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Bischofsbesuch aus Papua-Neuguinea in Dresden


02. Dezember 2017

Bischof Dr. Jack Urame: Partnerschaft ist ein fortwährender Prozess

DRESDEN – Einen sehr speziellen Eindruck von Dresden erhielt am 1. Dezember der lutherische Bischof Dr. Jack Urame aus Papua-Neuguinea (PNG) auf dem Weg von der sächsischen Bischofskanzlei zur Frauenkirche und zurück zur Kreuzkirche. Immerhin ist derzeit die Innenstadt durch die Weihnachtsmärkte auf dem Altmarkt und Neumarkt adventlich aufgeschmückt und voller Menschen. Auch der Besuch in der Frauenkirche ließ tief blicken, nicht nur, weil sich Dr. Urame einen Besuch in der hohen Glockenstube wünschte, sondern weil sich auch die Proben für die Festmusik zum 1. Advent im ZDF mit der Staatskapelle Dresden und dem Sächsischen Staatsopernchor hörbar machten. Begleitet wurde er von Landesbischof Dr. Carsten Rentzing.

Die Führung übernahm der Leitendende Architekt an der Frauenkirche, Dipl.-Ing. Thomas Gottschlich, der seit 20 Jahren mit dem Wiederaufbau und der Bauverwaltung befasst ist. Neben der Baustruktur und Innenausstattung des Hauptraums der Frauenkirche, interessierte sich der Gast aus dem südostpazifischen Inselstaat insbesondere für die acht Glocken der Frauenkirche. Vier davon besuchte er im Turm C, darunter die große Friedensglocke „Jesaja“. Vom früheren Gesamtgeläut mussten sieben Glocken neu gegossen werden. Die Glocken decken vom Stundengeläut bis zum Festgeläut die ganze Palette der Läuteordnung für tägliche und besondere Anlässe ab.

Von der Frauenkirche ging es dann zur Kreuzkirche, die vom Gewicht her das größte sächsische und Deutschlands drittgrößtes Bronze-Glockengeläut in sich trägt. Unter den fünf Glocken befindet sich auch die große Kreuzglocke mit elfeinhalb Tonnen. Mit mehr als 3.000 Sitzplätzen ist die Kreuzkirche das größte sächsische Gotteshaus. Dr. Urame kannte die Kirche schon von seinem ersten Besuch aus Anlass der Einführung von Dr. Rentzings Amtsvorgänger Jochen Bohl am 26. Juni 2004. Er war zu der Zeit als Austauschpfarrer im bayerischen Dekanatsbezirk Oettingen von 2002 bis 2005 tätig. Da die Evangelisch-Lutherische Kirche Papua-Neuguineas die Partnerkirche der sächsischen ist, war er damals in der Delegation der ausländischen Gäste in Dresden herzlich willkommen.

Im ‚Haus an der Kreuzkirche‘, in das kürzlich die sächsische Bischofskanzlei einzog, sprachen die beiden Bischöfe über die gegenwärtige Situation der jeweiligen Kirchen. Mit der Station in Dresden beendete Dr. Urame seinen Deutschlandbesuch, der vor drei Wochen im oberpfälzischen Neuendettelsau im Haus „Mission EineWelt“, dem Centrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB), begann. Nach einer Predigt am Buß- und Bettag an seiner früheren Wirkungsstätte in der Residenzstadt Oettingen im Ries unterschrieb er am 30. November auf der im ober Amberg tagenden Herbsttagung der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern eine Partnerschaftsvereinbarung zwischen der ELKB und der ELC-PNG.

Generell zu Partnerschaften sagte der im März letzten Jahres zum Bischof gewählte Jack Urame zu den seit 1886 bestehenden Beziehungen: „Das bedeutet nicht, dass wir etwas neu anfangen, sondern es ist ein wichtiges Zeichen unseres gemeinsamen Weges“. Partnerschaft sei ein fortwährender Prozess und müsste „immer wieder erneuert und gestärkt“ werden.
In Papua-Neuguinea sind über 90 Prozent Christen und die zweitgrößte Kirche ist die lutherische. Mit rund 1,5 Millionen Gemeindegliedern ist sie mehr als doppelt so groß als die sächsische Landeskirche und eine der größten in diesem Teil Asiens.

LMW - Partnerländer

Foto evlks, OK
Bischof Dr. Jack Urame vor der Frauenkirche

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