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30 Jahre Deutsche Einheit Veranstaltungen & Gemeinsames Wort


01. Oktober 2020

Kirchgemeinden in Sachsen feiern Dank-Gottesdienste 

DRESDEN - In diesem Jahr feiert Deutschland am 3. Oktober das 30-jährige Jubiläum der Deutschen Einheit. Christen in Ostdeutschland verbinden mit diesem Jubiläum ebenfalls Grund zum Dank – für die friedliche Revolution und die sich anschließenden Veränderungen. Nach den Erfahrungen der Kirchenfeindlichkeit in der DDR war es für viele eine neue Erfahrung ihre Glaubensüberzeugungen frei leben und sich als Christen stärker in den gesellschaftspolitischen Kontext einbringen zu können. 

So wurden christliche Initiativen beim Aufbau evangelischer Schulen und Kindertagesstätten aktiv. Mit der Errichtung der Länderstruktur und der Erneuerung des Bildungswesens wurde die Einführung des Religions-unterrichts als reguläres Schulfach auch in Sachsen möglich. Durch die Hilfe westlicher Partnerkirchen konnten Pfarrhäuser saniert und mit der  dringend notwendigen Erhaltung von Kirchen begonnen werden. Zudem entstanden neue Kirchgemeindezentren.  

Gemeinsame Erklärung der Kirchen in Sachsen

Anlässlich des 30. Jahrestages der deutschen Einheit haben Landesbischof Tobias Bilz, Bischof Heinrich Timmerevers und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Sachsen, Gert Loose, eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Darin würdigen sie jene, die sich damals mutig und besonnen für eine andere Gesellschaft eingesetzt hätten. Angesichts aktueller Problemlagen und Krisen sehen sie es als ermutigend an, das die Präambel der Verfassung des Freistaates Sachsen auf die Handlungsmaxime „…der Gerechtigkeit, dem Frieden und der Bewahrung der Schöpfung zu dienen“, Bezug nehme. „Gerechtigkeit wird wachsen, wenn wir für fairen Interessensausgleich sorgen und damit die Basis für ein friedliches Miteinander legen. Dazu gehört das respektvolle und offene Reden über alles, was uns umtreibt.“, heißt es im veröffentlichten Wort. (siehe unten)

Dankgottesdienste in der ehemaligen Grenzregion

Insbesondere im ehemaligen Grenzraum der beiden deutschen Staaten wird am 3. Oktober die Erinnerung in Dankbarkeit wach gehalten. In Sachsen betrifft es das Vogtland mit der Grenze zu Oberfranken. Im thüringischen Mödlareuth wird um 9:30 Uhr ein Ökumenischer Gottesdienst für die Region gefeiert, an dem auch Superintendentin Ulrike Weyer (Plauen) teilnehmen wird. In Plauen selbst findet um 17:00 Uhr ein Gottesdienst zu 30 Jahren Deutsche Einheit in der St. Johanniskirche statt. Um 10:00 Uhr wird in Klingenthal am Pavillon auf dem Marktplatz und um 18:00 Uhr in die St. Laurentiuskirche in Auerbach zu einem Dankgottesdienst eingeladen. 

Gottesdienste, Feste und Konzerte in anderen Regionen Sachsens 

Auch in vielen anderen Regionen Sachsens ist das Jubiläum Anlass für Dankgottesdienst und Bürgerfeste. Im Osten Sachsens beteiligt sich der Kirchenbezirk Löbau-Zittau am Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit um 19:00 Uhr auf dem Altmarkt in Löbau mit einem offenen Singen. Bereits am 2. Oktober wird um 19:00 Uhr zu einem Ökumenischen Gottesdienst in die Löbauer Nikolaikirche eingeladen.

In Bautzen treffen sich die Bautzner Kirchgemeinden am 3. Oktober um 17:00 Uhr auf dem Hauptmarkt zu einem Ökumenischen Gottesdienst.

Gottesdienste finden an mehreren Orten bereits am Vormittag statt: Um 10:00 Uhr in Aue in der St. Nicolaikirche, in Radebeul im Weingut „Hoflößnitz“ und im Dom zu Wurzen sowie um 11:00 Uhr in Chemnitz in der St. Petrikirche am Theaterplatz unter dem Motto „In Christus ist nicht Ost noch West“.

Mit einem ganztägigen Programm wird der Tag in der Markuskirche im  Chemnitzer Stadtteils Sonnenstein begangen. Um 9:30 Uhr wird zu einem Gottesdienst eingeladen. Ab 16:00 Uhr finden weitere Veranstaltungen im Rahmen des Stadtteil-Festivals „Hang zur Kultur“ statt, u. a. ein Gastspiel des Figurentheaters Chemnitz, welches mit dem Stück "Aufstand der Dinge" einen Bogen von der Nachwendezeit bis heute spannt. Um 18:30 Uhr gibt es unter dem Titel "Ein Musikant wollt fröhlich sein" heitere Chormusik mit Solisten und dem Kammerchor Chemnitz. Ebenfalls anlässlich des 30. Jahrestages des Tags der Deutschen Einheit sind ab 21:00 Uhr Sandy Schwermer & Band mit ihrer Show "Cosmic Radio" – eine WortKlangGeste – in der St. Markuskirche zu Gast.

An der Aktion „Deutschland singt“ der Evangelischen Allianz beteiligen sich mehrere Kirchgemeinden in Sachsen. So wird jeweils um 19:00 Uhr in Löbau, in Plauen,  in Chemnitz und in den mittelsächsischen Städten Hainichen, Mittweida, Frankenberg und Bräunsdorf zur Danke-Demo "Deutschland singt" eingeladen. Für Chemnitz hat Kirchenmusikdirektorin Katharina Kimme-Schmalian die Fäden in die Hand genommen und die Veranstaltung auf dem Jakobikirchplatz organisiert. Dabei sind Sängerinnen und Sänger aus verschiedenen Stadtteilen von Chemnitz, die sich sonst vorwiegend in (Kirchen-)Chören treffen. Die Veranstaltung wird von Pfarrer Stephan Tischendorf moderiert. ("Deutschland singt": 3oktober.org)

In Dresden lädt um 18:00 Uhr die Thomaskirche in Gruna-Seidnitz zu einem Literatur-Gottesdienst zum Tag der Deutschen Einheit ein.

Das traditionelle Erntedankfest am ersten Oktober-Sonntag wird in diesem Jahr ebenfalls genutzt, um dankbar an das Jubiläum der Deutschen Einheit zu erinnern. 

Weitere Veranstaltungen

Mit Blick auf das bevorstehende Jubiläum begannen bereits nach der Sommerpause verschiedene Veranstaltungen, die die Zeit des Umbruchs und des Aufbruchs thematisierten. So ist seit August in der Dresdner Dreikönigskirche die Ausstellung „UMBRUCH OST – LEBENSWELTEN IM WANDEL“ zu sehen. Sie widmet sich dem Alltag der deutschen Einheit seit 1990 und thematisiert insbesondere die Umbruchserfahrungen der Ostdeutschen, deren Lebenswelten sich mit der Wiedervereinigung grundlegend verändert haben. Es folgte die Veranstaltungsreihe „Wendekinder – Brückenbauer!“.

Schild erinnert im Grenzgebiet an die deutsche Teilung
So u.a. auch in Chemnitz auf freiem Platz

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