEGEGNUNG der verschiedenen Kunstwerke mit jedem einzelnen Besucher und jeder Betrachterin sein und im Gesamteindruck des lichtdurchfluteten ehrwürdigen Gotteshauses wirken.

WOLFRAM HÄNSCHS Entdeckungen des Nahen und Greifbaren in dem Motiv der Innentreppen mit Innenräumen und Geländern hat eine unerhört tiefgehende Wirkung. Es wird dadurch das Einfache, uns allen Bekannte und Vertraute förmlich zur Ikone des Alltäglichen gemacht – so charakterisiert Helmut Heinze seine Malereien. Was er ins Bild setzt, - so Wulf Kirsten - strahlt Ruhe aus. Die wenigen, mit Sorgfalt gewählten Details sind einfach Gegenstände, die ganz für sich selbst stehen und sprechen, eben die sinnlich konkrete Sprache der uns umgebenden Dinge.
Neben den Malereien beidseitig im Langhaus des Domes wird auch im Nordwest-Turm ein Blatt Radierungen mit den 14 Kreuzwegstationen von Wolfram Hänsch gezeigt.

Im Dialog zu den Malereien sind im strengen Rhythmus dazu die Skulpturen von FRANK MAASDORF geordnet. Sie fügen sich wie selbstverständlich in das architektonische Gefüge zwischen Fenster- und Pfeilergliederung und Epitaphien ein. Strenge Bildhauerei von Frank Maasdorf, die ohne Schnörkel eine prägnante Aussage macht.
In der Malerei der zwar von Menschen geprägte, jedoch menschenleere Raum. In der Skulptur meist die menschliche Figur und deren körperliche Sinnlichkeit. Auf diese stille Weise entsteht ein tiefes, vielfältiges Netzwerk der Beziehungen dieser beider Künstler.

FRANK MAASDORFS Werke sind ganz der klassischen Bildhauerei seit Michelangelo verbunden, von außen nach innen gearbeitet, aus dem Blockvolumen heraus ge-dacht und entwickelt. Manchmal fast unfertig wirkend – das „Non finito“, das Nichtvollendete, Fragmentarische meint man zu spüren. Frank Maasdorf wählt sehr oft den Torso als sein Ausdrucksmittel. 
In ihm bringt er alles unter: tiefste Menschlichkeit und Verinnerlichung, Gedankentiefe, die Gestalt des Menschen - nicht als Abbild, sondern das Elementare des menschlichen Lebens zu veranschaulichen, den bloßen Menschen in seiner Seinsform, ganz auf sich gestellt, ganz in sich, archaisch verharrend zu zeigen und seine künstlerischen Ideen – das Bestreben, die plastische Form zu verknappen, zu abstrahieren.
So wird der Torso im 20. und beginnenden 21. Jh. zum Sinnbild des Menschen und stellt einen Zustand dar, in dem das Geistige auf den Körper übertragen und durch ihn ausgedrückt wird.

Ausstellungsimpressionen

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