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Leben und Glauben

Kurzandacht

Alles Asche!

"Alles Asche!“ – Man hat sich soviel Mühe gegeben und plötzlich ist nichts davon übrig geblieben. „Alles Asche!“ Spitzensportler fahren Medaillen ein und plötzlich wird Doping festgestellt, ihr Sieg in Zweifel gezogen und die ganze Karriere  gefährdet.
„Alles Asche.“ Aschermittwoch - ein alter Brauch der Passionszeit gab dem Tag seinen Namen. Ölbaumzweige wurde verbrannt und ihre Asche im kommenden Jahr zu Aschermittwoch geweiht. Ein katholischer Priester streut  noch heute im Aschermittwochsgottesdienst Asche auf die Stirn oder den Scheitel von Christen. Dabei erinnerte er, wie vergänglich unser Leben ist und zitierte aus dem alten Psalm 103: “Gedenke, o Mensch, du bist Staub, und zum Staube kehrest du zurück”.
Asche ist Symbol sowohl der Vergänglichkeit wie der Reue. Schon die Menschen im Alten Testament “hüllten sich in Sack und Asche”, um Schuld und Reue zu zeigen. Asche wurde als Reinigungsmittel verwendet.
„Alles Asche!“ hat in diesem Ritus eine neue Bedeutung. „Die Asche“ ist nicht Ausdruck für das Ende einer Sache, sondern Ausdruck für einen neuen Anfang. Selbst wenn man den Ölzweig im Rest der Asche nicht mehr erkennt, kann doch diese Asche zur Erde für einen neuen Baum werden. Das von Gott geschenkte Leben kennt keinen Tod, nur Verwandlung in ein neues Leben. So wird der Aschermittwoch teil der Vorbereitung auf Ostern. Vielleicht ist das ein Grund, warum der alte katholische Ritus zunehmend auch von evangelischen Christen praktiziert wird.

Pfarrer Christian Mendt, Radebeul

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