Bericht vom 25. April 2010


Zu einem sonntäglichen Ausflug machten sich die Synodalen in den Dresdner Stadtteil Striesen auf, um gemeinsam mit dem Landesbischof, mit Lehrern, Schülern und Eltern Gottesdienst zu feiern und anschließend die grundsanierten Schulgebäude zu besichtigen.
In der vom Sonnenlicht erhellten und vollbesetzten Aula erklang die ebenfalls renovierte und wieder neu eingebaute Jehmlich-Orgel und Schüler setzten szenisch zwei kurze Anspiele zum Schüler- und Lehreralltag um. Dabei ging es um Veränderungen und Wandlungen im Lernen und im Umgang miteinander. Ein Hinweis darauf, dass verborgenen Stärken geweckt werden können und gegenseitige Hilfe zu einem besseren Miteinander führen kann.

Auch in der Predigt von Landesbischof Jochen Bohl klang das an, Menschen nicht abzuwerten und aus Enttäuschungen heraus jemanden fallen zu lassen. Dies sei aber eine weit verbreitete Neigung von Menschen, wo es dann zum Ende einer Beziehung komme. Er betonte dagegen das „Zutrauen“ als eine Form des Vertrauens, wo statt abzuwerten, Stärken des Anderen aufgewertet werden. „Vertrauen ist der Nährboden, auf dem das Leben wächst“, so Bohl.
So wie der Sämann im biblischen Gleichnis den Samen großzügig verteilt, würde auch Gott als Schöpfer des Lebens die Gaben verteilen. Diese zu entdecken und zu entwickeln sei unsere Aufgabe, auch, wenn nicht alle Gaben sichtbar oben liegen. Bohl verwies auf den evangelischen Bildungsauftrag seit der Reformation, den jeden einschließt. Daher sei „Bildungsgerechtigkeit unsere zentrale Erwartung“, sagt er und verweist auf neun Prozent junger Menschen ohne Schulabschluss.

Superintendent Albrecht Nollau führt durch neue Sporthalle
Das sei eine erschütternd beschämende Zahl und eine Entwicklung, die den Staat nicht ruhen lassen dürfe.
Am Gottesdienst nahmen auch die Schulleiterin Gabriele Füllkrug sowie die Schulpfarrerin Isolde Schäfter teil. Ein Ensemble von Schülern mit Streichern, Flöten und Klavier gaben einen hörbaren Eindruck von der Profilierung des Gymnasiums im künstlerisch-musischen Bereich. Die Kollekte wurde für ein indisches Mädchenheim gesammelt, um den dortigen Kindern aus ärmsten Verhältnissen eine kontinuierliche Schulausbildung zu ermöglichen.
In vier Gruppen wurden die Gottesdienstbesucher über das Schulgelände geführt, wo die Besichtigung der neuen Sporthalle, aber auch die neu ausgebauten Dachgeschossen auf dem Programm standen. Aus dem Schulhof wurde für alle sichtbar ein großzügig gestaltetes Freigelände im Campus-Stil.

Grußwort der Präsidentin des Kirchentags 2011 Dresden

Katrin Göring-Eckardt (l.) und Dr. Ellen Ueberschär
In der Dreikönigskirche überbrachte im Rahmen der Vorstellung über die Vorbereitungen zum 33. Deutschen Evangelischen Kirchentages 2011 die Präsidentin des 33. DEKT, Katrin Göring-Eckardt, Grüße aus Fulda und der Dresdner Geschäftsstelle. Sie wurde begleitet von der Generalsekretärin des DEKT, Dr. Ellen Ueberschär und von Manja Erler, Beauftragte der Landeskirche für den DEKT 2011.
Göring-Eckardt stellte die kürzlich ausgerufene Losung des Kirchentags „…da wird auch dein Herz sein“ als ein Wort aus der Bergpredigt vor. Die Bergpredigt sei ein Kompass in unübersichtlicher Zeit. Biblisch gesehen sei das Herz der Ort des Handelns und es sei ein Wort aus einer provozierenden Rede, die die Welt verändert habe und verändern werde.
Somit seien die Losung und der Anspruch des Kirchentags eine Herausforderung zum Handeln, da der Kirchentag nicht irgendeine Großveranstaltung sei.
Der Kirchentag soll in der Dresdner Region „stark und nachhaltig prägend sein“, sagte sie und verwies darauf, dass bis Mai 2011 mindestens 40.000 Teilnehmende aus der Region bzw. aus Sachsen zu mobilisieren seien. Es gehe darum, sich einzubringen und Türen aufzumachen, bis hin zur Spiritualisierung des öffentlichen Raum.
Die Präsidentin bat die Synodalen, für den Kirchentag zu werben und ihn als Chance für die Kirchgemeinden nach innen und nach außen zu begreifen. Sie wünsche sich, dass viele Menschen von weit her mit einem Halleluja auf Lippen nach Dresden kommen werden. Dresden sehe sie im Herzen Europas, vor allem auch im Hinblick auf die besondere Einladung von Gästen aus Osteuropa. „Der Kirchentag kommt in eine fantastische Stadt“, sagte Göring-Eckardt. Nach Dresden zöge der Kirchentag weiter elbabwärts nach Hamburg 2013.
Video-Tagebuch (Kirchentag auf der Landessynode)
Bericht des Diakonischen Amtes auf der Frühjahrssynode

OKR Christian Schönfeld
In einem Vortrag erläuterte der Direktor des Diakonischen Amtes, Christian Schönfeld, den Jahresbericht 2009 der Diakonie Sachsen unter dem Titel „Menschlichkeit braucht Unterstützung“. „Menschlichkeit, Humanität, Nächstenliebe kommen nicht von allein, sondern leben von dem, was jeder von uns dazu täglich beiträgt. So möchte ich an dieser Stelle den 17.000 hauptamtlichen und den vielen tausenden ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Diakonie Sachsens danken, die Tag für Tag im Sinne dieses Mottos im Einsatz sind“, sagte er. Er verwies auch auf das Jubiläum am 19. September diesen Jahres, wo der Gründung des Vereins „Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens e.V.“ vor genau 20 Jahren dankbar gedacht werde.
Im Vortrag nannte er derzeitige Herausforderungen bei einer älter werdenden Gesellschaft, vieler Alleinstehender und einem neuen Höchststand an befristeten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen. Schönfeld konstatiert einen Riss durch die Gesellschaft und ein Auseinandertriften bei sozialen Handlungsfeldern, die aber zusammengehalten werden müssten. „Wir erleben zu wenig, dass vermittelnde und ausbalancierende Positionen gestärkt werden“, stellte er fest und strukturierte dies in fünf Diskrepanzen zwischen dem wachsenden Bedarf an sozialen Dienstleistungen, an Vertrauen und Erwartungen an Kirche und Diakonie und fehlender Finanzierungsvereinbarungen. Die Herausforderung sei an Gesetzgeber und Leistungsträger, dies zwar in einer guten, belebenden Spannung zu halten, aber darauf zu achten, dass es nicht zum Zerreißen komme.


