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Leben und Glauben

Bericht vom Freitag, 26. Mai 2017

Bibelarbeiten an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Themen

Bild: Bibelarbeit im Hauptbahnhof (Foto: Michael Seimer)
Bibelarbeit im Leipziger Hauptbahnhof, Osthalle, mit Vertretern der Bundespolizei und -orchester

Der Freitagvormittag war bestimmt von mehreren Bibelarbeiten, die sich mit theologischen und politischen Themen, sowie mit Themen aus Religion und Gesellschaft beschäftigten. Im Museum der bildenden Künste  in der Katharinenstraße 10 wurde im Rahmen einer Bibelarbeit der christlich-muslimische Dialog angesprochen. Es sprach Landesbischof Dr. Carsten Rentzing. Kurzfristig musste der Leipziger Doktorand Walid Abd del Gawad aus gesundheitlichen Gründen absagen.

Bild: Ministerpräsident Stanislaw Tillich in der Kongresshalle
Ministerpräsident Tillich zu Jesus und Zachäus

In der Kongresshalle am ZOO hielt der Sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich eine Bibelarbeit über die Begegnung Jesu mit dem Zöllner Zachäus. „Jesus geht es darum, dass sich unser Leben ändert“, sagte Tillich zu Beginn. Er verwies auf die Besonderheit, dass Jesus auf den Sünder zuging. Die Menschen waren aufgebracht und fühlten sich um ihre Zuwendung betrogen. Trotz dessen Unrecht habe aber auch Zachäus eine Chance verdient. Populistisch wäre es gewesen, den Zachäus zu verurteilen, aber Jesus wolle nicht die Spaltung. Populisten schadeten der Gesellschaft. Tillich fasste seine Ausführungen noch einmal zusammen und plädierte für mehr Aufmerksamkeit und gegenseitigen Respekt sowie Maß zu halten und den Kontakt zur Wirklichkeit nicht zu verlieren. Demokratie funktioniere nicht, wenn alle nur Zuschauer seien, sondern sich einbrächten.

Bild: Landesbischof zusammen mit der isländischen Bischöfin am Stand
Landesbischof mit isländischer Bischöfin im Stand

Wegen des schönen Kirchentagwetters waren viele Außenveranstaltungen „heiß“ begehrt. So war geplant, im Rahmen der Bibelarbeiten, die Bibel auf die Straße zu bringen. Auf öffentlich vielfrequentierten Plätzen wurden Bibeltexte im freien Gespräch vorgetragen und es gab durchaus interessierte Hörer, die stehen blieben. Junge Vertreter der Evangelischen Studierendengemeinde Leipzig traten zu den Texten in kontrovers-fairen Disput. Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens diskutierten mit. Ein solcher Platz mit viel Besucherverkehr war die Grimmaische Straße neben dem landeskirchlichen Zeit, das ebenfalls bei der Kaffeeverkostung häufig in Anspruch genommen wurde.

Bild: Abchillen bei der Diakonie, die dann am Abend auch Bier bei den Kneipengesprächen austeilt
Bereich der Diakonie Leipzig

So besuchte Landesbischof Dr. Carsten Rentzing den Stand und die isländische Bischöfin Solveig Lara Guomundsdóttir kam in dieser Fußgängerzone auch noch dazu. Sie sagte, dass zu 85 Prozent der Isländer dem Kaffee den Vorzug gibt. Ansonsten waren vorwiegend Mitarbeitetende aus dem Landeskirchenamt darum bemüht, neben dem Kaffee auch Info-Material auszulegen und auf Anfrage zu verteilen.
Die Diakonie Leipzig gab auf ihrem Standplatz auf dem Nikolaikirchhof neben der Säule eiskalte Mixgetränke aus und ließ, wie am landeskirchlichen Stand, die ermatteten Spaziergänger in Liegestühlen dösen. Am späten Nachmittag wurde der Bereich zu einem Ort der „Kneipengespräche“ vorbereitet, wo am Abend nicht das Bier fehlen durfte.

Bild: Jugendliche beim Bibeldisput in der Jugendkirche (Foto: Eduard Janzen)

Die Evangelische Jugend in Sachsen empfängt in Leipzig junge und jung gebliebene Kirchentagsbesucher, egal ob auf dem Wege, am Ziel oder in Leipzig zu Hause. Zahlreiche jugendliche Mitwirkende sowie Mitarbeitende der Jugendarbeit aus verschiedenen Kirchenbezirken der Landeskirche haben in den vergangenen Wochen ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt. Ein spezieller Jugendstadtplan gibt gezielt Auskunft über alles, was Jugendliche an diesen Tagen in Leipzig interessieren könnte. Schwerpunktmäßig finden die Jugendveranstaltungen an drei Standorten in Leipzig statt:

Bild: Band an der Propsteikirche (Foto: Eduard Janzen)
Musik und viel Bewegung an der Propsteikirche

In und an der Propsteikirche St. Trinitatis am Martin-Luther-Ring gibt es zur Orientierung einen Infopunkt sowie eine Fahrrad-Ausleihstation. Von dort startet auch die etwas andere Stadtführung von Jugendlichen für Jugendliche zu verschiedensten Themen. Auf der Jugendmeile laden Leipziger Jugendeinrichtungen zu Sport-, Kultur- und Aktionsangeboten ein. Auf der Café Kult(tour)-Bühne gibt es Theater, Musik und jede Menge Kreatives zum Zuschauen und Mitmachen. Und der spirituelle Erfahrungsweg im Kirchenraum möchte zum Nachdenken und Innehalten anregen.

Im Clara-Zetkin-Park an der Sachsenbrücke gibt es u.a. einen Kanupoint für den Blick auf Leipzig vom Wasser aus, eine Dinner-in-the-Dark-Jurte, in der man sich ganz auf sein Gehör und seine Vorstellungskraft verlassen muss, und verschiedenste sportliche Herausforderungen von Frisbee über Menschenkicker bis Juggern.

Bild: Bibeldisput Pax Jugendkirche (Foto: Eduard Janzen)
Bibeldisput Foto: Eduard Janzen

Beim Walk and Talk geht man auf einer Runde durch den Park den großen Fragen des Lebens nach. Und die Open Stage mit Bar und Chill-Area bietet alle Möglichkeiten, es sich richtig gut gehen zu lassen.

In der Jugendkirche PAX (Kirchplatz 3) wird zum Bibeldisput eingeladen, für den Frieden gemalt, über aktuelle politische Themen diskutiert und beim Gottesdienst gerockt. Egal was läuft – das Café JuK hat immer die passenden Heiß- und Kaltgetränke parat. Am Freitagabend bringt das moderne Passionsspiel "Ungesehen" mit viel Musik und Lichtinstallationen die Kirche zum Leuchten.
Ein weiteres kreatives Jugendprojekt läuft heute und morgen im Leipziger Pögehaus (Hedwigstr. 20): Beim Kunstprojekt „Streit der Bilder“ entstehen Filmcollagen zu Musik, die vom Auf-dem-Weg-sein erzählen.

Bild:Blick auf den Außenbereich vor dem Grassi-Museum beim Familienzentrum

Das Familienzentrum in und um das Grassimuseum lädt am Freitag und Sonnabend Kinder und ihre Familien zu besonderen Angeboten ein. Auf dem Programm stehen u.a. Klanggeschichten, Lesungen, Mitmachangebote, ein Bilder-Buch-Konzert und Theaterstücke. Am späten Freitagvormittag wurde das Theaterprojekt „Luther war nie in Schlesien“ der Kinder- und Jugendarbeit aus dem Kirchenkreis Schlesische Oberlausitz (Niesky) aufgeführt. Im Anschluss fand ein Bilder-Buch-Konzert mit Liedern, Bildern, Büchern und Instrumenten statt, bevor der Film „Tönende Bilder“ gezeigt wird. Darin wird die Kinoorgel erklärt. „Guckt mal übern Tellerrand“ heißt ein Musical und Mehrgenerationen-Musiktheaterprojekt, dass vom Ökumenischen Kinder- und Kammerchor und den Kirchgemeinden Leipzig-Grünau gestaltet wurde. Professor Dr. Frank M. Lütze, Institut für Religionspädagogik Universität Leipzig, erklärte in der Kinder-Universität den Islam unter dem Thema „Was macht ein Kompass im Teppich?“. Mit einer interaktiven Wissensreise entdeckten Kinder zwischen vier und sieben Jahren die Bibel.

Bild: Gesprächsrunde über Flucht und Vertreibung sowie der hiesigen Aufnahme im gesellschaftlichen Kontext

Am Nachmittag und frühen Abend ging es thematisch in Streitfragen, Ausstellungen, Vorträgen und Workshops in die Breite. Ein Podium beschäftigte sich mit „Flucht, Vertreibung, Integration“  Beteiligte aus Politik, Kirche und Gesellschaft blickten gemeinsam mit Geflüchteten auf das vergangene Jahr und wagte einen Ausblick auf gesellschaftliche Veränderungen, die auf die Menschen zukommen.

Bild: Posauenbegrüßung auf dem Augustusplatz
Blechbläserbegrüßung auf dem Augustusplatz

Unter Moderation von Eva Brackelmann, Geschäftsführerin der Ev. Aktionsgemeinschaft für Familienfragen (eaf) Sachsen, stellten sich auch die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, und der Leipziger OB Burkhard Jung dem Gespräch.

Das akustische Brausen von 3.000 Bläsern als Begrüßung der Posaunenchöre auf dem Augustusplatz stand stellvertretend für viele weitere musikalische Akzente am Nachmittag und Abend. So gab es in der Michaeliskirche am Nordplatz ein Konzert für zwei Chöre und Orgel mit den Chören der Hochschule für Kirchenmusik Dresden sowie Solisten und Chor der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, in der Moritzbastei ein Gospelkonzert, im Museum der bildenden Künste „Musik zum Reformationsfest“, im Neuen Rathaus „Chanson trifft Kirchenlied“, in der Thomaskirche die „Motette“ mit dem Thomanerchor und in der Nikolaikirche das Oratorium „Paulus“ für Soli, Chor und Orchester mit dem Leipziger Universitätschor.

Bild: Station bei den Spirituellen Wasserwegen (Foto: Rainer Oettel)
Spirituelle Wasserwege an allen Tagen

Auf der Bühne auf dem Augustplatz wurde am Abend von der Sächsischen Bläserphilharmonie die Kammeroper „Katharina von Bora“ aufgeführt. Am späten Abend wurde vor der Bühne mit Abendchorälen noch ein Mitsingkonzert im Rahmen eines Nachtgebets angeboten.
Zuvor sorgte nach Abschluss der vielfältigen Veranstaltungsangebote des Tages, darunter die „Spirituellen Wasserwege“, die bestaunte Reformationsperformance „Zum Licht“ auf dem Marktplatz für Aufsehen. In Kooperation mit ‚Leipzig singt‘, zeigte das Open-Air-Spektakel „1519. 2017“ wesentliche historische Ereignisse im Zusammenhang mit der Leipziger Disputation des Jahres 1519 und stand zugleich in Wechselwirkung zu aktuellen Themen. Vielfältige Musik, Schauspiel und Tanz ließen die Themen der Reformation emotional erlebbar werden.

Bild: Bühnenbild zur Reformationsperformance

Beteiligt waren das Mendelssohn Kammerorchester Leipzig, Schauspieler, dem Leipziger Ballett, der Tanzkompagnie des Internationalen Choreografischen Zentrums Leipzig, dem Knabensopran des Thomanerchores mit dem Leipziger Ensemble Nobiles, einer Elektro-Jazzformation unter der musikalischen Leitung von Andreas Mitschke und der künstlerischen Gesamtleitung von Falk Elstermann, ebenfalls Leipzig.

Die einzigartige Komposition aus Musik, Sprache, Illumination, weiteren Effekten und geschichtlicher Deutung durch die Zeiten wird am morgigen Sonnabend um 22:00 Uhr wieder aufgeführt.
Diese große Komposition für den Leipziger Kirchentag ist ein Fingerzeig auf die Welt. Ein Winzling kann so große Wirkung entfalten, wenn er unterstützt würde mit dem respektvollen menschlichen Untereinander als auch im Einsatz um Gottes Schöpfung.

Bild: Bühnenbild am Schluss  mit den Musikern und Darstellern

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