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Chemnitzer Friedenstag


02. März 2019

Erinnerung an Opfer von Krieg und Gewalt am Friedenstag 5. März

CHEMNITZ - Ausgangspunkt für den Friedenstag war 2002 eine Idee des Pfarrers i.R. Hans-Jochen Vogel (+2005) und der Sängerin Sabine Kühnrich. Beide wollten dem Gedenktag einen neuen Charakter verleihen und zukünftig friedensstiftende kulturelle und politische Impulse für die Stadt etablieren. Nach zahlreichen Unterschriften namhafter Chemnitzer entstand gemeinsam mit dem für kirchliche Öffentlichkeitsarbeit zuständigen Pfarrer Stephan Brenner die Arbeitsgruppe zum Chemnitzer Friedenstag. Mit jedem Jahr wuchs die Anzahl der Engagierten mit dem Ziel, den Friedenstag mit Leben zu füllen.

Inzwischen ist das Bewusstsein für die Problematik von Krieg und den Ursachen des Zweiten Weltkriegs auch in der Nachwuchsgeneration hoch. Dem entgegenstehen Anzeichen rassistischer und rechtsextremer Tendenzen in der Gesellschaft. Um geschichtlichen Ereignissen gebührende Aufmerksamkeit zu schenken, Friedensimpulse zu setzen und nicht zuletzt den 4.000 Kriegsopfern während der Bombardierung von Chemnitz zu gedenken, begehen die Chemnitzer am 5. März den Friedenstag.

Auch wenn die Stadt zwischen dem 6. Februar und dem 11. April 1945 zehn Mal aus der Luft angegriffen wurde, erlebte sie am 5. März den schwersten Angriff, bei dem die Hälfte der insgesamt zu Tode gekommenen starben. Die Bomben zerstörten damals 80 Prozent der Innenstadt.

Angebote anlässlich des Chemnitzer Friedenstags

Auf dem Chemnitzer Neumarkt lädt ein begehbares Kreuz zur Besinnung ein. Dort können auch "Friedenswünsche" hinterlassen werden. Um 11:00 Uhr wird das Friedenskreuz vom Bürgerverein FUER CHEMNITZ e.V. gemeinsam mit der Arbeitsgruppe des Friedenstages eröffnet. Zeitgleich können die Kunstprojekte Chemnitzer Schulen bewundert werden, die im letzten Jahr in Workshops entstanden sind.

Zwischen 12:00 und 16:00 Uhr gibt es im Stadtverordnetensaal des Rathauses stündlich Filmvorführungen zur vollen Stunde. Die 30-minütigen Filmsequenzen geben die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges und der Bombardierung durch die Berichte von Zeitzeugen wieder.

Ab 16:00 Uhr präsentieren Schülerinnen und Schüler der Städtischen Musikschule Jazz- und Popsongs in Begleitung von Henrik Lehmann.

Eine Stunde später, um 17:00 Uhr, stimmt die Gruppe Motus und das Gitarrenorchester der Städtischen Musikschule Chemnitz unter Leitung von Birgit Berndt zum „gemeinsamen Musizieren“ ein. Gleichzeitig sind sie selbst ein gutes Beispiel für gelebte und gelungene Inklusion. In dem integrativen Projekt „Motus“ musizieren seit 24 Jahren Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam mit professionellen Musikerinnen und Musikern. 

Friedenswege, Abendprogramm und Gottesdienst

Auch die fünf Friedenswege, die um 17:00 Uhr beginnen, sind ein starkes und dynamisches Zeichen. Es steht nicht für Konfrontation, sondern für den gemeinsamen konstruktiven Willen, „den Frieden zu suchen und ihm nachzujagen“, wie es in der Jahreslosung für 2019 heißt. Startpunkte befinden sich am Stadlerplatz, der Röm.-kath. Propsteikirche St. Johannes Nepomuk (Hohe Straße 1), der Ev.-meth. Friedenskirche (Kaßberg 30), der Ev.-luth. St. Petrikirche am Theaterplatz und der Ev.-luth. St. Markuskirche am Körnerplatz.

Indem alle Friedenswege auf den Chemnitzer Neumarkt hinführen, machen sie deutlich, dass unterschiedliche Ausgangspunkte und verschiedene Erfahrungen einem friedvollen Zusammenkommen letztlich nicht hinderlich sind.

Bevor das Ankommen am Zielort „Neumarkt“ um 18.00 Uhr in die abendliche Kundgebung mit dem Motto „Frieden im Dialog“ übergeht, gibt es ein kleines Vorprogramm.

FRIEDEN IM DIALOG - Chemnitz ist eine freundliche Stadt

Zum Abschluss wird um 20:00 Uhr zu einem Gottesdienst in die Stadt- und Marktkirche St. Jakobi eingeladen. Unter dem Motto „Frieden im Dialog“ gestalten Superintendent Frank Manneschmidt, Pfarrerin Dorothee Lücke (Predigt), Toni Leuschner, Texte und Bandoneon, Sabine Petri, Klavier, den Gottesdienst liturgisch. Die musikalische Begleitung übernimmt die St. Petri-Schloß-Kantorei unter Leitung von KMD Siegfried Petri. Es erklingen Stücke von Martin Palmeri (aus „MISA A BUENOS AIRES“ - Tangomesse) und Johann Sebastian Bach.
Um 21:00 Uhr läuten am Chemnitzer Friedenstag traditionell die Kirchenglocken der Stadt zum Gedenk- und Gebetsgeläut.

Chemnitzer Friedenstag

Andacht in der Jakobikirche
Andacht in der Markt- und Stadtkirche St. Jakobi

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