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2. Werkstatt-Tag der Offenen Kirchen


14. Juli 2021

„Tut mir auf die schöne Pforte“ 

CHEMNITZ – Austausch und Vernetzung standen zum 2. Werkstatt-Tag der Offenen Kirchen am 10. Juli 2021 im Tagungs- und Freizeithaus »Röhrsdorfer Park« im Vordergrund, an dem 70 ehrenamtlich engagierte Gemeindeglieder aus der sächsischen Landeskirche teilnahmen. Den Teilnehmenden war es ein besonderes Anliegen, wie Kirchen auch außerhalb von Gottesdiensten geöffnet sein können und welche Maßnahmen notwendig sind, dass Menschen in den Offenen Kirchen zur Ruhe kommen und spirituelle Erfahrungen machen können. Den Interessierten, die aufgrund der Pandemie nicht an der Tagung teilnehmen konnten, werde auf Anfrage das Arbeitsmaterial zur Verfügung gestellt, so die Veranstalter.

Tagungseröffnung mit Andacht und Grußwort

Kerstin Kracht, Referentin der Fachstelle für Offene Kirche und Kirche im Tourismus (EEB / EVLKS) eröffnete die Tagung zum Thema „Tut mir auf die schöne Pforte“ und erläuterte, dass Idee und Themen zum Werkstatt-Tag im Arbeitskreis Kirche und Tourismus der Landeskirche entwickelt worden seien. „Christinnen und Christen aus unserer Landeskirche, die ihre Kirchen lieben und sie auch außerhalb der Gottesdienstzeiten für Andere öffnen wollen, kommen mit Interessierten, die im Themenbereich Tourismus engagiert sind und die nicht zu unserer Landeskirche gehören, zusammen“, erläuterte Frau Kracht das Konzept.

Die Andacht zum Auftakt des Werkstatt-Tags gestalteten Pfarrer Stephan Tischendorf aus Chemnitz und Kirchenmusikerin Annette Herr aus Leipzig. Anschließend verfolgten alle Teilnehmenden sehr aufmerksam das Verlesen des Grußwortes der Präsidentin der 28. Ev.-Luth. Landessynode, Bettina Westfeld, die u.a. darauf aufmerksam machte, dass die Offenen Kirchen dazu beitrügen, dass die Landeskirche als gastfreundliche Landeskirche nach außen strahle. Das Grußwort wurde als sehr wertschätzend wahrgenommen.

Workshops

Als Workshop-Leitende wurden Menschen eingeladen, die schon seit längerem auf eine besondere Art und Weise dazu beitrugen, dass Offene Kirchen einladend auch nach außen wirken.
So wurden beispielsweise konkrete Schritte diskutiert, wie eigenständig einfache Kirchenführungen konzipiert werden können. Die Workshop-Leitung hatte Sabine Lohmann, Kirchenführerin mit Zertifikat des Bundesverbandes Kirchenpädagogik e.V.

Unter der Workshop-Leitung von Pfarrerin Cornelia Henze (Röhrsdorf) und Manja Erler (Referentin für Gemeindeaufbau und missionarische Dienste) wurden die innere Haltung und äußere Voraussetzungen diskutiert, damit Gastfreundschaft im Raum der Kirchen wirken kann.

Über Chancen und Stolperfallen beim Entwickeln eines Konzeptes zur Offenen Kirche sei viel nachgedacht worden, resümiert die Workshop-Leiterin und Fachreferentin Kerstin Kracht.

Da viele Kirchenhüter immer wieder mit Fragen zur Orgel in der eigenen Kirche konfrontiert werden, wurde auch die Königin der Instrumente in einem Workshop als Orgelmodell vorgestellt, auseinandergenommen, wieder zusammengebaut und konnte danach - im Plenum für alle - erklingen. Die Workshop-Leitung hatte Annette Herr (Dipl.-Kirchenmusikerin, Dipl.-Instrumentallehrerin, Musikvermittlerin, Vorsitzende des Verbandes Evangelischer Kirchenmusiker*innen vom Landesverband Sachsen e.V.).

Eine Gruppe von jungen engagierten Kirchenmitgliedern regte an, wie neue digitale Möglichkeiten im Kirchraum einbezogen werden könnten. So wurden Arbeitsergebnisse zur Digitalisierung des Kirchenraums der Wehrkirche in Großrückerswalde ausführlich vorgestellt. Die Workshop-Leitung hatten Pfarrer Andreas Lau, Tabea Schönfelder, Esther Schreiter und Jonas Hermann. Über die EKD-Kirchen-App in der Heilandskirche in Leipzig-Plagwitz berichtete Franziska Görmar.  „In diesem Workshop zeigte sich, dass das Themenspektrum der Offenen Kirchen junge und auch ältere Menschen erreicht und anspricht und der Vernetzungsgedanke sehr groß ist“, so die Fachreferentin.

Ein wichtiges Thema sei nach ihrer Einschätzung auch die gelingende Zusammenarbeit zwischen der Kirche und anderen Partnern gewesen. Hier konnten die Teilnehmer Konkretes von einem Projekt im Radeberger Land erfahren. Sie gingen im Gespräch der Frage nach, wie eine solche Zusammenarbeit gelingt und was sich daraus entwickelt. Hier hatten Pfarrer Jan Schober und Ulrike Hantsche (Förderverein Seifersdorfer Schloss e.V.) die Workshop-Leitung.

Ergebnisse und Tagungsabschluss

Für Kerstin Kracht sei an diesem Tag deutlich geworden, dass sich Menschen auf unterschiedlichen Wegen engagierten, um die Kirchen zu öffnen. Auch Fragen der Versicherung seien angesprochen worden. Das Interesse, die Kirchen auch außerhalb der Gottesdienstzeiten zu öffnen, nehme innerhalb der Landeskirche zu. Auch über das Signet der Verlässlich geöffneten Kirche und der Radwegekirche sei diskutiert worden, denn die Erfahrungen zeigten, dass Kirchen, die ihre Türen öffnen wollen, mit dem Signet eine deutlich wahrnehmbare Außenwirkung über die Grenzen der Kirchgemeinde hinaus hätten. Die Idee, auf der Verwaltungskarte der EVLKS die „Verlässlich geöffneten Kirchen“ und „Radwegekirchen“ farblich zu kennzeichnen, werde durch die Fachstelle geprüft.

Zum Tagungsschluss wurden die Teilnehmenden mit Reisesegen und Segenslied verabschiedet und bei Kaffee und Kuchen ging informell der Austausch bei schönstem Sommerwetter weiter.

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