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Landeskirche

Ausstellung zu den Landesbischöfen der sächsischen Landeskirche

Die Ausstellung zu den Landesbischöfen der sächsischen Landeskirche war anlässlich der Einführung von Landesbischof Jochen Bohl im Juni 2004 in der Kreuzkirche Dresden und anschließend im Landeskirchenamt zu sehen.

Informationen zur Ausstellung (26. Juni 2004):
Die Ausstellung stellt die Landesbischöfe der sächsischen Landeskirche vor, beginnend mit Landesbischof Professor D. Ludwig Ihmels und dem deutschchristlichen Bischof Friedrich Coch. In der Art eines Bilderbogens illustrieren zum großen Teil unveröffentlichte Fotos aus dem Wirken der Landesbischöfe D. Hugo Hahn, D. Gottfried Noth, D. Dr. Johannes Hempel und Volker  Kreß  Schwerpunkte der Aufgaben des Landesbischofs. Die Ausstellung wird vom Kunstdienst und dem Landeskirchenarchiv der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens anlässlich der Verabschiedung von Landesbischof Volker Kreß und der Amtseinführung von Landesbischof Jochen Bohl am 26. Juni 2004 in der  Kreuzkirche (Schützkapelle) präsentiert. Schriftliche  Quellen und biografische Angaben werfen Schlaglichter auf die zeitgeschichtlichen Rahmenbedingungen der Jahre 1922 bis 2003.  Die Exponate stammen überwiegend aus dem Landeskirchenarchiv (Landeskirchenamt) und dem Fotoarchiv des SONNTAG.
Die Ausstellung wird nach der Schließung der Kreuzkirche vom 28. Juni bis  September 2004 im Foyer des Evangelisch-Lutherischen. Landeskirchenamt Sachsens, Lukasstraße 6, 01069 Dresden zu sehen sein, 
Öffnungszeiten: Mo - Frei  8.00 - 16.00 Uhr.

Landesbischöfe

1. Ludwig Ihmels

Bild: Landesbischof Dr. Ihmels nach der Generalvisitation 27. Juni 1926
Ludwig Ihmels

29. Juni 1858   Geburt in Middels/Ostfriesland
1878-1882 Studium der ev. Theologie in Leipzig, Erlangen und Göttingen
1881/1882  Hilfsprediger in Westrhauderfehn
1882/1883  Studium in Erlangen, Zweites Theologisches Examen
1883/1884  Ordination, Pfarrer auf Baltrum
1884-1885  Pfarrer in Nesse
1885-1894  Pfarrer in Detern
1894-1898  Studiendirektor des Predigerseminars Loccum
1898-1902  Ordentlicher Professor für Systematische Theologie in Erlangen
1901 Promotion zum Dr. theol. an der Universität Rostock
1901 Ihmels lehnt die Berufung zum Generalsuperintendenten von  Aurich ab
1902-1922 Ordentlicher Professor für Systematische Theologie in Leipzig
1907-1933 Vorsitzender der Allgemeinen Evangelisch-Lutherischen  Konferenz - Lutherisches Einigungswerk 
1909 Ihmels lehnt die Berufung zum Oberhofprediger der Ev.-Luth.  Landeskirche im Königreiche Sachsen ab
ab 1922-1933 Landesbischof der Ev.-Luth. Landeskirche im Freistaat Sachsen,  zugleich Vizepräsident des Landeskonsistoriums
1923 Die sächsische Landesregierung versetzt Konsistorialpräsident Dr. Franz Böhme und Landesbischof Dr. Ihmels als Vizepräsident unter einem Vorwand in den Ruhestand
1924 Aufhebung der Ruhestandsversetzung durch das Reichsgericht
7. Juni 1933 Tod in Leipzig

2. Friedrich Coch

Bild: Friedrich Coch
Friedrich Coch Landeskirchenarchiv Dresden, Best. 20, Nr. 725

Friedrich Coch war kein gemäß der Kirchenverfassung der sächsischen Landeskirche gewählter Landesbischof. Die nationalsozialistische sächsische Landesregierung nutzte die mit dem Tod Landesbischofs Ihmels‘ eingetretene Vakanz. Gemäß dem nationalsozialistischen Führerprinzip übertrug sie am 30. Juni 1933 Pfarrer Coch, der u.a. Gaufachberater für kirchliche Angelegenheiten bei der Gauleitung Sachsen der NSDAP war, die Rechte und Befugnisse des Landesbischofs, des Landeskonsistoriums, des Landeskirchenausschusses und des Ständigen Synodalausschusses. Er übernahm sein Amt am 1. Juli und beurlaubte alle ihm nicht genehmen Amtsträger, z. B. den Geheimen Konsistorialrat Erich Kotte.
Coch hatte sich bis dahin für die Übernahme weitreichender Leitungsfunktionen nicht qualifiziert. Er wurde am 11. Dezember 1887 in Eisenach geboren und studierte in Rostock und Leipzig evangelische Theologie. Von 1912 bis 1914 war er Hauslehrer in Utzedel (Vorpommern), dann bis 1916 Anstaltsgeistlicher am Gefängnis Hoheneck. Von 1916 bis 1918 war er Feldgeistlicher und Militärgouvernementspfarrrer, anschließend Pfarrer am Schwesternhaus Arnsdorf. Ab 1921 war er Pfarrer an St. Nikolai in Freiberg. 1927 wechselte er auf die 3. Pfarrstelle beim Landesverein für Innere Mission in Dresden. Seit Mai 1933 war er Leiter der “Arbeitsgemeinschaft nationalsozialistischer Pfarrer”.
Mitte Juli 1933 wurden die legitimen kirchenleitenden Organe wieder eingesetzt. Coch wurden jedoch die ihm übertragenen Vollmachten zum größten Teil belassen, allerdings musste er im Einvernehmen mit Präsident D. Seetzen als Leiter des Landeskonsistoriums handeln. Aus den vielerorts manipulierten Kirchenwahlen am 23. Juli 1933 gingen die Deutschen Christen, die sich den Zielen der NSDAP verpflichtet wussten, als Sieger hervor. Die neu gewählte Synode bezeichnete sich wegen ihrer Zusammensetzung selbst als „Braune Synode“. Sie wählte im August 1933  Coch zum Landesbischof. Er übernahm die Führung der für Sachsen gegründeten Organisation der „Glaubensbewegung Deutsche Christen”. Coch wies sich am 10. Dezember 1933 selbst in der Frauenkirche in Dresden als Landesbischof ein.
Sein eigentliches Regiment währte bis zur Einsetzung des Landeskirchenausschusses 1935, dem auch Mitglieder der Bekennenden Kirche angehörten. Diese Phase eines um Befriedung der kirchenpolitischen Auseinandersetzungen bemühten Kirchenregiments wurde 1937 beendet, als der Landeskirchenausschuss mit Waffengewalt aus dem Landeskirchenamt vertrieben wurde. Maßgeblich für den weiteren Kurs war dann als Leiter des Landeskirchenamts Johannes Klotsche. Friedrich Coch floh nach dem Bombardement Dresdens im Februar 1945 nach Bad Elster. Dort geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Im Gefangenenlager in Kulmbach besuchte ihn der Bayreuther Dekan Heinrich Riedel. Ihm übergab Coch das Amtskreuz der sächsischen Landesbischöfe. Coch verstarb am 9. September 1945 in Hersbruck. Der bayerische Landesbischof Hans Meiser übergab 1946 Landessuperintendent Lic. Franz Lau in Dresden das Amtskreuz zur Verwahrung.

Franz Lau

18. Febr. 1907 Geburt in Leipzig
1925   Abitur in Leipzig
1925 - 1930   Studium der Philosophie und der Geschichte, ab 1926/27  der ev. Theologie in Wien und Leipzig
1930 - 1931   Erstes Theologisches Examen in Leipzig, Predigerkolleg  St. Pauli in Leipzig
1931 – 1932   Assistent an der Ev.-Theol. Fakultät Leipzig, Licentiat  der Theologie in Leipzig, Zweites Theologisches  Examen in Dresden
1932 – 1936    Pastor der Lutherkirchgemeinde in Regis – Breitingen
1933 – 1940    Mitgliedschaft in Pfarrernotbund und Bekennender Kirche
1936 – 1938    Studiendirektor des Predigerseminars Lückendorf
1939 – 1946    Pfarrer der Martin – Luther – Kirchgemeinde in Dresden
1945 – 1947    Leitender Geistlicher der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens während der Bischofsvakanz, ab November 1945 als Landessuperintendent
1945-1946    kommissarischer Superintendent der Kirchenbezirke  Dresden – Stadt und Dresden - Land
1946 – 1947    Superintendent des Kirchenbezirks Dresden – Stadt,  Pfarrer an der zerstörten Kreuzkirche, kommissarischer Superintendent für Dresden – Land
1947 -  1970    Professor für Kirchengeschichte an der Universität Leipzig
1949 – 1972    Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für sächsische Kirchengeschichte
1951 – 1971    Vorsitzender der Vereinigten Arbeitsgemeinschaft für  Kirchengeschichte der Ev. Kirche in der DDR
1952      Ehrendoktor der Ev.-Theol. Fakultät Rostock
1952 – 1971    Präsident des Gustav –Adolf – Werkes
1957 – 1972    Dechant des Hochstifts Meißen
1965 - 1973    Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften
6. Juni 1973    Tod in Leipzig

3. Hugo Hahn

Bild: Hugo Hahn
Hugo Hahn

12. Sept. 1886 Geburt in Reval (heute Tallinn)
1904 Abitur in St. Petersburg
1904-1909 Hauslehrer, Studium der ev. Theologie in Leipzig, Dorpat (Tartu) und Berlin, Examen in Dorpat und Reval
1910 Ordination in Reval
1910-1919 Pfarrer in Risti und Nissi, Estland
1919 Übersiedlung nach Deutschland nach der Erschießung  seines Bruders und weiterer baltischer Pfarrer,  Hilfsdienst in Sarstedt,
1919-1927 Pfarrer in Worbis /Eichsfeld
1927-1930 Pfarrer an der Thomaskirche in Leipzig
1930-1934 Pfarrer an der Frauenkirche in Dresden und  Superintendent der Ephorie Dresden Land
1933/34 Gründung und Leitung des sächsischen Pfarrernotbunds  und der Bekenntnisgemeinschaft der ev.-luth.  Landeskirche Sachsens
1934 Kurzfristige Verhaftung. Amtsenthebung durch die DC -  Kirchenleitung
1935 Wiedereinsetzung durch den Landeskirchenausschuss
1937 Dienststrafverfahren, 1942 mit seiner Entlassung aus dem  Amt abgeschlossen
1938 Ausweisung aus Sachsen durch die Gestapo auf Weisung  des Reichskirchenministers Kerrl
1939 – 1947 Dienst in der Ev.-Luth. Kirche in Württemberg
1945 – 1947 Designation Hahns zum Landesbischof der Ev.-Luth.  Landeskirche Sachsens. Intensive Bemühungen um die  Genehmigung seiner Rückkehr
1945 – 1954 Mitglied des Rates der Ev. Kirche in Deutschland
1947 - 1953 Landesbischof der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens
1947 Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der  Universität Leipzig
1953 Emeritierung
5. Nov.1957 Tod in Dresden

4. Gottfried Noth

Bild: Gottfried Noth
Gottfried Noth

26. Jan.1905 Geburt in Dresden
1924 Abitur in Dresden, anschließend Studium der ev.  Theologie in Leipzig und Erlangen
1928 Erstes Theologisches Examen in Leipzig
1930 Licentiat der Theologie in Erlangen, 2. Theologische Prüfung in Dresden, Hilfsgeistlicher Diakonissenanstalt Dresden, Ordination
1932-1936 Pfarrer in Zethau, Kirchenbezirk Freiberg
1933 Beitritt zum Pfarrernotbund und zur Bekennenden Kirche
1936/37 Referent („Theologischer Hilfsarbeiter“) im  Landeskirchenamt
1937-1942 Pfarrer in Zethau
1942-1944 Pfarrer der Trinitatiskirchgemeinde Dresden, Mitglied  des Landesbruderrats der BK
1944/45 Kriegsdienst als Sanitätssoldat 
1945 Kriegsgefangenschaft, Lazarettpfarrer, ab September  zugleich Religionslehrer in Rheydt/ Niederrhein
1946 – 1953 Pfarrer der Trinitatiskirchgemeinde Dresden, zugleich  Oberlandeskirchenrat im Landeskirchenamt (bis 1950  kommissarisch)
1953 – 1971 Landesbischof der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens
1955  Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der  Universität Erlangen
1954 - 1971 Mitglied des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates  der Kirchen und weiterer wichtiger ökumenischer  Gremien
1957 Ehrendoktorwürde der Capital University Columbus/Ohio
9. Mai 1971 Tod in Dresden

5. Johannes Hempel

Bild: Johannes Hempel
Johannes Hempel

23. März 1929   Geburt in Zittau
1947    Abitur in Zittau
1947-1949   Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte in Tübingen
1949 – 1952   Studium der evangelischen Theologie in Heidelberg und Westberlin
1952    Rückkehr in die DDR
1952    Erstes Theologisches Examen in Leipzig
1955    Hilfsgeistlicher in Gersdorf (Kirchenbezirk Glauchau)
1956    Zweites Theologisches Examen in Dresden und Ordination
1956-1958   Pfarrer in Gersdorf (Kirchenbezirk Glauchau)
1958-1966   Pfarrer in Leipzig an der Thomas-Matthäi-Kirchgemeinde
1958-1963   abgeordnet als Studieninspektor am Leipziger Predigerkolleg St. Pauli
1963 Promotion zum Dr. theol.
1963-1966   abgeordnet als Studentenpfarrer an der Universität Leipzig
1966-1967   Pfarrer der Studentengemeinde Leipzig
1967-1971   hauptamtlicher Studiendirektor am Leipziger Predigerkolleg St. Pauli
1972-1994   Landesbischof der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens 
1973-1977    Stellvertretender Vorsitzender der Konferenz der Kirchenleitungen in der DDR
seit 1975   Mitarbeit in leitenden Gremien des Ökumenischen Rates der Kirchen
1975    Mitglied des Zentral- und Exekutivausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen
1983-1991   Einer der sieben Präsidenten des Ökumenischen Rates der Kirchen
1981-1986   Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in der DDR
1982-1986   Vorsitzender der Konferenz der Kirchenleitungen in der DDR
1991 – 1997   Stellvertretender Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland
1983  theologische Ehrenpromotion der Karl-Marx-Universität Leipzig
1984  und 1987 theologische Ehrenpromotionen der University of Kent at Canterbury (Großbritannien) sowie des Muhlhouse College/Allentown (USA)
01. April 1994   Emeritierung

6. Volker Kreß

Bild: Volker Kreß
Volker Kreß

25. Juli 1939   Geburt in Dresden
1957    Abitur in Dresden
1957-1960   Lehre zum Industriekaufmann im elterlichen Handwerksbetrieb
1960-1962   kaufmännischer Angestellter in einem metallverarbeitenden
Betrieb in Beierfeld / Erzgebirge
1962-1967    Studium der evangelischen Theologie in Leipzig
1967    Erstes Theologisches Examen in Leipzig
1967-1968   Predigerseminar St. Pauli in Leipzig
1969    Zweites Theologisches Examen in Dresden und Ordination
1969-1973   Pfarrer in Stollberg / Erzgebirge
1973-1979   Landesjugendpfarrer der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens
1979-1989   Superintendent des Kirchenbezirks Bautzen
1989-1994   Oberkirchenrat, später Oberlandeskirchenrat im Landeskirchenamt
seit 1994   Landesbischof der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens
1990-1991 Mitglied der Synode des Bundes der Evangelischen Kirchen in der
DDR
1991-1994 Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland
1992-1997 Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung „Evangelische
Fachhochschule für Soziale Arbeit“, Dresden
1994-1997 Vorsitzender der Jugendkammer der EKD
Seit 1995   Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Frauenkirche Dresden
1997-2003   Stellvertretender Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in
Deutschland
2000-2003 Mitglied Kontaktgesprächskreis zwischen dem Rat der EKD und der
katholischen Deutschen Bischofskonferenz



Seit 26. Juni 2004 ist Jochen Bohl Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

Historischer Überblick

Stationen der Kirchenverfassung der sächsischen Landeskirche

Die heutige Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens, deren Wurzeln im Beginn der Christianisierung des sächsischen Raumes liegen, erhielt ihre Eigenständigkeit durch die Reformation.
Die Landeskirche versteht sich als eine evangelisch-lutherische Kirche, die auf der Entwicklung des Christentums von Anfang an aufbauend, in besonderer Weise ihr Tun am Wort Gottes prüft und daran orientiert, was dem Evangelium von Jesus Christus entspricht. Bei allen geschichtlichen Wandlungen ist diese innere geistliche Prägung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens gleich geblieben. Sie kommt in den Gottesdiensten, in anderen Zusammenkünften der Gemeinde und in den vielfältigen kirchlichen Arbeitsfeldern zum Ausdruck. Diese Prägung bestimmt auch ihr Wirken in der Gesellschaft und für die Gesellschaft im Blick auf die jeweiligen aktuellen Herausforderungen.
Mit dieser „inneren Verfasstheit“ der Landeskirche ist die Entwicklung der „äußeren“ Verfassung der Landeskirche verbunden, besonders im Blick auf die rechtliche Verfasstheit und die Formen und Erfordernisse der kirchlichen Verwaltung.

Zeitraum Ereignis

nach 1517

Von Wittenberg breitet sich die Reformation wie ein Lauffeuer in Deutschland aus

1526 – 1530 Kirchen- und Schulvisitatitonen werden zur Grundlage der sächsischen Landeskirche im ernestinischen Sachsen. Superintendenten werden eingesetzt
ab ca. 1530 Allmähliche Ausbildung des Landesherrlichen Kirchenregiments. Das heißt, der Kurfürst schützt die Reformen der Kirchen in den Städten und Dörfern und übernimmt mit seinen Räten kirchenregimentliche Aufgaben. Für die geistlichen Aufgaben sind die Konsistorien zuständig. Das kursächsische „Modell“ wird in der Folgezeit richtungsweisend für das lutherische Kirchentum in Deutschland
1539 Einführung der Reformation im albertinischen Sachsen, Visitation der Kirchen und Schulen in den Städten und Dörfern, Einsetzung von Superintendenten.
1547

Übergang der Kurwürde an das albertinische Sachsen

1555

Der Augsburger Religionsfrieden bestätigt das Landesherrliche Kirchenregiment. Die Landesherren bestimmen den Bekenntnisstand für sich und ihre Untertanen, dadurch sind die Untertanen evangelischer Fürsten mit ihrem evangelischen Glaubensbekenntnis geschützt

1580 Kirchen- und Schulordnung für Kursachsen: „Des durchlauchtigsten, hochgebornen Fürsten … Herrn Augusten, Herzog zu Sachsen, …Ordnung, wie es in seiner churfürstlichen Gnaden Landen bei den Kirchen mit der Lehr und Ceremonien, desgleichen in derselben beiden Universiteten, Consistorien, Fürsten- und Partikularschulen, Visitation, Synodis und was solchem allem mehr anhanget, gehalten werden soll.“ Die Bestimmungen dieser Ordnung bleiben z.T. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts maßgeblich.
1613 Einrichtung des Amts des Oberhofpredigers, das für die sächsische Landeskirche selbst, aber auch für die lutherischen Kirchen von großer Bedeutung ist.
1635 Die Ober- und Niederlausitz kommen im Prager Frieden dauerhaft zu Kursachsen. Ihre gesonderte Kirchenverfassung bleibt bis 1926 bestehen.
1697 Übertritt des wettinischen Herrscherhauses zur römisch-katholischen Kirche. Die kirchenaufsichtlichen Funktionen des Kurfürsten gehen vollständig auf die „in Evangelicis“ beauftragten Geheimen Räte über.

1835

Aufhebung des Oberkonsistoriums in Dresden und des Konsistoriums Leipzig; Einrichtung des Landeskonsistoriums in Dresden als einheitliche geistliche, dem Kultusministerium nachgeordnete Leitungsbehörde. Ein Teil der konsistorialen Befugnisse geht auf die neuen Kreis- und Schuldeputationen über. Das Landesherrliche Kirchenregiment in Sachsen wird ab 1840 den „in Evangelicis beauftragten Staatsministern“ übertragen.
1868 Die Kirchen- und Synodalordnung für die ev.-luth. Kirche des Königreichs Sachsen und die Bildung von Kirchenvorständen ermöglichen eine breite Beteiligung von Kirchengliedern an Leitungsaufgaben.
1871 Konstituierung der 1. Landessynode für das Königreich Sachsen.
1873 Das Kirchengesetz über die Einrichtung eines ev.-luth. Landeskonsistoriums wird von den Staatsministern in Evangelicis beschlossen und von der Landessynode gebilligt. Dieses Landeskonsistorium, das 1874 seine Tätigkeit aufnimmt, ist eine neue oberste Kirchenbehörde mit deutlich erweiterten Befugnissen. Die Kirchenhoheit verbleibt bei den Staatsministern in Evangelicis. Einschneidende Veränderungen in der Schulverwaltung und der Zivilstandsgesetzgebung leiten eine umfassende Entflechtung von Kirche und Staat ein.
1918 Thronverzicht König Friedrich Augusts III. und Ende des Königreichs. Mit dem Fortfall des Königs als Inhaber der landesherrlichen Kirchengewalt entfällt der Auftrag an die Staatsminister in Evangelicis.
1919 Die Landessynode überträgt die Wahrnehmung des Kirchenregiments dem Landeskonsistorium und dem ständigen Synodalausschuss bis zum Inkrafttreten einer neuen Kirchenverfassung.
1922 Die Landessynode beschließt eine neue Kirchenverfassung. Das Amt des Oberhofpredigers entfällt mit der Emeritierung D. Franz Dibelius‘ als letzten Amtsinhabers. Prof. Dr. Ludwig Ihmels‘ wird zum Landesbischof gewählt und eingeführt, obwohl die Verfassung wegen schwerwiegender Auseinandersetzungen mit dem Freistaat Sachsen erst 1926 in Kraft treten kann. Er wird Leitender Geistlicher der Landeskirche, der seine kirchenleitenden Aufgaben gemeinsam mit dem Landeskonsistorium, der Landessynode und dem Landeskirchenausschuss wahrnimmt. Es wird der Landeskirchenausschuss gebildet, dem der Landesbischof, der Präsident des Landeskonsistoriums, der Präsident der Landessynode und je eine geistliches und weltliches von der Synode zu wählendes Mitglied angehören. Letztere sollen wegen ihrer Verdienste um die Kirche besonderes Vertrauen genießen und dürfen nicht bei einer kirchlichen Behörde beschäftigt oder Mitglied der Synode sein.
1926 Das Gesetz des Freistaats Sachsen über die Aufhebung von Behörden der Ev.-luth. Landeskirche und das Kirchengesetz über die Einführung der Verfassung der evangelisch-lutherischen Landeskirche des Freistaats Sachsen treten in Kraft. Mit dieser Kirchenverfassung wird auch die Oberlausitz in die Verwaltungs- und Verfassungsstruktur der sächsischen Landeskirche einbezogen.
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