Arbeitsstand Oktober 2005
Bericht von der Baustelle – Oktober 2005
Im Oktober hat die „Kerngruppe“ einmal getagt. Der Stand der Verwaltungsstrukturreform war auch Gegenstand der Beratungen der Landessynode auf ihrer Tagung vom 21. bis 24.10.2005. Das Landeskirchenamt hat der Landessynode unter Punkt 11 seines Tätigkeitsberichts über die Umsetzung der Verwaltungsstrukturreform berichtet.
Auszüge aus Punkt 11 des Tätigkeitsberichts des Landeskirchenamts 2004/2005 an die Landessynode:
„Zu den wesentlichen Aufgaben der „Kerngruppe“ gehört die Bearbeitung von Eingaben. An die Synode, die Kirchenleitung, den Landesbischof oder das Landeskirchenamt oder auch an alle Verfassungsorgane der Landeskirche in gleichem Wortlaut gerichtete Eingaben wurden nach Eingang auch der Kerngruppe zur Kenntnis gegeben. An die Synode gerichtete Eingaben wurden in der Regel mit einer Zwischennachricht der Synodalkanzlei beschieden, die auf die Arbeit der „Kerngruppe“ verwies. .... Immer wieder traten in den Eingaben auch erhebliche Missverständnisse der Drucksache 135 zu Tage. Alle auf Einzelzüge der Umsetzung bezugnehmenden Eingaben werden in der „Kerngruppe“ sorgfältig geprüft, gewichtet und gegebenenfalls den entsprechenden Fachgruppen zugeleitet. Eingaben mit grundsätzlichen inhaltlichen Bedenken gegenüber den Beschlüssen der Drucksache Nr. 135 können dagegen vom Landeskirchenamt nicht bearbeitet werden, da sie über den Auftrag an das Landeskirchenamt, die Beschlüsse der Drucksache Nr. 135 umzusetzen, hinausgehen. Die Landessynode sollte deshalb ein Verfahren entwickeln, das es ihr erlaubt, Eingaben von Kirchgemeinden und anderen, die grundlegende Bedenken gegen die beschlossenen Verwaltungsstrukturveränderungen erheben, in ihre weiteren Überlegungen einzubeziehen. Das Landeskirchenamt wird seinerseits auf der Ephorentagung im Hüttengrund mit den Superintendenten erörtern, wie sie die Kommunikation der Ziele der Verwaltungsstrukturreform in den Kirchenbezirken weiter verbessern können.
Strukturveränderungen allein werden nicht ausreichen, um die angestrebten Einsparungen ohne Qualitätsverluste erzielen zu können. Das Gelingen eines so tiefgreifenden Veränderungsprojektes ist entscheidend auch davon abhängig, dass Betroffene und Beteiligte die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit der Veränderungen begreifen und sich konstruktiv einbringen. Dafür ist eine breit angelegte Kommunikation der Ziele und Wege unerläßlich.“
Immer wieder wird eine bessere Information zur Verwaltungsstrukturreform gefordert.
Dahinter stehen unterschiedliche Interessen und Erfahrungen. Teilweise geht es darum besser zu verstehen, warum diese tiefgreifenden Änderungen überhaupt nötig sind. Manchmal drückt sich darin aber auch eine grundsätzlich ablehnende Haltung gegenüber den beschlossenen Veränderungen aus. In diesen Fällen können erfahrungsgemäß selbst gründliche und umfassende Informationen erst dann etwas bewirken, wenn auch Hörbereitschaft und Offenheit für fremde, ungewohnte Sichtweisen und neue Zusammenhänge bestehen. Dabei kann ohne ein gewisses Maß an Vertrauen weder die Verständigung über kontroverse Gesichtspunkte gelingen noch ein gemeinsam getragener Kompromiß gefunden werden.
Oft drückt sich in der Forderung nach besserer Information auch die sehr verständliche Sorge um die Zukunft des eigenen Arbeitsplatzes aus. Das Landeskirchenamt hofft bis zum Jahresende die Planung der Grundzüge der Umsetzung – also die Funktionsbeschreibungen, Stellenstruktur und Standorte der neuen zentralen Dienstleister, der Außenstellen des Landeskirchenamtes und der kasseführenden Stellen – erarbeiten zu können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kirchgemeindeverwaltungen warten bereits mit Unruhe und Sorge auf diese Entscheidungen. Die Veröffentlichung von vorläufigen Arbeitsergebnissen, die sich während der nötigen Abstimmungen noch verändern können, würde aber diese Beunruhigung nicht verringern sondern verstärken.
Um dennoch möglichst gut und genau die Beschlüsse der Landessynode darzustellen und ihre Konsequenzen durchschaubar zu machen, werden an dieser Stelle demnächst auch regelmäßig Antworten auf „häufig gestellte Fragen“ zu finden sein.


