Navigation überspringen

Landeskirche

Einführung von Landesbischof Jochen Bohl 26. Juni 2004

Jochen Bohl - neuer Landesbischof in Sachsen

Verabschiedung von Landesbischof Volker Kreß und Einführung von Oberkirchenrat Jochen Bohl als neuen Landesbischof am 26. Juni 2004 in der Dresdner Kreuzkirche

DRESDEN – Mit der feierlichen Einführung am 26. Juni 2004 in das Amt des Landesbischofs der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens wird der bisherige Diakonie-Direktor, Oberkirchenrat Jochen Bohl (54), die Nachfolge von Landesbischof Volker Kreß antreten. Zum 7. Bischof der sächsischen Landeskirche wurde Bohl am 27. März 2004 durch ein Wahlgremium in der Dresdner Dreikönigskirche gewählt und bereits in einer Sitzung der Kirchenleitung am 13. Juni für das höchste geistliche Amt verpflichtet. Im Einführungsgottesdienst am 26. Juni 2004, der um 14:00 Uhr in der Dresdner Kreuzkirche beginnt, wird auch unter der Teilnahme aller Superintendenten und Pfarrer der Landeskirche, der Landessynodalen sowie hochrangiger Gäste aus Kirche und Gesellschaft sowie interessierten Besuchern Landesbischof Volker Kreß nach über zehnjähriger Amtszeit in den Ruhestand verabschiedet. Kreß wird im Juli dieses Jahres mit 65 das Ruhestandsalter erreichen. Zehn Minuten vor Beginn des Gottesdienstes werden gemeinsam mit dem Geläut der Kreuzkirche alle Glocken in den Kirchen der Landeskirche mit vollem Geläut erklingen.

Die unmittelbare Verabschiedungshandlung im Gottesdienst wird der leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands und Bischof von Schleswig, Dr. Hans-Christian Knuth, vornehmen. An Dr. Knuth wird Kreß auch das sächsische Amtskreuz zurückgeben, was symbolisch die Freigabe aus den aus dem Amt herrührenden Pflichten bedeutet. Den Einführungsteil für den zukünftigen Landesbischof Jochen Bohl wird ebenfalls Bischof Dr. Knuth durchführen, nachdem der Präsident des Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamt Sachsens, Hans-Dieter Hofmann, die Berufungsurkunde vorgelesen hat. Danach überreicht Dr. Knuth das Amtskreuz an Bohl und richtet das Wort an die Pfarrerinnen und Pfarrer sowie an die Landssynodalen. Der zukünftige Landesbischof wird über den 1. Timotheus-Brief (Kap.1,12-17) predigen. Am Gottesdienst wird auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Professor Dr. Wolfgang Huber, Berlin, teilnehmen. Musikalisch begleitet wird der Festgottesdienst durch den Dresdner Kreuzchor, Gesangssolisten und Mitgliedern der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter Leitung von Kreuzkantor Roderich Kreile. Weiterhin werden die Sächsische Posaunenmission und an der Orgel der Kreuzorganist Martin Schmeding spielen.

Im Anschluss an den Gottesdienst findet um die Kreuzkirche herum ein Kirchenmarkt für alle Besucher dieses Ortes statt, in dem sich Einrichtungen und Initiativen aus der sächsischen Landeskirche einer Öffentlichkeit präsentieren. In diesen Bereich hinein ist zuvor auch der Gottesdienst akustisch übertragen worden. Auf einer Bühne werden der alte und der neue Landesbischof sowie der sächsische Ministerpräsident Professor Dr. Georg Milbradt ihre Erfahrungen zum Thema austauschen: "Von der Pflicht des Amtes und der Kür des Privaten".
Zur "Kirchenmeile" an der Süd-Ost-Seite des Altmarktes sind alle Dresdner und Gäste der Stadt herzlich eingeladen. Um 18:00 Uhr beschließt die Kreuzchorvesper mit dem Dresdner Kreuzchor in der Kreuzkirche den Festtag.
An diesem und den darauffolgenden Tagen bis zur Schließung der Kreuzkirche wegen der anstehenden Innensanierung, ist eine Ausstellung über die bisherigen Landesbischöfe zu sehen. Das Material wurde durch das Landeskirchenarchiv im Landeskirchenarchiv recherchiert und wird durch den Kunstdienst der Landeskirche in der "Schützkapelle" präsentiert. Eine Grußstunde für geladene Gäste findet um 17:00 Uhr in der Dresdner Dreikönigskirche/Haus der Kirche statt.

Nach der Verfassung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens ist der Landesbischof der führende Geistliche der Landeskirche. Er kann sich direkt mit Schreiben an die Kirchgemeinden wenden und ist zur Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung im ganzen Gebiet der Landeskirche berechtigt. Der Landesbischof repräsentiert somit die Landeskirche neben der Landessynode (legislative Instanz), dem Landeskirchenamt (oberste Verwaltung) und der Kirchenleitung, deren Vorsitzender er ist, nach außen.
Zum Bischofsamt gehören die Visitation von Kirchenbezirken und Kirchgemeinden, die Beförderung von Evangelisation und Mission, öffentliche Stellungnahmen oder deren Veranlassung, die Einführung der Superintendenten und deren Aufsicht im Einvernehmen mit dem Landeskirchenamt, Seelsorge und Begleitung durch Rat und Weisung bei Pfarrerinnen und Pfarrer, die Bestimmung von Predigttexten zu besonderen Anlässen und die Förderung der Fort- und Ausbildung von Geistlichen.
Der Landesbischof ist in die kollegiale Beschlussfassung des Landeskirchenamtes einbezogen und hat den Vorsitz in Kommissionen bei theologischen Prüfungen.
Sein Dienstsitz ist die Bischofskanzlei in Dresden.
Der Landesbischof wird auf Lebenszeit gewählt und berufen, übt aber sein Amt höchstens bis zum Erreichen der jetzigen Altersruhegrenze bis 65 aus. Danach behält er den Titel "Bischof" bzw. "Landesbischof i.R.".

-----------------------------------------------

Bild: Die Bischöfe Knuth, Bohl und Kreß
Bischof Dr. Hans Christian Knuth, Bischof Jochen Bohl, Bischof i.R. Volker Kreß

Der Leitende Bischof der VELKD, Bischof Dr. Hans Christian Knuth (Schleswig), würdigte in seiner Ansprache am 26. Juni in der Dresdener Kreuzkirche den scheidenden sächsischen Landesbischof Volker Kreß als menschlich einfühlsamen Vermittler - Zugleich führte er Jochen Bohl als Nachfolger in das Bischofsamt ein
 
Dresden/Hannover - Als "menschlich, einfühlsam, den Menschen zugewandt" würdigte der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Bischof Dr. Hans Christian Knuth (Schleswig), den sächsischen Landesbischof Volker Kreß, der in den Ruhestand tritt. Kreß stand zehn Jahre an der Spitze der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. In seiner Ansprache am 26. Juni in Dresdener Kreuzkirche sagte Dr. Knuth, Volker Kreß sei ein Landesbischof gewesen, "der immer zuhören konnte, unpathetisch, einfach, ehrlich, existentiell". Von diesen Leitlinien habe er sich bestimmen lassen. "Als Prediger des Wortes Gottes, als Seelsorger und Hüter der Einheit in vielerlei Hinsicht" sei er sich immer treu geblieben. Nicht die großen Programm, sondern die Herzen der Menschen habe er im Blick gehabt.
 
Als Nachfolger von Volker Kreß führte der Leitende Bischof der VELKD Jochen Bohl in das Bischofsamt ein. Der 54-jährige Theologe war u.a. Jugendpastor im Saarland sowie zuletzt Direktor des Diakonischen Werkes der sächsischen Landeskirche.
 
Seine Ansprache zur Verabschiedung und Einführung stellte Bischof Dr. Knuth unter das Bibelwort "Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm" (1. Johannes 4,16). In diesem Zusammenhang sagte er, die Menschen brauchten nichts so nötig wie die Liebe. Diese Liebe habe sich aus christlicher Sicht im Leben, Sterben und Auferstehen Jesu offenbart. "Das ist die Quelle, seitdem gibt es den Wärmestrom, der die Menschen trägt, ermutigt, tröstet und zu Taten der Liebe fortreißt. Bischof-Sein in der Nachfolge dieses Herrn ist ganz leicht - und ganz schwer, wie das Leben überhaupt: ,Liebe und tu, was du willst!'"(VELKD, 25.6.04)

Neben der aktuellen Berichterstattung in Rundfunk und Fernsehen wird der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) aus Anlass der Verabschiedung von Landesbischof Volker Kreß und der Einführung des neuen sächsischen Landesbischofs am Sonntag, 27. Juni 2004, um 13:30 Uhr, eine halbstündige Fernsehreportage ausstrahlen. Der Film zeigt Ausschnitte aus dem festlichen Gottesdienst vom Vortage und eine Vorstellung des neuen Landesbischofs.

Landesbischof Volker Kreß


Landesbischof Volker Kreß, evangelischer Theologe, geboren am 25. Juli 1939 in Dresden; verheiratet, ein Sohn.
Nachdem ihn die Landessynode im Dezember 1993 zum neuen Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche gewählt hatte, übernahm Kreß am 9. April 1994 in der Dresdner Kreuzkirche das Amt von seinem Vorgänger Johannes Hempel.
Kreß absolvierte erst eine Lehre zum Industriekaufmann im elterlichen Handwerksbetrieb in Dresden, bevor er 1962 das Theologiestudium in Leipzig aufnahm. Nach der Ordination 1969 übernahm er zunächst eine Pfarrstelle in Stollberg im Erzgebirge. 1973 wurde er zum Landesjugendpfarrer berufen. Ab 1979 arbeitete Kreß als Superintendent im ostsächsischen Kirchenbezirk Bautzen. Vor seiner Wahl zum Landesbischof war er seit 1989 als Oberkirchenrat im Dresdner Landeskirchenamt tätig, wo er für das Dezernat Jugend und Unterweisung und für politische Grundsatzfragen zuständig war. Kreß gehörte 1990 - 91 der Synode des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR an und war seit deren Auflösung bis 1994 Mitglied der Synode der EKD. Von 1997 bis 2003 war er stellvertretender Ratsvorsitzender der EKD.

Der Evangelische Pressedienst / Landsdienst Ost vom 17. Juni 2004

In seiner Amtszeit ist die Dresdner Frauenkirche wieder erstanden

Der sächsische Landesbischof Volker Kreß geht am 26. Juni in den Ruhestand
Von Marius Zippe (epd)

Dresden (epd). Gemeindepfarrer, Landesjugendpfarrer, Superintendent, Oberlandeskirchenrat, Bischof. Wenn der sächsische Landesbischof am 26. Juni in der Dresdner Kreuzkirche verabschiedet wird, geht eine kirchliche Bilderbuch-Karriere zu Ende. Dabei hat sich Volker Kreß in das Amt, in das er zu seiner eigenen Überraschung im Dezember 1993 gewählt wurde, sicher nicht gedrängt. "Vom Bischof wird immer erwartet, dass er Besonderes sagt oder Wunder vollbringt", sagt er.

Dabei deutete im Leben des Sohnes einer Dresdner Unternehmerfamilie zunächst nichts auf eine schnurgerade Kirchenlaufbahn. Im elterlichen Betrieb "Gustav Barthel - Löt- und Kochgeräte" absolvierte er als künftiger Firmenchef zunächst eine Kaufmanns-Lehre. Noch heute erzählt Kreß, dessen Vater im Krieg gefallen war, mit Stolz von den Erfindungen seines Urgroßvaters Gustav Barthel - allen voran die Lötlampe und der bei Bergsteigern lange Zeit geschätzte, aber nicht ganz ungefährliche Barthel-Benzin-Kocher.

Dennoch fasste er 1962 - sehr zur Verwunderung der Familie, die damals ohne engere Bindung zu Kirche und Christentum war - als 23-Jähriger den Entschluss, zum Theologiestudium nach Leipzig zu gehen. Vorausgegangen waren Jahre schlimmer Repressalien und der zwangsweisen Teilverstaatlichung des Familienbetriebes. Die Mutter, die die Firma leitete und damals mehrere Monate in der Dresdner Schießgasse im Gefängnis saß, verkraftete die Enteignung nicht und brach zusammen. "Das brachte mich zu einem größeren Nachdenken über das Leben", erinnert sich Kreß, der schon als Fünfjähriger mit erlebt hatte, wie das Wohnhaus der Familie 1945 in Dresden ausgebombt wurde.

Nach seiner ersten Pfarrstelle im erzgebirgischen Stollberg kam Kreß in den 70-er Jahren wieder als Landesjugendpfarrer zurück nach Dresden. Das sei eine schöne Zeit gewesen, die aber auch von den ersten Auseinandersetzungen mit der sehr frommen charismatischen Jugendbewegung geprägt war. Für zehn Jahre ging er dann als Superintendent nach Bautzen, von wo der "bekennende Dresdner" 1989 abermals in seine Heimatstadt zurückkehrte und im Landeskirchenamt unter anderem für Kinder- und Jugendarbeit verantwortlich war. Als Oberlandeskirchenrat wurde der Vater eines Sohnes dann Ende 1993 zum Bischof gewählt.

Nach über zehnjähriger Bischofszeit verlässt Kreß, den Beobachter als nüchternen Realisten werten, sein Amt nicht ohne Sorge. Zu seinem Amtsantritt hatte die zweitgrößte ostdeutsche Landeskirche noch 1,1 Millionen Mitglieder, 2004 sind es noch knapp 900.000. Abwanderung, Geburtenrückgang und Mitgliederschwund zwingen die Kirche zu Stellenkürzungen, Einsparungen und mehr Eigeninitiative der Gemeinden. "Sachsen hat erste tapfere Schritte gemacht", sagt der Bischof und lässt keinen Zweifel daran, dass weitere Einschnitte vor allem bei Gehältern folgen müssen.

Kreß hat stets die seelsorgerliche Seite des Bischofsamtes betont. Doch seine Amtszeit ist nicht zuletzt von gesellschaftlichen Konflikten und militärischen Auseinandersetzungen geprägt gewesen. Als Bischof verurteilte Kreß den deutschen Afghanistan-Einsatz und rief zum Frieden im Irak auf, wohl wissend, dass der Westen seine Kultur nicht anderen verordnen kann. Auch in der Gentechnik hat sich Kreß, der sechs Jahre zugleich stellvertretender EKD-Ratsvorsitzender war, gegen die Einfuhr embryonaler Stammzellen gewandt und ethische Grenzen in der Forschung angemahnt.

Zu den Höhepunkten seiner Amtszeit zählt Kreß den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche, den er nahezu von Anfang an als Bischof begleitet hat: die Grundsteinlegung für den Wiederaufbau im Mai 1994, die jährlichen Weihnachtsvespern mit jeweils mehr als 10.000 Besuchern vor der wiedererstehenden Kirche oder auch die Glockenweihe im Mai 2003. Und schließlich - wenige Tage vor Beginn seines Ruhestands - der Abschluss des äußeren Wiederaufbaus, der am 22. Juni mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel begangen wird. "Das gibt's nur einmal", sagt er rückblickend. Zur Wiedereinweihung Ende Oktober nächsten Jahres ist er zwar im Ruhestand, aber fehlen will er nicht.

Diakonie-Direktor Jochen Bohl

Jochen Bohl

Oberkirchenrat Jochen Bohl ist seit November 1995 Direktor des Diakonischen Amtes des Diakonischen Werkes der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Er leitet das Amt in Radebeul, das unter anderem die Interessen der Diakonie mit 170 Mitgliedern und 16.000 Beschäftigten in der Liga der sächsischen Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege vertritt. Zuvor wurde Bohl in ein Dienstverhältnis als sächsischer Pfarrer aus der Evangelischen Kirche im Rheinland übernommen. Er hatte dort neun Jahre das Evangelische Jugendwerk an der Saar geleitet.
Jochen Bohl wurde am 19. April 1950 in Lüdenscheid/Westfalen geboren und studierte von 1968 bis 1974 Evangelische Theologie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, der Philipps-Universität Marburg/Lahn und der Ruhr-Universität in Bochum. Sein Erstes und Zweites Theologisches Examen legte er in der westfälischen Kirche ab. Seinen zweijährigen Vorbereitungsdienst (Gemeindevikariat) absolvierte er (1974 - 1976) in Brüninghausen bei Lüdenscheid. 1977 wurde Bohl ordiniert und war dann nach dem Probedienst in der westfälischen Kirche von 1978 bis 1986 Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Aplerbeck im Kirchenkreis Dortmund-Süd.
Oberkirchenrat Jochen Bohl ist verheiratet und hat drei Söhne.

Pressemitteilung der Diakonie vom 23. Juni 2004

Diakonie verabschiedet ihren Direktor:

"Jochen Bohl war die Stimme der Diakonie Sachsen"

"Es war Jochen Bohl, der der Sache der Diakonie in der Öffentlichkeit eine Stimme gegeben hat. Er hatte die großartige Fähigkeit,  diakonische Themen so zu formulieren - und zwar so unpastoral -, dass sie die Medien erreichten und interessierten. Gleichzeitig hat er sozialpolitische Gesichtspunkte so souverän gehandhabt und ins Spiel gebracht, wie es ein Sozialpolitiker nicht professioneller hätte tun können. Er hat immer überzeugt - seine hohe Sachlichkeit, Fachkompetenz und sein enormes Wissen haben dafür gesorgt, dass ihn alle ernstgenommen haben, auch die, die anders denken." Mit diesen Worten zollte Heiner Sandig, Vorsitzender des Gesamtvorstandes der Diakonie Sachsen,  dem scheidenden Diakonie-Chef im Rahmen der offiziellen Verabschiedung am heutigen Mittwoch im Diakonischen Amt in Radebeul allerhöchsten Respekt. Bohl habe in den fast neun Jahren seiner Amtszeit dafür gesorgt, dass sich die Diakonie als Anwalt der Schwachen Geltung und Gewicht verschafft habe. Eine Einschätzung, die Staatsministerin Helma Orosz mit ihrer Anwesenheit und einem Grußwort bestätigte.
In Bohls Amtzeit fällt die Übernahme zahlreicher staatlicher Sozialeinrichtungen und  die umfangreiche Investition von über einer Milliarde Euro in die Erneuerung diakonischer Einrichtungen in Sachsen. Die Diakonie Sachsen - das sind heute rund 1500 Einrichtungen und über 16 000 Mitarbeiter.
Bereits bei seinem Dienstantritt im November 1995 sei klar gewesen, dass das Diakonische Werk und seine Mitglieder vor großen Herausforderungen stünden, so Geschäftsführer Friedhelm Fürst in seiner Würdigung, die mit dem Begriff der Ökonomisierung des Sozialen nur angedeutet werden könnten,  "Jochen Bohl ist es auf vielfältige Art gelungen, unserm Werk die Geltung zu verschaffen, die ihm als Werk der Kirche, als Anbieter sozialer Dienstleistungen und als einem der größten Arbeitgeber Sachsens zukommt. Dabei war das Evangelium von Jesus Christus unserer Kirche stets Maßstab seines Handelns", so Fürst weiter.
Dr. h.c. Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes der Ev. Kirche in Deutschland e.V. würdigte das hohe Engagement Jochen Bohls. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich das Gemeinsame von Kirche und Diakonie in seinem Handeln als Landesbischof gewiss widerspiegeln werde.
Bohl selbst sagte, ihm sei es immer wichtig gewesen, bei allen sozialen Aktivitäten und diakonischem Handeln den Auftrag Jesu zu sehen:  Nächstenliebe in Wort und Tat zu verwirklichen.  Dabei sei ihm die starke und lebendige Verbindung der Diakonie zur Kirche stets hilfreich gewesen.

Schriftgrösse
[A]
[A]
[A]
Link-Tipps