Navigation überspringen

Landeskirche

Bericht vom 9. April 2011

Thementag mit Vorträgen und Arbeitsgruppen

Bild: Anfragen an die "Kirchenbank"

Bild: Engel und Udo Lindenberg machen sich Gedanken über die Sprache in der Kirche
Engel engagierte für Anspiel Udo Lindenberg

Zu Beginn des Thementages brachte ein Team der Dresdner golife-Initiative Schwung in das Plenum der Synode und hinterfragte musikalisch heiter die Verständlichkeit dessen, wie sich Kirche gibt und wie sie sich äußert.
Im Zentrum standen aber reale Fragen von Gottesdienstbesuchern bei früheren golife Veranstaltungen. Sie sollten von Synodalen auf einer weißen Kirchenbank möglichst verständlich und schnell beantwortet werden. Fragen nach Gott, Tod und Ewigkeit standen plötzlich im Raum. Die Integration von Fragen und Antworten sowie von Interviews war auch ein Kennzeichen der Dresdner golife Gottesdienste im Theater Wechselbad. Einzelne Filmsequenzen aus diesen Interviews wurden über die Leinwand präsentiert.

Sprachfähig im Glauben – Überlegungen aus theologischer Perspektive

Bild: Professor Härle während des Vortrags
Professor Wilfried Härle

Der Heidelberger Theologe, Professor Dr. Wilfried Härle, stellte in seinem Vortrag die Herausforderung in den Mittelpunkt, den christlichen Gott zu benennen. Es sei aber festzustellen, dass die Menschen sich weitgehend vom Reden von Gott entwöhnt hätten. Zudem komme die Unnahbarkeit Gottes, die schon viele Menschen zu Erklärungsversuchen animierte. Aber gerade das Unsichtbare sei in einer Zeit der Bilder und der kurzen Texte die Herausforderung, weil es das Herz fordere. „Gott ist das Gehäuse der Wirklichkeit“, zitierte Härle und wies auf die Schwierigkeit hin, Gott zu bestimmen. Luthers Hinweis - wo du dein Herz hängst – wäre eine Erklärung, wo dann zu prüfen sei, ob dieser „Gott“ hält, was er verspricht. Dann käme möglicherweise die Erkenntnis, auf die falschen Götter gesetzt zu haben.

Der Theologieprofessor kommt zur Frage zurück, ob die Glaubensprache ein aussterbender Dialekt sei. Er plädiert dafür, moderne Sprachmittel aufzugreifen und daran anzuknüpfen. So gebe es Beispiele aus der heutigen Welt der Technik und der Demokratie. Sich Gott als Auto-Navi vorzustellen sei interessant und nicht in allen Punkten stichhaltig, aber die Fortführung des Weges nach einer verpassten Ausfahrt erinnere ihn an die Geduld und Barmherzigkeit Gottes. Viel wichtiger sei aber, dass die Person Jesu Christi das Reden von Gott konkret mache. Hier könne an Sprachquellen in den Evangelien angeknüpft werden. Dort gebe es Bestandteile, die weiter wirken, so Härle.

Sprachfähig im Glauben aus journalistischer Sicht

Bild: Evelyn Finger
Evelyn Finger

Die Journalistin Evelyn Finger, die für die Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT schreibt, plädiert für eine klarere und mutigere christliche Sprache und journalistische Schreibe. Sie kritisiert eine Tendenz zur Frömmelhaftigkeit und vermisse eine souveräne Haltung der Kirche, Position zu beziehen. Jesus hätte polarisiert und sich nicht am Wohlwollen aller ausgerichtet.

Es fehle der Mut zur Intervention, so Evelyn Finger. Christen und die Kirche sollten keine Angst haben Moralisten zu sein.
„Was ist eigentlich das Ziel?“, fragte sie. Die Zukunft sei eine Frage des Glaubens, da die Gesellschaft nicht mehr die Zukunft kenne. „Die Grenzen unserer Sprache sind die Grenzen unserer Welt“, so Frau Finger. Es sei Aufgabe, diese Grenzen auszuweiten.

Workshops am Nachmittag zu vielfältigen Themen

Bild: Großes Interesse in der Arbeitsgruppe Kerntexte und -lieder
Kernlieder und -texte im Blick

Nach der Vergabe von „Wunschkarten“ zur Einordnung in die Arbeitsgruppen war das Interesse und die Beteiligung an den Gruppen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Folgende Gruppen wurden angeboten und kamen zustande:

1. „Religion für Neugierige“
Glaubenskurse im missionarischen Konzept der Frauenkirche zu Dresden. Pfarrer Holger Treutmann, Pfarrbüro

2. „Auskunft geben über den Glauben“
Der Evangelische Erwachsenenkatechismus – ein Kursbuch des Glaubens. Pfarrer i.R. Dr. Manfred Kießig

3. „Spielend dem Volk aufs Maul schauen“
Die besondere Chance von Anspielen im Gottesdienst. Hansruedi Humm

4. „Mach in mir deinem Geiste Raum“
 „Kernlieder und -texte“ als Sprachschatz der evangelischen Christen in Sachsen. KR Dr. Thilo Daniel

Bild: Pfarrer Burkart Pilz, Bautzen, informiert über Initiative Erwachsen glauben

5. „Auf Augenhöhe“ 
Gespräche mit Menschen, die noch keine Kirche von innen gesehen haben
Pfarrer Christfried Luckner

6. „Um Gottes willen“
Religiöse Sprache in alltäglichen Redewendungen
Pfarrer Dr. Heiko Franke,

7. „Der Lesung eine Stimme geben“ (kam nicht zustande)

8. „Welcher Glaubenskurs passt
zu mir?“
Erwachsen glauben – ein Projekt der Evangelischen Kirche in Deutschland
Pfarrer Burkart Pilz

Bild: PSR-Redakteurin Friederike Ursprung im Gespräch über kurze Zeiten und Themen im Sender

9. „Hörst du die Grillen? – Nein, ich rieche nichts“
So sprechen, dass man mich versteht
Christian Kurzke über

10. „Verstaubtes Halleluja“?
Jugend erklärt Liturgie
Sascha Theile & David Kretschmer über

11. „Kurz und gut“
Christliche Botschaft im Radio
Friederike Ursprung über Radio PSR
RADIOZENTRUM Leipzig

12. „Glaube, der groovt“
Popularmusik als Sprache des Glaubens
Dozent Michael Schütz über
Hochschule für Kirchenmusik der Ev. Landeskirche in Württemberg

Bild: Gespräch nach den Arbeitsgruppen im Plenum
Fragen nach den Workshops: Was kann das Sprechen vom Glauben fördern und hindern? Sind alle Mittel recht?

Schriftgrösse
[A]
[A]
[A]
Link-Tipps