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Leben und Glauben

Kurzandacht

Advent

Siehe, dein König kommt zu dir; gerecht ist er uns ein Helfer.

Im liturgischen Kalender beginnt mit dem Advent ein neues Kirchenjahr. Der Blick geht voraus, auf das, was kommen mag.

Adventskranz

Viele sehen in diesen Tagen mit Sorge in die Zukunft. Die Zeiten sind nicht friedlicher geworden. Wir ahnen, dass neue, nicht geringe Herausforderungen auf uns warten. Flüchtlingsströme ziehen nicht mehr an uns vorbei in andere Länder der Erde, sie erreichen uns vor der Haustür. Kriege beobachten wir zwar noch aus dem Abstand, aber Anschläge kommen nahe, und das Erschrecken spüren wir unmittelbarer. Und wir fragen, ob unsere freie und offene Gesellschaft sich aufrechterhalten lässt und wir in unserem demokratischen Grundkonsens noch auf einem gemeinsamen Nenner sind.

Advent nimmt die Zukunft in den Blick. Advent fragt danach, was kommen wird.
Siehe, dein König kommt zu dir; gerecht ist er und ein Helfer. (Sach. 9,9)
Wenn wir Gott König über unserem Leben sein lassen, dann dürfen wir Veränderungen erwarten, die zu mehr Gerechtigkeit führen.
Mag sein, dass Ordnungen und Zuordnungen sich verändern werden. Mag sein, dass manches Oben nach unten gekehrt wird; und manches Unten nach oben kommt. Mag sein, wir sehen ein, dass unsere Art gut zu leben anderswo Schaden anrichtet. Das soll nicht immer so bleiben.
Wenn die Zukunft durch Gottes Gerechtigkeit bestimmt sein wird, dann müssen wir uns nicht fürchten.
Und es kommt ein König, der Interesse daran hat, dass uns in allen Veränderungsprozessen Hilfe zu Teil wird:
Gerecht ist er und ein Helfer
Wenn Gott uns mit seiner Hilfe entgegenkommt , dann gehen wir in eine gute Zukunft. Menschen erfahren Hilfe aus Gottes Kraft und etablieren selbst ein Klima der Hilfe untereinander. So muss uns um die Zukunft nicht bange sein. Vielleicht bringen uns manche Veränderungen gerade der Wahrheit des Lebens näher.
Er will zu uns kommen, der ewige Gott und menschliche König.
Er meint es gut mit uns und will, dass wir leben und andere auch.
Siehe, dein König kommt zu dir; gerecht ist er uns ein Helfer.

 

Gebet in der Adventszeit

Gott, unser himmlischer Vater,
noch sprechen wir von Ahnungen,
noch sehen wir dich nicht von Angesicht zu Angesicht.
Stärke unseren Glauben
Beflügele unser Gottvertrauen
und überwinde unsere selbstorientierte Weltsicht.

Gott, lebensschaffender Geist,
noch sehen wir wie durch beschlagene Fenster,
wie durch Nebel am trüben Tag.
Stärke unsere Hoffnung,
Beflügele unsere Zuversicht
Und überwinde bequeme Lethargie.

Gott, Mensch an unserer Seite,
noch wissen wir nicht, was deine Liebe kostet.
Beflügele uns zur Liebe, die einfach ist und einfältig,
nie vollkommen, aber vielleicht genug für den Augenblick,
bis du einst wiederkommst und aufscheinen lässt,
was noch verborgen ist für unsere Erfahrung
in deinem Advent.
Amen

 

Pfarrer Holger Treutmann, Dresden
Rundfunkbeauftragter der Ev.-Lutherischen Landeskirche Sachsens
und
Senderbeauftragter der Evangelischen Kirchen beim MDR

 


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