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Landeskirche

Bericht vom 22. April 2012

Gottesdienst in der Annenkirche und Jahresbericht der Diakonie Sachsen

Bild: Landesbischof Bohl predigt in der Annenkirche

In der Dresdner Annenkirche feierten die Synodalen in einem Gottesdienst den Sonntag, bevor sie zu den Beratungen in das ‚Haus der Kirche’ zurückkehrten.
Im Abendmahlsgottesdienst hielt Landesbischof Jochen Bohl die Predigt und würdigte darin die Leitung der Kirche als „anspruchsvolle Aufgabe“.

Bild: Annenkirche in Dresden

Er hielt der Gemeinde und den Synodalen vor Augen, wie stark Interessen auch in der Kirche auseinanderstreben und es ein mühsamer Prozess der Einigung sei. Das zeige die Debatte auf der Synode. Es sei schwer, die Kirche beieinander zu halten, sagte er.

Die heutige Freiheit der Menschen sei selbstverständlich und gut. Was Unterwerfung  bedeute, zeigte sich im 20. Jahrhundert unter der Diktatur von Ideologien. Die Kehrseite dieser Freiheit liege in einer grotesken Selbstbezogenheit. Da gehe das gemeinsame Interesse und die Verantwortung zueinander verloren. Niemand werde in die Kirche gezwungen, aber Glaube ohne Gemeinschaft sei für Bohl nicht vorstellbar, obwohl es in der Kirche immer Auseinandersetzungen gab. Trotzdem sei Kirche anders, sie sei keine Partei, Gewerkschaft, kein Verein oder Staat, wo Macht ausgeübt werde. Hier gehe es vielmehr um die Verheißung göttlicher Wahrheit.

Bild: Direktor Christian Schönfeld

In der Dreikönigskirche kamen die 80 Synodalen zu ihrer 32. öffentlichen Tagung der 26. Landessynode zusammen und nahmen den Bericht des Diakonischen Werkes entgegen, der noch stark von dem Eindruck des Diakonischen Quartiers auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden geprägt ist.
Der Direktor des Diakonischen Amtes, Oberkirchenrat Christian Schönfeld, bekräftigte den 3. Weg der Diakonie in der Bezahlung von Beratungs- und Pflegekräften. „Pflegefachkräfte sollten wie ein Juwel behandelt werden“, sagte er und wies auf den drastisch steigenden Pflegebedarf, gerade im Zusammenhang mit Demenzerkrankungen hin. Schönfeld klagte aber auch über zurückgehenden Leistungen einerseits, andererseits dem Anspruch der Diakonie, die Pflege- und Beratungsqualität hoch zu halten.

Fortsetzung der Ersten Beratung zum Pfarrdienstrecht und Anträge

Bild: Blick in das Plenum während des Vortrags von OKR Schönfeld

Die Beratung zum Entwurf eines Kirchengesetzes zur Neuordnung des Pfarrdienstrechts wurde mit der Einzellesung der Paragrafen fortgesetzt. Nach einer engagierten und konstruktiven Debatte wurde die Vorlage von der Landessynode in der ersten Lesung beschlossen. Mit der Aufnahme eines Paragrafen 15 wird das Leitbild von Ehe und Familie für Pfarrerinnen und Pfarrer im Kirchengesetz verankert und damit nochmals gestärkt.

Bild: Synodale Matthias Dreßler
Matthias Dreßler

In diesem Zusammenhang verabschiedete die Landessynode auf Antrag des Theologischen Ausschusses und des Rechtsausschusses mit großer Mehrheit eine Erklärung, welche die Bedeutung des Kirchenleitungsbeschlusses vom 29. August 2001 und seiner Fortschreibung im Kirchenleitungsbeschluss vom 21. Januar 2012 betont und die Aufnahme des Leitbildes von Ehe und Familie in das Gesetz begründet. Damit kann in der sächsischen Landeskirche zukünftig im seelsorgerlichen Einzelfall ein Zusammenleben von gleichgeschlechtlichen Paaren in eingetragenen Lebenspartnerschaften im Pfarrhaus gestattet werden.

Die Vertreter des sächsischen Gemeinschaftsverbandes, Vertreter der ‚Sächsischen Bekenntnisinitiative’ als auch Befürworter des Kirchenleitungsbeschlusses begrüßten den gefundenen Ausgleich und bezeichneten ihn als „Brücke“, um im gemeinsamen Gespräch zu bleiben. Weiter regt die Landessynode in ihrer Erklärung einen Gesprächsprozess über das Schriftverständnis im Allgemeinen und über die strittigen ethischen Fragen im Besonderen in der Landeskirche an, für welchen ein Zeitraum von drei Jahren vorgeschlagen wird.

Verordnung mit Gesetzeskraft zum Versorgungsgesetz (Vorlage Nr. 42)

Die Synode stimmte einer Verordnung mit Gesetzeskraft zu, mit welcher das Kirchengesetz über die Versorgung der Pfarrer und Kirchenbeamten im Ruhestand sowie ihrer Hinterbliebenen geändert wird, indem die Anhebung der Regelaltersgrenze, schrittweise vom 65. auf das 67. Lebensjahr, für das Versorgungsrecht nachvollzogen wird. Damit sind Versorgungsfragen von Pfarrer und Kirchenbeamte im Hinblick auf ihre Versetzung in den Ruhestand nach dem 1. Januar 2012 rechtssicher zu beantworten.

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