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Leben und Glauben

Frauen der Reformation

Bild: Frauen der Reformation

Identität aus der Perspektive Lutherischer Frauen

Frauen der Reformation - Postkartenserie

Im Zuge der Lutherdekade ist der Fokus der Erinnerung oft eng auf die führenden Köpfe der Reformationszeit gerichtet. Namen wie Martin Luther, Philip Melanchthon, Johannes Calvin oder Huldrych Zwingli sind präsent. Frauen bereicherten mit ihren Gedanken und Taten den Fortgang der Reformation in ganz unterschiedlicher Weise. Ihr Einfluss ist oft wenig bekannt oder im Zuge der traditionellen Geschichtsschreibung verharmlost worden.

Das Frauennetzwerk des Lutherischen Weltbundes (Women in Church and Society/WICAS) hat sich anlässlich der Reformationsdekade die Aufgabe gestellt, die Identität von Frauen, die reformatorisch wirksam waren, weltweit sichtbar zu machen. Die eigene Identität speist sich u.a. aus der jeweiligen Landesgeschichte, der Religionszugehörigkeit, den familiären und sozialen Zusammenhängen.

Auf der Herbstkonferenz WICAS Westeuropa 2012 in Wittenberg haben die Teilnehmerinnen aus Italien, Holland, Österreich und Deutschland beschlossen, Frauenbiografien, die die Reformation beeinflussten, exemplarisch in einer Postkartenserie zu veröffentlichen.
Herzoginnen, einfache Botenfrauen, Pfarrfrauen, Witwen, kinderreiche und kinderlose Frauen setzten sich intensiv für Reformationen ein. Sie nahmen Spott, Streit und oft schwere persönliche und familiäre Nachteile in Kauf, erlitten in manchen Ländern die Verbannung, riskierten ihre Gesundheit und scheuten sich nicht, für ihre reformatorischen Taten ins Gefängnis zu gehen. Keineswegs beschränkten sie sich nur aufs Kochen und Zuhören.

Die kurzen Texte sollen neugierig machen. Die Auseinandersetzung mit der damaligen Zeit gibt Impulse für die aktive Teilnahme von Frauen an der Gestaltung von Religion und Gesellschaft.

Auf der Herbstkonferenz WICAS- Westeuropa in Wien 2015 wurde die Erweiterung des Postkartensets beschlossen:
„Das einzigartige, mehrsprachige Postkartenprojekt von WICAS Westeuropa, das 2013 mit sechs Postkarten (Katharina von Bora, Argula von Grumbach, Olympia Morata, Herzogin Elisabeth von Rochlitz, Wibrandis Rosenblatt und Brigitta Wallner) startete, ist inzwischen um Henriette Katharina Freifrau von Gersdorff erweitert worden und wird um drei weitere Frauen ergänzt.“

Folgende Karten sind fertiggestellt:

  • Anna Maria van Schurman (deutsch, englisch, niederländisch)
  • Apollonia Hirscher, (deutsch, englisch) und
  • Jacqueline de Rohan (deutsch, englisch, französisch).

Es liegt nun eine Serie von 10 Postkarten vor, die mit einer Banderole als Geschenkset verwendet werden kann. Die Banderole ist gleichzeitig als Lesezeichen zu verwenden.
Die Arbeitsmittel sollen dazu beitragen reformatorisch wirksame Frauen in der Öffentlichkeit bekannter zu machen.


 

Postkarten zum Download (PDF-Dokumente):

 

Das Projekt förderten:
Konvent Evangelischer Theologinnen in der BRD e.V. (www.theologinnenkonvent.de)
Frauennetzwerk der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien (www.chiesaluterana.it
Evangelische Frauenarbeit in  Österreich (http://www.frauen-evang.at)
Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen, Gleichstellungsbeauftragte (www.evlks.de)
Evangelische Landeskirche in Würtemberg und Kirchenkreis Osnabrück

 

Weitere Links zum Thema:

 

Weiterführende Literatur:

  • Christoph Münchow, Region mit Weltgeltung - Sachsen und sein Reformationsgedenken, Leipzig 2011
  • Anja Zimmer, Auf dass wir klug werden. Das Leben der Herzogin Elisabeth von Sachsen, Laubach-Lauter 2011
  • Sonja Domröse, Frauen der Reformationszeit - gelehrt, mutig und glaubensfest, Göttingen 2010
  • Thomas Kaufmann, Geschichte der Reformation, Frankfurt am Main-Leipzig 2009
  • Martin H. Jung, Die Reformation. Theologen, Politiker, Künstler, Göttingen 2008
  • Roland H. Bainton, Frauen der Reformation. Von Katharina von Bora bis Anna Zwingli, Gütersloh 31996 (englische Originalversion: Women of the Reformation in Germany and Italy, Minneapolis, Minn. 1971)
  • Marion Kobelt-Groch, Aufsässige Töchter Gottes. Frauen im Bauernkrieg und in den Täuferbewegungen, Frankfurt am Main-New York 1993
  • Sherrin Marshall (Hg.), Women in Reformation and Counter-Reformation Europe. Private and Public Worlds, Bloomington-Indianapolis 1989
  • Alice Zimmerli-Witschi, Frauen in der Reformationszeit, Zürich 1981

 

Weitere Informationen:

Besondere Veranstaltungen im Rahmen der Reformationsdekade (Termine und Berichte):

Bild: FRAUENMAHL



 

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