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Leben und Glauben

Kurzandacht

Osterzeit

Wirklich echt!

Vor ein paar Wochen war ich zu einer Hochzeit eingeladen.
Da hatte ich sie mal wieder in der Hand – eine Polaroid Kamera.
Im Grunde noch genauso wie vor 30-40 Jahren.
Nur etwas moderner und ein wenig kleiner.

Alle Hochzeitsgäste sollten sich im Lauf des Abends die Kamera nehmen und ein Bild von sich machen, das sie dann mit guten Wünschen direkt in das Gästebuch für das Hochzeitspaar einkleben konnten. Eine schöne Idee.
Der besondere Moment beim Fotografieren mit der Polaroid ist je der, wenn nach dem Foto der Apparat schnurrt und ein Bild aus dem Kasten entlässt, das sich in den 2-3 Minuten danach vor unseren Augen entwickelt. So als materialisierte sich der kurze Moment auf der Hochzeit für die Ewigkeit.

Polaroid Kameras sind wieder im Kommen. Es gibt Künstler, die nur noch mit alter Fototechnik Kunstwerke gestalten. In Zeiten der Bilderflut per Handy und der tausenderlei Versuche mit den Digitalkameras bekommt das einmalige Foto wieder neue Aufmerksamkeit. Gar nicht zu reden von Bildbearbeitungs-programmen, die uns fragen lassen, ob denn das wirklich echt ist, was man auf dem Bildschirm sieht - in Farbe und Motiv; oder ist es ein Fake?

Wie war das nach Ostern?
Die ersten Zeugen der Auferstehung sahen ein leeres Grab.
Christus ist auferstanden! Mit dieser Botschaft der Engel sollten sie losgehen und es den anderen verkündigen. Einige hatten Visionen; Träume, in denen Christus ihnen erschienen ist, ganz real. Je weiter aber die Zeit vorrückte, desto kritischer fragten wohl diejenigen nach, die nicht unmittelbar an den Auferstehungsereignissen Anteil hatten. Und je später die biblischen Texte entstanden sind, desto realistischer beschreiben die Zeugen ihre Begegnungen mit dem Auferstandenen.

Sie wollten deutlich machen: Es war keine Einbildung. Er war wirklich da. Im Osterbericht des Lukas wird erzählt, wie Jesus mit den Jüngern isst; nicht nur beim Abendmahl mit Brot und Wein, sondern auch mit Fisch, gebraten auf offenem Feuer. Sie essen und sie sollen Jesus berühren, damit deutlich wird: Die Auferstehung ist kein Hirngespinst überspannter Enthusiasten. Du und ich, und alle Menschen können glauben, dass auch das Leben nach Tod Wirklichkeit für sie werden kann.

Pfarrer Holger Treutmann, Dresden
Rundfunkbeauftragter der Ev.-Lutherischen Landeskirche Sachsens und Senderbeauftragter der Evangelischen Kirchen beim MDR

 


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