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Wort zum Sonntag, DNN vom 22.12.2007

Seit Jahren schon steigen die Besucherzahlen der Gottesdienste am Heiligen Abend. Es gibt verschiedene Erklärungsversuche für dieses erfreuliche Phänomen, dazu gehört sicherlich auch die ungebrochene Faszination, die von der schlichten Botschaft ausgeht, dass in der Geburt eines Kindes die Welt ihrem Heil begegnet. 
Was die Kinder betrifft, hat das zu Ende gehende Jahr eine gute und viele schlechte Nachrichten gebracht. Erstmals seit langen Jahren ist die Zahl der Geburten in Deutschland wieder gestiegen, das ist ein Grund zu vorsichtiger Freude. Vielleicht sehen wir ein zartes Pflänzchen, das eine Wendung zum Besseren ankündigt. Es war aber auch ein Jahr, indem wir immer wieder von unvorstellbaren Gewalttaten an Kindern aufgeschreckt wurden, begangen von den eigenen Eltern. Niemand weiß, wie viele Kinder unter Vernachlässigung, Lieblosigkeit und Misshandlung leiden müssen; jedes Mal ist das Entsetzen groß, wenn die Öffentlichkeit von ihrem Schicksal erfährt. Zu den schlechten Nachrichten gehört auch die seit Jahren bekannte Tatsache, dass Kinder in unserem reichen Land das höchste Armutsrisiko tragen; aber wirksame Abhilfe zu schaffen scheint unser reiches Land zu überfordern. Inzwischen ist es unübersehbar geworden, dass es „kinderfreie Zonen“ gibt; vielerorts in den Wohngebieten ist kein Kinderlachen mehr zu hören. Wir brauchen uns keine Illusionen zu machen - wenn es eine Trendwende geben sollte, so wird es lange dauern, bis sie im Alltag spürbar wird.
Die alltägliche Kinderfeindlichkeit steht in einem schroffen Gegensatz zu der Weihnachtsbotschaft. In dem Stall von Bethlehem wurde ein Kind wurde geboren, in Armut und Niedrigkeit; es war eine Geburt wie die vielen anderen, die sich tausendfach Tag für Tag ereignen. Und doch wird in diesem Kind die Liebe Gottes zu den Menschen erkennbar. Gott wendet sich den Menschen zu, wie Eltern ihr Kind annehmen, das ganz und gar auf ihre Liebe angewiesen ist. Darum feiern wir Weihnachten als Fest der Liebe, gestalten es zur Freude der Kinder und freuen uns an ihrem Lachen.
Aber natürlich ist es nicht so gedacht, dass es Weihnachten nur an drei Tagen im Jahr sein soll, und danach die Kinder wieder an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Wer das Fest der Geburt Christi mit gläubigem Herzen feiert, wird sich das ganze Jahr an den Kindern freuen; weil sein ganzes Leben von der Weihnachtsbotschaft bestimmt ist.

 

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