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Leben und Glauben

Sexualisierte Gewalt – Prävention, Intervention und Aufarbeitung

Schutzkonzept der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche verfügt über ein trägerspezifisches Schutzkonzept zur Intervention und Prävention von sexueller Gewalt.

Um den Schutz der anvertrauten Kinder und Jugendlichen sowie anderer im Bereich der kirchlichen Arbeit Wirkender effektiv zu gewährleisten ist es nötig, ein Konzept zur Prävention und Intervention von sexueller Gewalt zu erarbeiten. Dies dient der Qualität der kirchlichen Arbeit und zur Sicherheit im Umgang mit dieser schwierigen Thematik.

PRÄVENTION:

  • Ansprechstelle:
    Gleichstellungsbeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens

  • Festlegungen zur Vorlage des erweiterten Führungszeugnisses:
    Einsicht soll genommen werden bei Pfarrern bei Bewerbung zur Anstellung und bei Haupt-und Nebenamtlichen im Verkündigungsdienst bei Neueinstellungen. Bei Mitarbeitenden der freien (geförderten) Jugendhilfe schließen die örtliche Jugendämter mit den freien Trägern Vereinbarungen (§ 72 a SGB VIII).

  • Verhaltenskodex der Evangelischen Jugend in Sachsen
    „Auf dich vertrau ich …“ 

  • flächendeckende Basisschulungen

  • Modulare Weiterbildung
    "Mit anderen Augen ..." (Qualifizierungsmodule zur Entwicklung präventiver Strukturen)

  • Seelsorgenetzwerk
    Sexuelle Gewalt kann sich auch auf Glaubensfragen auswirken. „Warum hat Gott mir nicht geholfen?“, „Bin ich eine schlechte Christin, wenn ich nicht ohne Weiteres verzeihen kann?“, „Hat Jesus nicht auch viel Leid ausgehalten, warum soll ich mich wehren?“, “Ich soll Vater und Mutter ehren - auch wenn mein Vater mir Gewalt antat?“, „Ich kann Gott nicht mehr mit „Vater“ anreden.“ Gewalterlebnisse im Bereich Kirche werfen eine Reihe von Fragen auf, die einer besonderen theologischen bzw. seelsorgerlichen Kompetenz bedürfen, um belastende Erfahrungen aufzuarbeiten.

    Nächstenliebe, Gehorsam und Vergebung sind Begriffe, die im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt gegenüber Opfern verwendet wurden und Ohnmachtsgefühle und Abhängigkeitserfahrungen bei den Betroffenen ausgelöst haben. Mitunter haben Täter von Opfern vorschnelle Versöhnung verlangt. Biblisch gesehen ist Vergebung nicht ohne wirkliche Einsicht in Unrecht und Schuld möglich. Vergebung wird, wenn sie dem Opfer möglich ist, i.d.R. erst am Ende eines langen Verarbeitungsprozesses stehen können. Es ist möglich, dass Opfer nicht vergeben können oder wollen, weil der ihnen zugefügte Schaden verheerend ist. Dies gilt es auszuhalten, ohne die Opfer erneut unter Druck zu bringen.

    Die Erfahrung, dass Gott zur Seite steht und stärkt, dass Gott ein Interesse am gelingenden Leben hat und mitleidet, wenn Menschen leiden, muss neu sichtbar gemacht werden. Seelsorgerlich Tätige können mit Opfern von sexualisierter Gewalt nach neuen Glaubenszugängen suchen, die sich von den gewaltfördernden und einschüchternden Glaubensinhalten der Täter unterscheiden.

    Menschen die Opfer von sexualisierter Gewalt waren, können sich an die Landeskirche wenden. Das Seelsorgeangebot versteht sich als Ergänzung zu therapeutischen Angeboten. Auch seelsorgerlich Tätige, bspw. Pfarrer und Pfarrerinnen, die für ihre Seelsorgegespräche zu diesem Thema Unterstützung suchen, können sich an das Seelsorgenetzwerk wenden.

    Kontakt/Ansprechstelle für sexualisierte Gewalt:
    Kathrin Wallrabe, Landeskirchenamt, Lukasstraße 6, 0351 4692106,
    kathrin.wallrabe@evlks.de

 

VERÖFFENTLICHUNGEN:

Broschüre: Informationen zum Umgang mit sexuellem Missbrauch

INTERVENTION BEI VERDACHTSFÄLLEN:

MONITORING / ÜBERPRÜFUNG:

  • Teilnahme am bundesweiten Monitoring:
    2012 erste Befragungswelle
    2013 zweite Befragungswelle


WEITERE INFORMATIONEN:

Flyer zum Fonds Sexueller Missbrauch

  • Fonds 'Sexueller Missbrauch' für Betroffene eingerichtet
    Betroffene von sexuellem Missbrauch (Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung) können seit dem 1. Mai 2013 Sachleistungen bis zu max. 10.000 Euro beantragen. Antragsberechtigt sind Menschen, die als Kinder oder Jugendliche sexuell missbraucht wurden, also zum Tatzeitpunkt minderjährig waren. Zeitliche Voraussetzung ist, dass der sexuelle Missbrauch nach der Gründung der BRD (23. Mai 1949) – auch auf dem Gebiet der ehemaligen DDR – und vor Inkrafttreten des Gesetzes zur Stärkung  der Rechte von Opfern sexuellen Missbrauches (StORMG) am 30. Juni 2013 begangen wurde. Zu den Leistungen, die unter bestimmten Bedingungen gewährt werden können, gehören unter anderem psychotherapeutische Hilfen, Kosten der individuellen Aufarbeitung des Missbrauchs, Unterstützung bei Weiterbildungs- und Qualifikationsmaßnahmen sowie sonstige Unterstützung in besonderen Härtefällen. Anträge für Hilfeleistungen aus dem Fonds können ab dem 1. Mai 2013 bis zum 30. April 2016 gestellt werden.
    Informationen zum Antrag und alle Anlauf- und Beratungsstellen sind unter www.fonds-missbrauch.de zu finden. Über ein kostenloses und anonymisiertes Infotelefon werden Fragen zum Fonds und zur Antragstellung gegeben: Telefon (0800) 400 10 50.


Unabhängiger Beauftragter der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Missbrauchs:

Die Kampagne „Kein Raum für Missbrauch“



Psychologische Beratung

 

AUFARBEITUNG

Unabhängige Aufarbeitungskommission Kindesmissbrauch (UAK):

(Quelle: www.beauftragter-missbrauch.de )


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