Berichte
Der Tag der Einführung am Sonnabend, den 26. Juni 2004
Herzlich Willkommen auf unseren aktuellen Seiten zum Wechsel im Bischofsamt in Sachsen. Wir versuchen, Ihnen in den nächsten Stunden und Tagen ein anschauliches Bild über den 26. Juni 2004 in Dresden vermitteln zu können. Sicherlich wird hier nachfolgend nicht alles sofort und wunderschön realisiert werden können, denn auch die Öffentlichkeitsarbeit sollte an einem solchen Tag nicht nur virtuell erlebbar sein.
Nein, heute sind und waren wir zum Anfassen, Ordnen, Helfen und eben Beobachten dabei. So, wie eine große Schar von Medienvertretern, die ebenfalls alles mit Gespanntheit verfolgt. Ihr Echo wird, soweit machbar, auch hier aufgenommen.
Ebenfalls sind zahlreiche Vertreter landeskirchlicher Ämter, Dienste und Werke dabei und nehmen um die Kreuzkirche ihre Plätze ein. Weiterhin sind zahlreiche Gäste zugegen oder angereist, die eingeladen oder einfach nur dabei sein wollen. Ein Anlass, der selbst unsere Brüder aus der Partnerkirche in Papua-Neuguinea um die halbe Welt fliegen ließen.
13:00 Uhr
Eröffnung des Kirchenmarktes mit dem Prohliser Gospelchor in Begleitung der „Black Roses“
Folgende Werke und Einrichtungen nehmen an dem Kirchenmarkt teil:
- Amt für Gemeindedienst
- Arbeitsstelle für Gemeindeaufbau
- Beauftragter für Weltanschauungs- und Sektenfragen
- CVJM-Landesverband Sachsen
- Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens
- Ev. Heimvolkshochschule
- Ev. Schulverband in Sachsen e.V.
- Ev.-Luth. Diakonenhaus Moritzburg e. V.
- Ev.-Luth. Landesjugendpfarramt
- Ev.-Luth. Missionswerk Leipzig
- Evang. Aktionsgemeinschaft für Familienfragen Sachsen e.V.
- Evangelische Erwachsenenbildung
- Gustav-Adolf-Werk Sachsen e.V.
- Haus der Stille
- Kirchenchorwerk der Ev.-Luth. Landeskircher Sachsens
- Kirchliche Frauenarbeit
- Kongress und Kirchentag der Ev.-Luth. Landeskirche
- K-Punkt Dresden
- Medienzentrale
- Landesverband Landeskirchlicher Gemeinschaften Sachsen e.V.
- Männerarbeit in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens
- Müttergenesung in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens
- Ökumenisches Informationszentrum e.V.
- Redaktion „Der SONNTAG“
- Sächs. Posaunenmission
- Sächsische Hauptbibelgesellschaft Dresden e. V.
- Sorbischer Kirchgemeindeverband
- Bruderhilfe
- Landeskirchliche Kreditgenossenschaft
13:30 Uhr
Blasen der Sächsischen Posaunenmission vor der Kreuzkirche

Die Posaunenmission bläst zum Aufbruch in die Kreuzkirche
13:45 Uhr
Einzug der sächsischen Pfarrerschaft in die Kreuzkirche (600 Pfarrer)

Die Pfarrerschaft zieht ein.
14:00 – 15:45 Uhr
Festgottesdienst in der Kreuzkirche mit Beteiligung des Dresdner Kreuzchores und Bläsern der Sächsischen Posaunenmission.

Bischof Dr. Hans Christian Knuth, Leitender Bischof der VELKD
Ansprache zur Verabschiedung von Landesbischof Volker Kreß und zur Einführung von Oberkirchenrat Jochen Bohl in das Amt des Landesbischofs von Bischof Dr. Hans Christian Knuth, Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) im Gottesdienst
"Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm" (1. Johannes 4,16)
Liebe Brüder Kreß und Bohl, liebe Gemeinde!
In meiner Jugend wurden die Beatles berühmt mit dem Schlager: "Alles, was du brauchst, ist Liebe!", "All you need is love". Wie recht sie haben! Liebe zwischen Mann und Frau, zwischen Eltern und Kindern, Lehrer und Schüler, Arzt und Patient, Pastor und Gemeinde. Und da nach unserem lutherischen Bekenntnis der Bischof nichts anderes ist als ein Pastor und jeder Pastor ein Bischof ist, trifft das natürlich in besonderer Weise zu auf das hervorgehobene Pfarramt eines Bischofs. "All you need is love!" So seufzt man ja zunächst im Blick auf sich selbst als Bischof. Kann man sie wirklich alle lieben, mit denen man zu tun hat in diesem Amt; die Nörgler und Besserwisser, die Gleichgültigen und Fanatiker, die stumm Leidenden, die eigentlich besonderen Anspruch auf Liebe haben und die sich vor allem im schlechten Gewissen bemerkbar machen, weil wir ihnen nicht gerecht werden. Und was ist mit den Unverschämten, den blinden Kritikern und den offenen Feinden? Sollen, können wir sie auch alle lieben? Wo bleibt ein Rest von Selbstliebe und vor allem: Wie vermeiden wir, dass unsere Nächsten nicht leer ausgehen, weil wir uns verausgaben im Bemühen um den fernen Nächsten?
I.
Sie haben, lieber Bruder Kreß, in einem Interview zum Abschied vor kurzem gesagt, es habe Sie am meisten Zeit und Kraft gekostet, ein menschlich einfühlsamer Vermittler zu sein. Das ist auch der bleibende Eindruck, den wir haben, die wir Sie nur gelegentlich wahrnehmen konnten und den Ihre Landeskirche von Ihnen im Herzen behalten wird. Menschlich, einfühlsam, den Menschen zugewandt. Geprägt von der schrecklichen Bombennacht hier in Dresden, den Folgen von Krieg und Diktatur für Ihre Familie stießen Sie auf wahrhafte Frömmigkeit und gaben dann weiter, was Sie so empfangen hatten. Als Pfarrer im Erzgebirge, als Landesjugendpfarrer, als Superintendent in Bautzen, Oberlandeskirchenrat und Bischof. Ein Landesbischof, der immer zuhören konnte, unpathetisch, einfach, ehrlich, existentiell. Das waren die drei Leitlinien, und wenn Sie auch als stellvertretender Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland als ein entscheidender Gestalter von kirchlichen Strukturen, gleich nach der Wende - aber auch jetzt bei der Reform der EKD allen Stürmen der Kirchenpolitik ausgesetzt waren, Sie blieben sich doch selber treu: Als Prediger des Wortes Gottes, als Seelsorger und Hüter der Einheit in vielerlei Hinsicht. Nicht die großen Programme, sondern die Herzen der Menschen haben Sie im Blick und in ihrem eigenen Herzen. Ihre liebe Frau hat Sie dabei immer unterstützt, auch still, bescheiden, unaufdringlich, aber um so eindrücklicher, wie Sie selbst. Es mögen ja noch viele Stürme und Veränderungen über unsere Kirche hinwegführen; aber ich bin gewiss, es wird immer die Sehnsucht bleiben nach dem, was wir brauchen; es wird immer die Liebe sein, nach der wir uns sehnen. Und das, lieber Bruder Kreß, hinterlassen Sie als Ihr wichtigstes Erbe.

Einführung von Jochen Bohl, r. ökumenische Gäste
II.
Da treten Sie nun die Nachfolge an in diesem Amt, lieber Bruder Bohl: Ein Nachkriegskind des guten Jahrgangs 1950. Auch Sie - wie Ihr Vorgänger - zunächst Gemeinde- und dann Jugendpastor. Das scheint ja ein guter Härtetest zu sein - in der Jugendarbeit! Auch Oberkirchenrat und schließlich Direktor des Diakonischen Werkes der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Die Liebe zum Menschen haben Sie auch stark über strukturelle Arbeit realisiert. Was Wunder, wenn man 1968 mit dem Studium begonnen hat. Der gesellschaftliche Aspekt der Liebe und der Kontakt mit den anderen, für die Diakonie relevanten Wissenschaften war Ihnen wichtig: Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft, Psychologie und Pädagogik. Nur wenn man Recht und Grenzen der säkularen Wissenschaften kennt und scharf bestimmt, kann man in der Diakonie Theologe bleiben. Das wollten Sie und das werden Sie auch in Zukunft wollen. Sie fühlen sich in Sachsen wohl, fast schon zu Hause, und ihre Frau hat Ihnen ihre Solidarität für dieses Amt zugesagt. Auch für sie ist es ja ein radikaler Neuanfang.
Schon seit 1980 waren Sie als Jugendpastor vom Saarland her in regem Austausch mit Gemeinden hier und in Thüringen. Heil und Wohl - Glauben und Liebe - das sind für Sie keine Gegensätze, so wenig, wie sie für Jesus selbst Gegensätze waren.

Nach der Einführung, r. außen Bischof Knuth
Liebe Schwestern und Brüder,
wenn wir uns denn einig sind mit den Beatles und eigentlich allen humanen Menschen auf dieser Erde, dass wir nichts so brauchen wie die Liebe, dann bleibt am Schluss die alles entscheidende Frage: Woher kommt sie denn: Sie kommt ja nicht von der Forderung nach der Liebe, sie kommt auch nicht von der Sehnsucht nach der Liebe - sie kommt von Gott, sagt der 1. Johannesbrief. Denn "Gott ist ein glühender Backofen voller Liebe!" wie Luther einmal formulierte. Die Liebe hat sich konkret im Leben, Sterben und Auferstehen Jesu von Nazareth offenbart. Das ist die Quelle, seitdem gibt es den Wärmestrom, der die Menschen trägt, ermutigt, tröstet und zu Taten der Liebe fortreißt. Bischof-Sein in der Nachfolge dieses Herrn ist ganz leicht - und ganz schwer, wie das Leben überhaupt: "Liebe und tu, was du willst!"
So segne Euch Gott, die Ihr nun das Kreuz als Symbol der Liebe Jesu Christi austauscht, in Eurem neuen Dienst: Als Altbischof und als neuer Bischof dieser so unglaublich lebendigen und geistlich reichen Landeskirche. - - - Amen.

4.000 Besucher nahmen am Gottesdienst teil
Teilnehmer und Gäste:
- Alle Gäste, die dabei sein wollen (allerdings meist nur mit Platzreservierung in der Kirche)
- Kirchenleitung und Präsidium Landessynode der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens
- Landeskirchenamt mit Präsident, Mitgliedern, Referenten und Mitarbeitervertretung)
- Kirchenamtsräte (ohne Verhinderung 5 Personen)
- Superintendenten (ohne Verhinderung 25 Personen)
- Vertreter Werke und Einrichtungen mit Pfarrervertretung
- Vertreter Aus- und Weiterbildungsstätten
- Hochstift Meißen mit Dompropst und Domherren
- Domstift Wurzen mit Dachanten
- Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)Ratsvorsitzender, Professor Dr. Wolfgang Huber, Hannover/Berlin
Präsident des Kirchenamtes, Valentin Schmidt, Hannover - Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche in Deutschland (VELKD), Leitender Bischof, Dr. Hans Christian Knuth, Schleswig, Präsident Dr. Friedrich Hauschildt, Hannover
- Vertreter evangelischer Partnerkirchen, Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann, Hannover; Oberlandeskirchenrat Peter Kollmar, Braunschweig
- Gäste aus der Ökumene: Bischof Joachim Reinelt, Bistum Dresden-Meißen,Vorsitzender der ACK-Sachsen, Pastor Klaus Vesting,Vorsitzender der jüdischen Gemeinden, Herr H.-J. Aris, weitere Vertreter Synodalrat Böhmische Brüder, Gäste aus Papua-Neuguinea, Tansania und Indien
- Weitere kirchliche Amtsträger im Ruhestand
- Staat und Gesellschaft: Landtagspräsident Erich Iltgen, Ministerpräsident Prof. Dr. Georg Milbradt, die Staatsminister Dr. de Maiziére, Dr. Martin Gillo, Prof. Dr. Karl Mannsfeld, Horst Rasch, Dr. Matthias Rößler; Oberbürgermeister Ingolf Roßberg (Dresden), Wolfgang Tiefensee (Leipzig), Christian Schramm (Bautzen). Weiterhin Vertreter: Regierungspräsidium, Stiftung Frauenkirchen u.a.
- Persönliche Gäste von Landesbischof i.R. Volker Kreß und Landesbischof Jochen Bohl

Bischof Dr. Knuth, Landesbischof Bohl, Landesbischof i.R. Kreß, Bischof Prof. Dr. Huber
16:00 Uhr
Talk-Runde mit Landesbischof Bohl, Landesbischof i.R. Kreß und Ministerpräsident Prof. Milbradt

Talkrunde auf der Bühne mit Ministerpräsident Dr. Milbradt, Landesbischof Bohl, Landesbischof i.R. Kreß - Frau Haase moderiert
16:30 Uhr
Kirchenmarkt und Bühnenprogramm

Eindrücke vom Bühnenprogramm:
Landesbischof i.R. Volker Kreß spielt wieder Cello im Collegium Musicum aus Schwarzenberg

Junge Damen trommeln in der Pfarrer-Band "Die Schwarzen Löscher"
18:00 Uhr
Kreuzchorvesper
Medienecho
- Bischof Bohl sieht "Krise des Unglaubens"
DNN - 28. Juni 2004 - Der neue Bischof und die Beatles
Jochen Bohl übernimmt Amt / Knapp 1 000 Gäste bei Festgottesdienst
Sächsische Zeitung - 28.Juni 2004 - Der Neue setzt auf eine Offensive der Kirche
Jochen Bohl will als erstes zu den Gemeinden fahren
Sächsische Zeitung - 24. Juni 2004 - Ein Leitbild für den Übergang
Der scheidende Bischof Volker Kreß gilt als Wächter für den Aufbau der Frauenkirche
Sächsische Zeitung - 24. Juni 2004 - Dresdner Neueste Nachrichten - Kirchenseite


