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Leben und Glauben

Kurzandacht


Martin Luther

Am 10. November 1483 - vor 531 Jahren - wurde Martin Luther geboren. Er hat durch seinen Thesenanschlag an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg die Reformation und damit eine tief greifende Wende in der Geschichte Europas einleitet.
Die Reformation veränderte nicht allein die Kirche, sondern hatte auch Einfluss auf das gesamte politische wie alltägliche Leben. Predigten, Aufsätze und Briefe, aber auch Lieder verbreiteten die Gedanken Luthers. "Ein feste Burg ist unser Gott" ist wohl das bekannteste, obwohl solche Worte wie: "altböser Feind, Welt voll Teufel wär, Gottes Wort das in Ewigkeit besteht", heute eher fremd klingen.
Und trotzdem ist es zu dem Lied der evangelischen Kirche geworden, wie kein anderes.
Das hat sicher damit zu tun, dass sich im Text verdichtet, was Leben und Wirken Luthers Anstoß und festen Grund gab. Auch viele Denkmäler scheinen diese Haltung des Wittenbergers wieder zu spiegeln. Aufrecht steht er im Talar mit festem Blick, übergroß, auf hohen Sockel. Wenn ich ihn so sehe, fallen mir seine Worte auf dem Reichstag in Worms, auch wenn sie nicht historisch belegt sind, ein: "Hier stehe ich. Ich kann nichts anders. Gott helfe mir."
War er das? Ja - er hat gekämpft, manchmal, so schien es, allein gegen alle. Er „räumte weg“ all das, was sich an Glaubenslehren zwischen Gott und den Menschen gestellt hatte. Luther entdeckte in der Bibel, dass Gott den Menschen liebt. Da fand er Worte, die sagen: Gott hat uns durch Jesus Christus angenommen. Er schenkt uns seine Gerechtigkeit. Wir dürfen zu Gott kommen, ohne, dass er fragt, was wir leisten können.
Und da kommt die andere Seite Luthers in den Blick. Es ist als würden wir ihn vom Sockel herunter holen. Er war eben nicht nur der Starke, sondern ein Mensch voller Ängste.
Es lohnt sich, mit diesem so widersprüchlichen, glaubensstarken, wie zweifelnden Mann, auseinanderzusetzen. "Eine feste Burg ist unser Gott" - dahin kann ich gehen, wenn alles trostlos und sinnlos erscheint. Wenn alle Sicherheiten zerbrechen und die Last alleine dazustehen, einen erdrücken will. Dann bleibt als letzte Möglichkeit hinein in Gott selbst zu fliehen, wie in eine Burg.

Pfarrer Andreas Beuchel, Dresden
Senderbeauftragter der Ev. Landeskirchen beim MDR

 

 

 

 


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