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Landeskirche

Bericht vom 15. November 2009

Gottesdienst in der Dreikönigskirche

Bild: Vorstellung von Lebensgeschichten im Gottesdienst
Anette-Luise Birkner aus Löbau hält den Schal, den sie im Mai 1989 als Kirchen-Delegierte in Basel trug

Am Sonntagvormittag feierten die Landessynodalen zusammen mit der Kirchgemeinde Dresden-Neustadt in der Dreikönigskirche einen Abendmahlsgottesdienst, der zugleich an die Ereignisse der friedlichen Revolution vor 20 Jahren erinnerte. Die Predigt in diesem Dank- und Gedenkgottesdienst hielt Oberlandeskirchenrat Dietrich Bauer, der über 1989 von einer „erfüllten und großartigen Zeit“ sprach, wo „der Himmel die Erde küsste“. Die Seligpreisungen Jesu legten die Spur durch die Geschichte und die Zeiten. Unscheinbare Menschen, die Leid lindern und Frieden stiften seien die gesegneten des Herrn, die plötzlich ungeahnt Großes bewirken können. Wie die Jünger des Herrn, würden wir als Gerechte und Gesegnete in der Nachfolge des Herrn stehen und die Kirche könne der „Mutterboden“ sein, so Bauer. Es komme nicht auf eine perfekte Kirche an, sondern auf eine, die wie das Salz „Geschmack“ mache und Menschen zur Entfaltung bringe. Zu Beginn des Gottesdienstes wurden jeweils drei sehr unterschiedliche Lebensgeschichten erzählt, wie sie durch die Ereignisse von 1989 Bestätigung, Beschleunigung und Erfüllung erfuhren.

Bericht des Landesbischofs

Bild: Landesbischof Jochen Bohl
Landesbischof Jochen Bohl

In seinem Bericht schlug Landesbischof Jochen Bohl einen großen Bogen vom Beginn der politischen Veränderungen, aber auch der Veränderungen, der die Kirche im vergangenen Jahrhundert unterworfen war. Er beschrieb das „kurze Jahrhundert“, ausgehend vom Kriegsbeginn 1914 bis zur friedlichen Revolution, als ereignis- und schreckensreich. Bohl führte anhand der gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen dieser Zeit die Gründe auf, die in der Kirche zu starken Mitgliederverlusten führten. In dieser Zeit hätte sich aber auch der vom Evangelium begründete Widerstand geschärft. Aus diesen Erfahrungen ist es zu verstehen, dass die Kirche das Dach in der friedlichen Revolution – in der protestantischen Revolution - geben konnte und im Anschluss Christen politische Verantwortung übernahmen.

Für die neue „Zeit der Freiheit“ eröffneten sich große Chancen und neue Möglichkeiten, wo sich die „Kirche in der Mitte der Gesellschaft“ wieder findet: „Wir wollen nicht Abseits stehen, sondern in der Nähe zu den Menschen – und zwar allen, gleich, ob sie zur Kirche gehören oder nicht – Christus bezeugen und die Frohe Botschaft zum Leuchten bringen.
Wir wollen mit unserem Dienst und unseren Angeboten an den Brennpunkten der Gesellschaft präsent sein, damit wir nicht an den Problemen der Zeit vorbei reden und nicht predigen ohne den Bezug auf die Nöte und Sorgen der Menschen.
Wir wollen eine Instanz sein, die Orientierung und Wegweisung stiftet und die geistliche Dimension in die öffentliche Auseinandersetzung einbringen.“

Bohl nannte entsprechende Beispiele, so auch die Herausforderung dieser Zeit durch die „Vergötzung des freien Güter- und Kapitalverkehrs“ sowie der Ökonomisierung vieler Lebensbereiche. Die Forderungen nach Aufhebung des Sonntagsschutzes hätten den Grund in einer verengten Vorstellung vom Leben, die nicht zukunftsfähig sei.
Der Landesbischof sprach weitere Herausforderungen und Arbeitsbereich kirchlichen Handelns an, erinnerte aber auch an die Tiefenwirkung christlichen Handelns, das sich gerade in der Friedensbewegung zeigte. Beschlüsse der Ökumenischen Versammlung zur Rüstungsproblematik erschienen „utopisch, heute aber wird ihr in bestem Sinn prophetischer Charakter deutlich angesichts der inzwischen eingetretenen Abrüstungseffekte“, so Bohl. 1990 standen in Deutschland 1.5 Millionen Soldaten unter Waffen, heute seien es 250.000 Soldaten der Bundeswehr. 5.000 Atomsprengköpfe reduzierten sich auf 12 amerikanische Atomwaffen in Rheinland-Pfalz. Der Landesbischof wollte in seinem Bericht die Gelegenheit wahrnehmen, auch deren Abzug zu fordern: „Einen wie auch immer zu beschreibenden Grund für ihre fortgesetzte Stationierung sehe ich nicht…“

Themen-Bericht der Kirchenleitung "Luther 2017 - 500 Jahre Reformation"

Planungen und Perspektiven

"Die Kirchenleitung berichtet jährlich auf der Herbsttagung der Landessynode über ihre Arbeit. Dies geschieht wie im zurückliegenden Jahr als Arbeitsbericht oder als thematischer Bericht, wie der vorgelegte Bericht zu Planungen und Perspektiven der Lutherdekade „Luther 2017 – 500 Jahre Reformation“.

Für Sachsen hat Landesbischof Bohl die Lutherdekade am 31. Oktober 2008 in Zwickau eröffnet. Über den Fortgang wurde in der Kirchenleitung regelmäßig berichtet. Dieser Bericht zeigt den aktuellen Stand auf und soll weitere Initiativen und Vorbereitungen anregen, sowohl in unserer Landeskirche als auch in Zusammenarbeit mit Kommunen, mit Bildungseinrichtungen und mit dem Freistaat Sachsen. Im Zentrum stehen inhaltliche Schwerpunkte: Welche geistlichen Impulse, welche theologischen Kernpunkte, welche speziellen Themen und Aufgaben kommen für unsere Landeskirche in der Lutherdekade als Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum 2017 in den Blick?

Das Leitwort „Luther 2017 – 500 Jahre Reformation“ macht deutlich, dass nicht lediglich eine historische Erinnerung angesagt ist. Es geht um Auswirkungen der Reformation und um deren Impulse für die Gestaltung der Gegenwart und der Zukunft. Das Reformationsjubiläum soll zukunftsoffen, weltoffen und ökumenisch vorbereitet und gefeiert werden." (Einführung)

Bericht des Ev.-Luth. Missionswerks Leipzig e.V. (LMW)

Bild: Porträt Michael Hanfstängl
Direktor Michael Hanfstängl

Direktor Pfarrer Michael Hanfstängl

"Die EKD Synode in Ulm hat vor gut zwei Wochen das Thema der EKD-Synode 2011 entschieden. Es lautet: „Was hindert´s, dass ich Christ werde? Überlegungen zu einer einladenden Mission.“ Wir in den Missionswerken sind dankbar, dass sich die EKD-Synode - nach der Leipziger Tagung 1999 - erneut mit dem Missionsauftrag befasst. Dabei hoffen wir, dass die EKD die weltweite  Perspektive mit in den Blick nimmt und Ausschau hält, was möglicherweise auch aus den Partnerkirchen zu lernen ist.

Das Jahr 2011 rückt näher. Das spüren in unserer Landeskirche vor allem diejenigen, die sich an der Vorbereitung des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden (1.-5. Juni) beteiligen. Für uns im Leipziger Missionswerk gibt es darüber hinaus im Jahr 2011 einen besonderen Anlass zum Feiern: das 175jährige Jubiläum. Am 17. August 1836 hat sich die „Evangelisch-Lutherische Missionsgesellschaft zu Dresden“ gebildet, die 1848 nach Leipzig umzog, im Laufe seiner Geschichte mehr als 400 Missionare entsandte und heute eng mit den Evangelisch-Lutherischen Partnerkirchen in Südostindien (TELC), in Tansania (ELCT) und in Papua Neuguinea (ELC-PNG) zusammenarbeitet. Ein Vorbereitungskreis im Missionswerk hat sich auf das Motto verständigt: „Zukunft weltweit – auf andere zugehen um des Lebens willen.“ Wir wollen Sie zur Mitarbeit einladen, Impulse der Partnerkirchen zur missionarischen Erneuerung unserer Kirche vermitteln, die Verwurzelung in den Gemeinden stärken, die Veränderungen im Missionsverständnis aufzeigen, einen Beitrag zur Aufarbeitung unserer Geschichte leisten und gemeinsam mit unseren Partnern und Freunden in aller Welt beten und feiern, dass Gottes Mission in unserer Welt weitergeht und Menschen die versöhnende und befreiende Kraft des Evangeliums neu entdecken. Dazu wollen wir im Jahr 2011 zu verschiedenen Veranstaltungen an verschiedenen Orten einladen, beispielsweise zu einer missionstheologischen Tagung in der Ev. Akademie in Meißen vom 6. bis 8. Mai 2011 und ganz besonders zum Jahresfest in Leipzig vom 1. bis 3. Juli, dessen Gottesdienst am 3. Juli ein internationaler Höhepunkt im Jubiläumsjahr werden soll..."(Einführender Abschnitt)

Grußwort von der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder

Bild: Porträt Pfarrerin Molnár
Pfarrerin Marie Molnár (EKBB)

Pfarrerin Marie Molnár aus der benachbarten Grenzregion von der Gemeinde Usti nad Labem (Aussig), Trmice und Petrovice überbrachte herzliche Grüßen vom Synodalrat (Kirchenleitung) der EKBB.
Sie berichtete, dass in der zurückliegenden Wahl zum Synodalrat der bisherige Synodalsenior Joel Ruml in seinem Amt bestätigt wurde. Die bisherige Synodalkuratorin Dr. Mahulena Cjkova wird am 21. November verabschiedet und dafür Lea Valkova (oberstes Laienamt in der Synode) eingeführt.

Marie Molnár ist seit zwei Jahren Pfarrerin in dieser Grenzregion mit zwei evangelischen Kirchen. Sie verwies auf gute Beziehungen zu sächsischen Kirchgemeinden auf der anderen Seite entlang der Grenze von Bad Gottleuba bis Deutscheinsiedel. Ebenfall engagiere sich die sächsische Posaunenmission stark in der Gemeinde und würde Instrumente für den Nachwuchs zur Verfügung stellen. Darin liege eine zusätzliche Chance für den Gemeindeaufbau, so die Pfarrerin.

Gesetze, Anträge und Aussprachen
  • In zweiter Beratung wurde das Kirchengesetz über die Feststellung des Haushaltplanes der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens für das Haushaltjahr 2010 beschlossen.

  • In zweiter Beratung wurde das Kirchengesetz zum Zusammenschluss der Kirchenbezirke Bautzen und Kamenz beschlossen.
Tätigkeitsbericht des Landeskirchenamts 2008 / 2009

Der vorliegende über 90-seitige Tätigkeitsbericht ist wie im Vorjahr in zwei Abschnitte gegliedert. In Abschnitt A wird ausführlich über das Gutachten zur Organisationsuntersuchung des Landskirchenamtes sowie allgemeine, sämtliche Arbeitsbereiche des Landeskirchenamtes betreffende Angelegenheiten berichtet. Abschnitt B enthält nach den Dezernenten gegliedert die Berichte der einzelnen Arbeitsbereiche.

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