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Abschied von Weihnachten


01. Februar 2021

„Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan.“ Gal.4,4 

DRESDEN – Mit Lichtmess (Tag der Darstellung Jesu im Tempel) am 2. Februar endet die Weihnachtszeit nach dem letzten Sonntag nach Epiphanias. Dieser kirchliche Feiertag entstand im vierten Jahrhundert in Jerusalem als Nebenfest von Christi Geburt. Er bestimmt noch die laufende Woche bis vor den Sonntag Sexagesimae, an dem die liturgische Farbe von weiß auf grün wechselt. 

Die Gottesdienste und Andachten am Wochenende standen noch unter dem Stern, der nach dem 2. Februar wieder ausgemacht und abgenommen wird. Im Erzgebirge und im Vogtland erlöschen in der Öffentlichkeit die Schwibbögen und die Großpyramiden werden an diesem Abend angehalten. Hier markiert traditionell Lichtmess den Übergang von der Winter- und Weihnachtszeit zur Vorfastenzeit. 

In Dresden bietet die Kreuzkirche zuvor immer eine Vesper zu Lichtmess an, die in diesem Jahr am 30. Januar um 17:00 Uhr von der Capella Sanctae Crucis mit Instrumentalisten auf historischen Instrumenten unter Leitung von Kreuzorganist Holger Gehring (Orgel) ausgestaltet wurde. 

Seit 31. Januar ist über den YouTube-Kanal der Kirchgemeinde Reichenbach/V. ein letzter weihnachtlicher Gruß im Rahmen einer musikalischen Vesper zu Lichtmess zu erleben, der in den vergangenen Jahren traditionell in den ev.-luth. Stadtkirchen Reichenbachs erklang. Pandemiebedingt ist dies in diesem Jahr nicht möglich, deshalb wurde die Vesper in der Peter-Paul-Kirche Reichenbach, der Stadtkirche Mylau und der Kirche Neumark aufgezeichnet. Die Kirchen sind noch einmal mit ihrem Weihnachtsschmuck und Kerzenschein zu sehen. Dazu erklingt Musik  für Solo-Bass, Blockflöte, Trompete und Orgel. (https://www.youtube.com/watch?v=0kngFv52nYU) 

Die größeren Außenveranstaltungen werden wegen der Abstands- und Hygieneregeln deutlich bescheidener ausfallen, oder, sie werden ebenfalls online über YouTube angeboten. Im erzgebirgischen Zschorlau lädt beispielsweise die Ev. Allianz zum Abschalten der Beleuchtung der Ortspyramide auf die Internet-Seite der Landeskirchlichen Gemeinschaft ein.

Auch in Olbernhau wird Lichtmess offiziell begangen - ebenfalls digital. In gewohnter Weise erklingen noch einmal Weihnachtslieder. Diesmal aber nicht zu mehreren hundert Besuchern auf dem Marktplatz, sondern durch Übertragung im MittelerzgebirgsFernsehen, über den YouTube-Kanal "Stadt Olbernhau - Mitten im Erzgebirge" oder Facebook. Pünktlich um 18:00 Uhr wird dann gemeinsam die weihnachtliche Beleuchtung auf dem Markt, am Museum, der Kirche, den städtischen Einrichtungen gelöscht. 

Auch in Zwönitz  sind die ansonsten zahlreichen Besucher eingeladen, Lichtmess  digital via Live-Stream ab 17:45 Uhr mitzuerleben. Der Nachtwächter wird noch einmal einen Rundgang über den festlich geschmückten Zwönitzer Markt machen und mit den Zuschauern gemeinsam den Lichterschein genießen.  Danach endet die Weihnachtszeit mit dem Ruf des Bürgermeisters „Licht aus!“. Die Weihnachtsbeleuchtung erlischt, der große Tannenbaum verliert seinen Lichterglanz und die Pyramide wird angehalten. 

Das Fest der „Darstellung des Herrn” wird vierzig Tage nach Weihnachten als Abschluss der weihnachtlichen Feste gefeiert. Der früher gebräuchliche Name Mariä „Purificatio”, „Reinigung”, erinnert an den jüdischen Brauch, auf den sich das Fest bezieht: Nach den Vorschriften des Alten Testaments galt die Mutter vierzig Tage nach der Geburt eines Sohnes als unrein. Die Frau musste ein Reinigungsopfer darbringen… Sie pilgerte also zu ihrer „Reinigung” in den Tempel nach Jerusalem und Jesus kam erstmals in die Stadt.  

Da Jesus der erste Sohn war, galt er als Eigentum Gottes und musste von den Eltern zuerst ausgelöst werden: er wurde zum Priester gebracht und vor Gott „dargestellt”. Als die Eltern zu diesem Zweck in den Tempel kamen, begegneten sie dem betagten Simeon und der Prophetin Hanna, die erkannten, dass Jesus kein gewöhnliches Kind ist und ihn als den Erlöser Israels priesen (Lukasevangelium 2, 21-40). (Q: Ökumenisches Heiligenlexikon)

Spätgotischer Flügelaltar (1518) der evangelischen Dorfkirche im sächsischen Seifersdorf. Das Bild in der Wandlung zeigt Jesu Beschneidung (Darbringung). Josef hat zwei Tauben als Gabe mitgebracht.
In der Peter-Paul-Kirche Reichenbach, der Stadtkirche Mylau und der Kirche Neumark. Es musizieren: Emily Moßner | Blockflöte; Leonhart Krien | Trompete; Uwe Großer | Bass; Andreas Kamprad | Orgel.

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