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Landeskirche

Bericht vom 14. November 2009

Bild: Stimmabgabe nach der Wahl hinter den Wahlkabinen

2. Sondersitzung mit Wahl des Präsidenten des Landeskirchenamtes

Bild: Auszählung der Stimmen

Nach den Vorstellungsrunden der Kandidaten am Vorabend steht an diesem Tag die Wahl des neuen Präsidenten des Landeskirchenamtes auf dem Programm. Synodalpräsident Otto Guse eröffnete die Sitzung und führte in das Wahlprocedere ein, wo in diesem Jahr erstmals Wahlkabinen aufgestellt wurden. Dies soll ein Zeichen und eine Erinnerung dafür sein, dass vor über 20 Jahren mit den gefälschten Kommunalwahlen der Unmut und die Entschüchterung gegen das DDR-Regime Beschleunigung erfuhren. Die evangelische Kirche, damals wie heute, konnte dagegen in ihren Abstimmungen die demokratische Praxis bewahren.
Das war eine Voraussetzung, sich durch ihre Vertreter unbefangen an den Runden Tischen in der Zeit des friedlichen Umbruchs maßgeblich beteiligen.

Zur Wahl stehen Dr. Johannes Kimme, seit Jahresbeginn Vizepräsident der Landesdirektion Leipzig (ehemals Regierungspräsidium), sowie Oberkirchenrat Thomas Schlichting, seit 2005 Leiter des Regionalkirchenamtes Leipzig.
Bei der Wahl ist in den ersten beiden Abstimmungen eine Zweidrittelmehrheit nötig, danach reicht die einfache Mehrheit. Bei mehreren Wahlgängen sehen die Vorgaben eine Unterbrechung von drei Stunden vor.

1. Wahlgang (Verkündung 9:30 Uhr)

75 abgegebene gültige Stimmen

16 Enthaltungen

  • Dr. Johannes Kimme erhält 44 Stimmen
  • Thomas Schlichting 15 Stimmen

Die notwendige Zweidrittelmehrheit von mindestens 50 Stimmen wurde nicht erreicht. Der zweite Wahlgang erfolgt frühestens ab 12:30 Uhr.

Bild: Wahlschlange vor den Kabinen. Anlauf zum nächsten Wahlgang

2. Wahlgang (Verkündung 12:45 Uhr)

75 abgegebene gültige Stimmen

7 Enthaltungen

  • Dr. Johannes Kimme erhält 58 Stimmen
  • Thomas Schlichting 10 Stimmen

Damit ist Dr. Johannes Kimme mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit im 2. Wahlgang durch die Landessynode zum neuen Präsidenten des Landeskirchenamtes gewählt.

Glückwünsche nach der Wahl von Dr. Johannes Kimme als neuen Präsidenten

Bild: Amtierender Präsident, Landesbischof, Synodalpräsident gratulieren
Glückwünsche an Dr. Kimme (r.)

Als neuer Präsident des Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamt Sachsens wurde Dr. Johannes Kimme (55), seit Jahresbeginn Vizepräsident der Landesdirektion Leipzig (ehemals Regierungspräsidium), von den Mitgliedern der Landessynode im 2. Wahlgang mit Zweidrittelmehrheit gewählt. Von 75 abgegebenen Stimmen konnte Dr. Kimme 58 auf sich vereinen und setzte sich damit gegen den Leipziger Oberkirchenrat Thomas Schlichting durch. Als Dienstbeginn ist der 1. Januar nächsten Jahres im Gespräch. Der amtierende und langjährige Präsident Hans-Dieter Hofmann geht mit Wirkung zum 1. Dezember auf eigenen Wunsch in den Ruhestand. Hofmann war vor 20 Jahren ebenfalls auf einer Herbsttagung der Landessynode gewählt worden. Seine offizielle Verabschiedung durch die Kirchenleitung erfolgt am 6. Dezember.

Dr. Johannes Kimme trat nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses (12:45 Uhr) an das Rednerpult des Festsaals der Dreikönigskirche und bedankte sich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Er freue sich auf die neuen Aufgaben in der Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Landeskirchenamtes. Er wolle sich voll einbringen und hoffe auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Landessynode. Im Anschluss an das Grußwort des Synodalpräsidenten gab es eine lange Reihe der Gratulanten.
Der Präsident hat den Vorsitz im zehnköpfigen Kollegium des Landeskirchenamtes, die Dienstaufsicht über dessen Mitglieder und die Mitarbeiter des Landeskirchenamtes, der Regionalkirchenämter und über die mit Sonderaufgaben Beauftragten. Er ist Kraft Amt Mitglied der Kirchenleitung und Chef der sächsischen Kirchenverwaltung und vertritt die Landeskirche rechtlich nach außen.

Bild: Dr. Kimme spricht vom Pult auch in Richtung Mitglieder Landeskirchenamt

Grußwort aus der lettischen Partnerkirche

Bild: Porträt Liga Aboltina
Liga Aboltina zum ersten Mal Gast der Synode

Liga Aboltina (30) richtete seitens der Evangelisch-lutherischen Kirche Lettlands herzliche Grüße gegenüber der sächsischen Landessynode aus und erinnerte daran, dass beide Kirchen nächstes Jahr auf eine 20-jährige Partnerschaft zurückblicken werden. Die vielen Gemeindepartnerschaften sowie die finanzielle Unterstützung für Deutschkurse in Riga seien ein Segen und eine große Hilfe, sagt Aboltina. Sie selbst besuche einen solchen Kurs, der ansonsten auch gut angenommen würde.

Die Anglistin und Pädagogin arbeitet seit über einem Jahr in der Auslandsabteilung des Kirchenamtes in Riga und hält Kontakt zu Partnerkirchen und betreut ausländische Gäste. Davor war sie zwei Jahre in London und wollte dann mit den erworbenen Sprachkenntnissen ihrer Heimat und mit ihrer Arbeit Gott und der Kirche dienen.
Aboltina stammt aus dem Ort Limbazi kam erst später zum Glauben, ließ sich taufen und konfirmieren, bevor sie nach dem Studium Lehrerin wurde.

Die lutherische Kirche in Lettland ist mit ihren fast 300 lutherische Kirchgemeinden die größte Konfession des Landes. Über eine halbe Million Menschen geben in Lettland bei der Konfessionszugehörigkeit evangelisch-lutherisch an. Die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise hat in besonderem Maße Lettland getroffen, was auch an der Kirche nicht ganz spurlos vorbeigeht.

Aktuelle Stunde

Es folgte nach einigen Anfragen eine kurze Aussprache und anschließend gingen die Synodalen in die Ausschussarbeit.

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