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Christliche Ferien- und Tagungsstätten in Corona-Zeiten


05. Mai 2020

DRESDEN - Wie viele andere trafen die Corona-Maßnahmen auch die christlichen Beherbergungshäuser ganz plötzlich und somit völlig unvorbereitet. Die Häuser, welche sich in Trägerschaft der Landeskirche, von Kirchenbezirken, Gemeinden oder christlichen Vereinen befinden, müssen sich in der Regel wirtschaftlich selbst tragen. Dabei sprechen wir von jährlich ca. 300.000 Übernachtungen.

Die Schließung der Häuser, der plötzliche Leerstand und die Ungewissheit über die Dauer dieses Zustandes stellen sie bzw. deren Träger vor große Herausforderungen. Die Sorgen und Ängste der Angestellten in Bezug auf ihre Zukunft sind allgegenwärtig.

AG Christliche Tagungs- und Freizeithäuser bündelt und koordiniert Anfragen

Die meisten der 57 sächsischen Beherbergungsstätten sind in der Arbeitsgemeinschaft "Christliche Tagungs- und Freizeithäuser" (Sitz im Landesjugendpfarramt) und somit eng miteinander verbunden. Dort häuften sich mit Beginn der behördlichen Schließung die Fragen zu Stornoregelungen, Kurzarbeit, Betriebsschließungsversicherung, alternativen Belegungsmöglichkeiten etc. Alle Anfragen und Themen wurden gesammelt, bearbeitet und zielführend weitergeleitet.

Oberlandeskirchenrat Burkart Pilz schätzt die Situation als Dezernent für Kinder, Jugend, Bildung und Diakonie im Landeskirchenamt folgendermaßen ein: „Unsere Kirche ist ohne Rüstzeiten und ohne Rüstzeithäuser kaum vorstellbar. Über viele Generationen hinweg sind die evangelischen Häuser Orte einer reichen und tragenden Glaubenserfahrung, Orte von orientierender Bildung. Die bedrückenden Sorgen von Trägern und Hausleitungen hören wir deshalb genau. Gott sei Dank verfügen wir mit der Arbeitsgemeinschaft „Christliche Tagungs -und Freizeithäuser in Sachsen“ über ein gutes und arbeitsfähiges Netzwerk. Immerhin konnten wir erreichen, dass die Anliegen der christlichen Häuser auch in der Landesregierung gesehen werden. Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten weiter alles versuchen, was irgendwie geht und verantwortbar ist, um Unterstützung zu leisten.“  

Die enge Kooperation mit den anderen Trägern der Kinder- und Jugendübernachtungsstätten in Sachsen (Jugendherbergen, Schullandheime, Kieze) sowie die Zugehörigkeit zum Bundesnetzwerk „Himmlische Herbergen", in welchem ca. 350 christliche Beherbergungsstätten miteinander verbunden sind, ist aktuell von besonderem Vorteil. Dadurch konnte sowohl auf Landesebene als auch auf Bundesebene die bedrohliche Situation für die Häuser mit einer Stimme und mit großer Kraft in den Blick der Entscheidungsträger gerückt werden.

Zusage für Zuschüsse des Freistaates Sachsen

Eine Abfrage der Ausfallzahlen wurde durch die AG erstellt und die Ergebnisse zur Definierung notwendiger Hilfen an Land und Bund weitergeleitet. Inzwischen gibt es eine Zusage für Zuschüsse des Freistaates Sachsen über ein erstes Nothilfepaket in Höhe von fünf Mio. Euro. Die Richtlinie, anhand derer auch die Beantragung der Zuschüsse möglich ist, wird zurzeit im Staatsministerium für Soziales erarbeitet.

In vielen Häusern musste jedoch zunächst Kurzarbeit beantragt werden, um die laufenden Kosten für die Träger zu begrenzen.

Die Unsicherheit in den Häusern ist nach wie vor durch die Frage nach den Perspektiven begründet. Da nicht alle Sachverhalte in den nächsten Wochen geklärt werden können, sind Besonnenheit, das Wissen, nicht allein unterwegs zu sein, und die Hoffnung auf Gottes gute Wege hilfreiche Begleiter.

Rüdiger Steinke, Geschäftsführer des Landesjugendpfarramts Sachsen ist guter Hoffnung, schon bald weiterführende und perspektivisch hilfreiche Nachrichten mitteilen zu können und dass die gewachsene Landschaft der christlichen Tagungs- und Freizeithäuser in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens Bestand haben wird.

Text: Rüdiger Steinke

Fotos: © bei den jeweiligen Häusern

 

 

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Freizeitheim Blockhütte in Grünbach
Bungalowsiedlung Hüttenstattmühle in Marienberg
Christliche Ferienstätte Haus Gertrud Jonsdorf
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