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Landeskirche

Historischer Überblick

Stationen der Kirchenverfassung der sächsischen Landeskirche

Die heutige Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens, deren Wurzeln im Beginn der Christianisierung des sächsischen Raumes liegen, erhielt ihre Eigenständigkeit durch die Reformation.
Die Landeskirche versteht sich als eine evangelisch-lutherische Kirche, die auf der Entwicklung des Christentums von Anfang an aufbauend, in besonderer Weise ihr Tun am Wort Gottes prüft und daran orientiert, was dem Evangelium von Jesus Christus entspricht. Bei allen geschichtlichen Wandlungen ist diese innere geistliche Prägung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens gleich geblieben. Sie kommt in den Gottesdiensten, in anderen Zusammenkünften der Gemeinde und in den vielfältigen kirchlichen Arbeitsfeldern zum Ausdruck. Diese Prägung bestimmt auch ihr Wirken in der Gesellschaft und für die Gesellschaft im Blick auf die jeweiligen aktuellen Herausforderungen.
Mit dieser „inneren Verfasstheit“ der Landeskirche ist die Entwicklung der „äußeren“ Verfassung der Landeskirche verbunden, besonders im Blick auf die rechtliche Verfasstheit und die Formen und Erfordernisse der kirchlichen Verwaltung.

 

Zeitraum Ereignis

nach 1517

Von Wittenberg breitet sich die Reformation wie ein Lauffeuer in Deutschland aus

1526 – 1530 Kirchen- und Schulvisitatitonen werden zur Grundlage der sächsischen Landeskirche im ernestinischen Sachsen. Superintendenten werden eingesetzt
ab ca. 1530 Allmähliche Ausbildung des Landesherrlichen Kirchenregiments. Das heißt, der Kurfürst schützt die Reformen der Kirchen in den Städten und Dörfern und übernimmt mit seinen Räten kirchenregimentliche Aufgaben. Für die geistlichen Aufgaben sind die Konsistorien zuständig. Das kursächsische „Modell“ wird in der Folgezeit richtungsweisend für das lutherische Kirchentum in Deutschland
1539 Einführung der Reformation im albertinischen Sachsen, Visitation der Kirchen und Schulen in den Städten und Dörfern, Einsetzung von Superintendenten.
1547

Übergang der Kurwürde an das albertinische Sachsen

1555

Der Augsburger Religionsfrieden bestätigt das Landesherrliche Kirchenregiment. Die Landesherren bestimmen den Bekenntnisstand für sich und ihre Untertanen, dadurch sind die Untertanen evangelischer Fürsten mit ihrem evangelischen Glaubensbekenntnis geschützt

1580 Kirchen- und Schulordnung für Kursachsen: „Des durchlauchtigsten, hochgebornen Fürsten … Herrn Augusten, Herzog zu Sachsen, …Ordnung, wie es in seiner churfürstlichen Gnaden Landen bei den Kirchen mit der Lehr und Ceremonien, desgleichen in derselben beiden Universiteten, Consistorien, Fürsten- und Partikularschulen, Visitation, Synodis und was solchem allem mehr anhanget, gehalten werden soll.“ Die Bestimmungen dieser Ordnung bleiben z.T. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts maßgeblich.
1613 Einrichtung des Amts des Oberhofpredigers, das für die sächsische Landeskirche selbst, aber auch für die lutherischen Kirchen von großer Bedeutung ist.
1635 Die Ober- und Niederlausitz kommen im Prager Frieden dauerhaft zu Kursachsen. Ihre gesonderte Kirchenverfassung bleibt bis 1926 bestehen.
1697 Übertritt des wettinischen Herrscherhauses zur römisch-katholischen Kirche. Die kirchenaufsichtlichen Funktionen des Kurfürsten gehen vollständig auf die „in Evangelicis“ beauftragten Geheimen Räte über.

1835

Aufhebung des Oberkonsistoriums in Dresden und des Konsistoriums Leipzig; Einrichtung des Landeskonsistoriums in Dresden als einheitliche geistliche, dem Kultusministerium nachgeordnete Leitungsbehörde. Ein Teil der konsistorialen Befugnisse geht auf die neuen Kreis- und Schuldeputationen über. Das Landesherrliche Kirchenregiment in Sachsen wird ab 1840 den „in Evangelicis beauftragten Staatsministern“ übertragen.
1868 Die Kirchen- und Synodalordnung für die ev.-luth. Kirche des Königreichs Sachsen und die Bildung von Kirchenvorständen ermöglichen eine breite Beteiligung von Kirchengliedern an Leitungsaufgaben.
1871 Konstituierung der 1. Landessynode für das Königreich Sachsen.
1873 Das Kirchengesetz über die Einrichtung eines ev.-luth. Landeskonsistoriums wird von den Staatsministern in Evangelicis beschlossen und von der Landessynode gebilligt. Dieses Landeskonsistorium, das 1874 seine Tätigkeit aufnimmt, ist eine neue oberste Kirchenbehörde mit deutlich erweiterten Befugnissen. Die Kirchenhoheit verbleibt bei den Staatsministern in Evangelicis. Einschneidende Veränderungen in der Schulverwaltung und der Zivilstandsgesetzgebung leiten eine umfassende Entflechtung von Kirche und Staat ein.
1918 Thronverzicht König Friedrich Augusts III. und Ende des Königreichs. Mit dem Fortfall des Königs als Inhaber der landesherrlichen Kirchengewalt entfällt der Auftrag an die Staatsminister in Evangelicis.
1919 Die Landessynode überträgt die Wahrnehmung des Kirchenregiments dem Landeskonsistorium und dem ständigen Synodalausschuss bis zum Inkrafttreten einer neuen Kirchenverfassung.
1922 Die Landessynode beschließt eine neue Kirchenverfassung. Das Amt des Oberhofpredigers entfällt mit der Emeritierung D. Franz Dibelius‘ als letzten Amtsinhabers. Prof. Dr. Ludwig Ihmels‘ wird zum Landesbischof gewählt und eingeführt, obwohl die Verfassung wegen schwerwiegender Auseinandersetzungen mit dem Freistaat Sachsen erst 1926 in Kraft treten kann. Er wird Leitender Geistlicher der Landeskirche, der seine kirchenleitenden Aufgaben gemeinsam mit dem Landeskonsistorium, der Landessynode und dem Landeskirchenausschuss wahrnimmt. Es wird der Landeskirchenausschuss gebildet, dem der Landesbischof, der Präsident des Landeskonsistoriums, der Präsident der Landessynode und je eine geistliches und weltliches von der Synode zu wählendes Mitglied angehören. Letztere sollen wegen ihrer Verdienste um die Kirche besonderes Vertrauen genießen und dürfen nicht bei einer kirchlichen Behörde beschäftigt oder Mitglied der Synode sein.
1926 Das Gesetz des Freistaats Sachsen über die Aufhebung von Behörden der Ev.-luth. Landeskirche und das Kirchengesetz über die Einführung der Verfassung der evangelisch-lutherischen Landeskirche des Freistaats Sachsen treten in Kraft. Mit dieser Kirchenverfassung wird auch die Oberlausitz in die Verwaltungs- und Verfassungsstruktur der sächsischen Landeskirche einbezogen.

1950

Die 16. Landessynode verabschiedet die Verfassung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.
Aus dem früheren Landeskirchenausschuss und dem ständigen Synodalausschuss entsteht als neues Organ die Kirchenleitung. Erfahrungen des Kirchenkampfes in der Zeit des Nationalsozialismus fließen in den Verfassungstext mit ein. mehr...


 

 

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