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Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus


25. Januar 2022

Die Erinnerung muss zur Wachsamkeit mahnen

DRESDEN - Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar ist der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers (KZ) Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee im Jahr 1945. In Deutschland gilt der 27. Januar seit 1996 als bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag. Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust wurde dieser Tag von den Vereinten Nationen im Jahr 2005 erklärt, anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung des KZ.

Bundespräsident Roman Herzog sagte damals: „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken. Ich erkläre den 27. Januar zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.“ Seine Worte gelten damals wie heute.

In den sächsischen Kirchgemeinden wird dem Tag mit Gebeten, Andachten und Gottesdiensten gedacht. Das Friedensgebet am 24. Januar in der Leipziger Nikolaikirche wurde dazu traditionell von der Jüdisch-Christlichen Arbeitsgemeinschaft gestaltet, die den Dialog zwischen Juden und Christen fördert.

Direkt am Gedenktag wird Pfarrerin Karin Baudach in der Kirche von Lawalde bei Löbau ab 19:00 Uhr eine Andacht zum Holocaust-Gedenktag halten. Zeitgleich findet in der Löbauer Nikolaikirche ein Gedenkgottesdienst zur Erinnerung an die Befreiung des KZ Auschwitz statt.

In Mittweida lädt die Stadt für 9:30 Uhr zum Erinnern am Mahnmal in den Schwanenteichanlagen ein. Neben einem Beigeordneten der Stadt wird auch seitens der Kirchgemeinde Pfarrerin Nina-Maria Mixtacki Worte an die Teilnehmenden richten.

In der Dresdener Kreuzkirche wird dagegen die traditionelle Namenlesung nicht am bevorstehenden 27. Januar, sondern am 28. April um 12:00 Uhr zum israelischen Gedenktag für die Opfer der Shoah stattfinden.

Veranstaltungsreihe „1700 Jahre jüdischen Lebens in Deutschland“ wird fortgesetzt

Mit der Veranstaltungsreihe „Schalom 21“ richtete die Stadt Freiberg letztes Jahr den Blick auf „1700 Jahre jüdischen Lebens in Deutschland“. In diesem Jahr wird die Reihe fortgeführt. Zum Auftakt wird am Donnerstag, 27. Januar, ab 11:00 Uhr zu einer offiziellen Gedenkveranstaltung auf den Friedhof Himmelfahrtsgasse eingeladen, der von Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums mitgestaltet wird. Am Rathauseingang beginnt um 15:30 Uhr eine Führung zu Orten mit Stolpersteinen in der Stadt. Orgelmusik jüdischer Komponisten und Texte sind ab 17:00 Uhr im Freiberger Dom zu hören.

In Meißen organisiert die Kirchgemeinde St. Afra gemeinsam mit dem „Kreisverband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten e.V.“ eine Andacht mit Blumen und Kranzgebinden am Mahnmal im Käthe-Kollwitz-Park. Ab 13:30 Uhr sind Interessierte zur gemeinsamen Kranzniederlegung eingeladen. Im Anschluss bittet die Kirchgemeinde St. Afra um 14:15 Uhr zur Andacht in die Frauenkirche (unter 3G-Regel und Tragen einer FFP2-Maske).

Online-Veranstaltung zum Holocaust-Gedenken live aus Jerusalem

Anlässlich des Holocaust-Gedenktags  veranstalten die Evangelische Erwachsenenbildung Thüringen und die von Sachsen-Anhalt eine kostenfreie ZOOM-Veranstaltung zum Holocaust-Gedenken live aus Jerusalem. Diese beginnt um 19.30 Uhr, um Anmeldung über www.eebt.de wird gebeten. Der Zugangslink wird per Email zugeschickt.

Uriel Kashi berichtet im Vortrag „Holocaust-Gedenken in Israel“ von der großen Gedenkzeremonie auf dem Gelände der Gedenkstätte „Yad Vashem“, die jedes Jahr am „Yom Hashoa“ stattfindet, dem nationalen Holocaust-Gedenktag in Israel. Neben Überlebenden und deren Nachkommen finden sich zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland ein, um der Opfer zu gedenken. Wenn am nächsten Morgen die Sirenen aufheulen und das ganze Land eine Schweigeminute einlegt, gilt das als bewegender Moment. Im Vortrag geht es auch um den Wandel des Gedenkens.

„Erinnerungskultur ist immer politisch beziehungsweise kulturell geprägt und Wandlungsprozessen unterlegen“, heißt es dazu. Neben der Vorstellung weiterer Gedenkstätten in Israel sowie des Verlaufs des nationalen Gedenktags berichtet der Referent von neuen Initiativen, die in unterschiedlicher Weise versuchen, die Erinnerung wach zu halten. Der Dozent, Autor und Tourguide Uriel Kashi ist aufgewachsen in Deutschland, war unter anderem Bildungsreferent am Jüdischen Museum Berlin und lebt seit vielen Jahren in Jerusalem.

Block A des Zwischenlagers Theresienstadt (Foto: EVLKS)

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