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Leben und Glauben

Kurzandacht

Auf dem Siegertreppchen

Die Olympiade hat begonnen. Am Freitag, 5. August fand die feierliche Eröffnung der Spiele in Rio statt. Und schon standen die ersten Athleten auf dem Treppchen.
Immer sind es die ersten drei, die eine Medaille bekommen und bei der Siegerehrung auf dieses abgestufte Treppchen steigen dürfen. Links und rechts Zweiter und Dritter, und in der Mitte, auf der höchsten Stufe, der Sieger oder die Siegerin.
Als der Apostel Paulus einmal darüber nachdenkt, welches die höchsten christlichen Tugenden sind, hebt er drei ganz besonders hervor. Sicher gibt es noch viele andere, wie es immer auch viele andere Sportler in einer Disziplin gibt. Nur drei aber schaffen es auf das Treppchen. Seine Worte aus dem 1. Korintherbrief klingen fast wie eine Siegerehrung. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größte unter ihnen. (1. Kor. 13, 13)
Wenn es drauf ankommt – in Krisen oder am Lebensende dann zählen letztlich drei Dinge: Glaube, Hoffnung und Liebe.
Man könnte auch sagen: Gottvertrauen, Zuversicht und selbstlose Liebe, die das Wohl des anderen sucht und darin das eigene Glück findet. Sie ist die Größte.

Die olympische Idee ist eigentlich großartig: Über den Sport begegnen sich Länder und Nationen in einem friedlichen Wettkampf. Diese Spiele waren im Vorfeld überschattet von Skandalen und Fragen: Müssen die russischen Sportler wegen staatlich verordnetem Doping ausgeschlossen werden? Der Glaube an die Fairness ist gebrochen. Wie kann Vertrauen zurückgewonnen werden?
Wird Brasilien als austragendes Land mit den Bauaufgaben fertig? Und was bedeutet ein solches Großereignis für die Bevölkerung im Land? Bekommen auch die Armen eine Perspektive und führt es im Land insgesamt zu neuer Zuversicht und Hoffnung?
Und nicht zuletzt: Wird es friedlich bleiben? Wird es Begegnungen über Grenzen hinweg geben und die Liebe zum Sport Menschen verbinden?

Glaube – Hoffnung – Liebe. Diese drei.
Neues Vertrauen – neue Zuversicht – neue Zuwendung zum Anderen.
Ich wünsche, dass das die Sieger sind und sie am Ende auf dem Treppchen stehen bei Olympia 2016 in Rio.
 

Pfarrer Holger Treutmann, Dresden
Rundfunkbeauftragter der Ev.-Lutherischen Landeskirche Sachsens
und
Senderbeauftragter der Evangelischen Kirchen beim MDR

 


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