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Leben und Glauben

Kurzandacht

Weihnachten

Martin Luther als Weihnachtsliedkomponist

Vom Himmel hoch, da komm ich her, ich bring euch gute, neue Mär‘!

Bild: Cover aus einer Einladung der SLUB zur Ausstellung "Luther Lieder" 2012 (Ausschnitt der Einladung)
Luthers Lieder

Es gehört zu den bekanntesten Weihnachtsliedern überhaupt. Vom Himmel hoch, da komm ich her.

Und wenn wir in diesem Jahr das Reformationsjubiläum begehen, dann sollte in der Weihnachtszeit nicht unerwähnt bleiben, dass Martin Luther dieses Lied selbst gedichtet und komponiert hat.

Er war ja nicht nur ein Theologe und Prediger, ein Schriftsteller und Bibelübersetzer, er wollte auch Lehrer sein. Die wichtigsten Inhalte des christlichen Glaubens brachte er in Liedform, damit jeder sie kennen und verstehen kann. Als Mönch wusste er, wie wichtig die Wiederholung ist. Der Glaube lebt auch davon, dass man sich in seine Botschaft einübt. Luther konnte einmal sagen, es wäre wichtig in den Worten der Heiligen Schrift immer wieder zu baden, oder daran zu reiben wie an einem Kraut, das je länger desto intensiver zu duften beginnt.

Und so dichtet Luther Lieder, manchmal zur Melodie bereits bekannter Volkslieder, manchmal komponiert er aber auch selbst etwas Passendes zum Text:

Vom Himmel hoch, da komm ich her.

Wer sich das Notenbild dieses Liedes ansieht, erkennt sofort, dass der Inhalt mit der Musik korrespondiert.

Die erste Zeile beginnt mit dem höchsten Ton des Liedes und kehrt nach wenigen Stufen wieder dahin zurück. Dann wagt sich die Melodie in immer größere Tiefen. Und die letzte Zeile sieht im Notenbild aus wie eine große Rutsche von ganz weit oben nach unten zum tiefsten Ton.

Gott wird Mensch. Er kommt zur Erde. Er verlässt seinen höchsten Thron und kommt in die Niederungen dieser Welt. Diese Niedrigkeit Gottes, die Augenhöhe, die Gott - bei aller Größe und Unfassbarkeit – in Jesus mit uns sucht, die war Martin Luther in seiner Theologie immer besonders wichtig.

Das macht den Glauben groß, auch heute: Wenn er nicht von oben herab beurteilt, sondern die Augenhöhe sucht mit Menschen wie dich und mich.

Diese gute Mär‘, diese gute Geschichte und Botschaft ist es, die das Lied als Engelsgesang verkündet und musikalisch abbildet.

 

Pfarrer Holger Treutmann, Dresden

Rundfunkbeauftragter der Ev.-Lutherischen Landeskirche Sachsens und Senderbeauftragter der Evangelischen Kirchen beim MDR


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