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28. Landessynode in Dresden tagt


27. Juni 2020

Dresdnerin Bettina Westfeld neue Synodalpräsidentin 

DRESDEN – Die 28. Landessynode hat am heutigen Sonnabend, 27. Juni, auf ihrer Konstituierenden Tagung die Dresdner Historikerin Bettina Westfeld (44) für die bevorstehende sechsjährige Legislatur zur Präsidentin der sächsischen Landessynode gewählt. Sie folgt damit dem Rechtsanwalt Otto Guse (60) aus Reumtengrün bei Falkenstein, der seit 2008 das Ehrenamt des Präsidenten der Landessynode und damit auch den stellvertretenden Vorsitz in der Kirchenleitung ausübte. Er hatte sich in seinem Heimatwahlkreis nicht mehr zur Wahl für die Landessynode aufstellen lassen. 

Bettina Westfeld war seit der Amtszeit von Otto Guse die nichtordinierte Vizepräsidentin im Präsidium der 26. und 27. Landessynode. Die gebürtige Dresdnerin gehörte seit 2002 als gewähltes Mitglied im Kirchenbezirk Dresden Mitte der Landessynode an. 2020 berief sie die sächsische Kirchenleitung in die 28. Landessynode. Aus der Synode heraus wurden sie und der Rechtsanwalt Christoph Apitz aus Oelsnitz/Vogt. zur heutigen Wahl vorgeschlagen.  

In ihrer Vorstellungsrede erklärte Bettina Westfeld, wofür sie sich stark machen wolle: So möchte die Synodale zur Wortmeldung ermutigen und damit ein Klima der Beteiligung schaffen. Weiterhin wolle sie sich dafür stark machen, dass die Arbeitsfähigkeit der Synode durch Digitalisierung verbessert wird. Synodale sollten in der Vorbereitung der Sitzungen besser mit Informationen unterstützt werden. Schließlich sei es ihr Wunsch, die Anliegen der Synodalen in der Kirchenleitung gegenüber dem Landeskirchenamt zu bündeln und offensiv zur Sprache zu bringen. 

Nachdem Christoph Apitz nach dem zweiten Wahlgang auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte, wurde Bettina Westfeld im 3. Wahlgang mit 54 von insgesamt 77 abgegebenen Stimmen zur Präsidentin gewählt. Sie bedankte sich bei den Synodalen für das große Vertrauen, das ihr damit entgegengebracht wurde und versprach diesem Auftrag verantwortungsvoll und unter Berücksichtigung aller Interessen in der Synode nachzukommen. Sie wolle an einer Landeskirche mit bauen, die ihre Gemeindeglieder ermutigt, allen Menschen im Land von Gottes froher Botschaft zu erzählen und sich ihnen zuzuwenden. 

Bettina Westfeld engagiert sich über die ehrenamtliche Arbeit in der Landessynode hinaus in ihrer Kirchgemeinde, ist seit Jahren Mitglied im Verein „Erkenntnis durch Erinnerung“ im Trägerverein Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden und Vorstandsmitglied im Förderverein des Ev. Kreuzgymnasiums. 

Als freiberufliche Historikerin arbeitete sie u.a. zur Geschichte der Frauenordination, der Geschichte der Diakonie Sachsen und ihrer Einrichtungen sowie zur Geschichte der Landessynode. Hervorzuheben ist ihre Wahl auf der 12. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes im Mai 2017 in Windhuk/Namibia als Mitglied im neuen 48-köpfigen Rat des LWB. Sie ist damit als einzige Delegierte aus Sachsen in diesem Gremium. 

Schon früh nahm Bettina Westfeld die Spannung zwischen christlichem Elternhaus und der vereinnahmenden Ideologie des DDR-Staats wahr. Geprägt war ihre Kindheit und Jugend von ihrer alten Heimatkirchgemeinde in Dresden-Seidnitz. Die Veränderungen von 1989 mit der Friedlichen Revolution bedeuteten für die damals 14-jährige „eine Fülle an Freiheiten und Möglichkeiten, an die wir uns allerdings erst gewöhnen und ausprobieren mussten“, sagt sie rückblickend.  

Nach dem Abitur am Dresdner Kreuzgymnasium studierte sie in Dresden Neuere- und Neueste Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Philosophie. Danach war sie am Hannah-Arendt-Institut an der TU Dresden sowie in der Stiftung Sächsische Gedenkstätten in verschiedenen Einrichtungen tätig. Ihr thematischer Schwerpunkt war die politische Strafjustiz in der SBZ und der DDR bis 1989. 

Nach ihrer Ansicht sei die Landeskirche wieder als Ort des Dialogs gefragt und Themen wie das Engagement zur Bewahrung der Schöpfung seien heute genauso aktuell wie vor dreißig Jahren.  
Bettina Westfeld ist verheiratet und Mutter von drei Söhnen.    

Aus den Wahlen zum siebenköpfigen Präsidium gingen neben der Präsidentin Bettina Westfeld der (ordinierte) Stellvertreter, Pfarrer Dr. Christoph Herbst aus Chemnitz hervor sowie der Stellvertretende (nichtordinierte) Christoph Apitz aus Oelsnitz/Vogt. Durch die Wahl von vier weiteren Mitgliedern des Präsidiums steht jetzt das Gremium fest. Gewählt wurden als Beisitzer am Abend Gerlinde Franke, (Großenhain) Dr. Jochen Kinder (Borna), Olaf Langner (Köngiswartha), Kerstin Otto (Frankenthal).

Die Präsidentin wird zukünftig die Landessynode vertreten und die von ihr erlassenen Gesetze und Initiativen unterzeichnen. Sie vertritt damit die Landessynode nach außen und leitet die Plenarsitzungen. Neben weiteren Aufgaben und Befugnissen in der Landessynode im Zusammenwirken mit den sechs Mitgliedern des Präsidiums wird sie auch Mitglied der Kirchenleitung und deren Stellvertretende Vorsitzende.

Synodalpräsidentin Bettina Westfeld
Eine Wahl folgte der anderen an diesem Tag
Neue und breit gefasste Sitzordnung im großen Saal
Freigang für kurze Pausen sehr beliebt bei Sommerwetter
Das Kästchen mit der Aufschrift "dienet einander" enthält den Staffelstab, den Altpräsident Otto Guse Frau Westfeld vermachte

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