Alle Nachrichten

Nachricht

Bereich

Digitale Sitzungen der 28. Landessynode beendet


27. März 2021

DRESDEN - Mit der Bestätigung der im November 2020 von der Kirchenleitung beschlossenen Verordnungen mit Gesetzeskraft und der Verabschiedung der entsprechenden Kirchengesetze in zweiter Lesung ging die zweitägige Sitzung der 28. Landessynode am 27. März 2021 zu Ende. Die Tagung wird am 16. April 2021 mit einem weiteren Sitzungstag fortgesetzt. Geplant sind dann die Wahlen der synodalen Mitglieder der Kirchenleitung sowie der Vertreterinnen und Vertreter der sächsischen Landeskirche in der EKD-Synode und VELKD-Generalsynode.

Die Landessynode stimmte heute dem Haushaltplan für 2021 in einem Gesamtumfang von 224,8 Millionen Euro nachträglich zu. Gegenüber dem Haushalt des Vorjahres sind dies 11 Mio. Euro weniger. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise wird derzeit von einer Kirchensteuermindereinnahme in der Größenordnung von 10% gegenüber dem Rechnungsergebnis 2019 für das Jahr 2021 ausgegangen. Die Kirchensteuereinnahme im Haushaltplan wird mit 109,4 Mio. Euro (netto) angesetzt.

Da die Tagung im November 2020 kurzfristig abgesagt werden musste, hatte die Kirchenleitung den Haushaltplan wie auch die weiteren Kirchengesetze per Verordnung mit Gesetzeskraft beschlossen. Diese Verordnungen mit Gesetzeskraft mussten nun durch die Landessynode bestätigt werden. Direkt im Anschluss daran wurden jeweils auch die betreffenden Kirchengesetze beschlossen.

In Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen die zwei anderen Kirchengesetze, denen die 28. Landessynode zustimmte. So wird durch das Fünfte Kirchengesetz zur Änderung des Bemessungssatzes für die Dienstbezüge der Pfarrer und Kirchenbeamten die Besoldung der Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Kirchenbeamtinnen und Kirchenbeamten für das Jahr 2021 eingefroren. Durch das beschlossene Kirchengesetz zur Änderung der Verfassung, des Kirchenbezirksgesetzes und der Kirchgemeindeordnung der Ev.-Luth. Landeskirche wurde zudem die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen, dass in Kirchgemeinden, Kirchenbezirken und auf landeskirchlicher Ebene Beratungen und Beschlussfassungen in digitalen Gremiensitzungen stattfinden können.

Landesbischof Tobias Bilz ging in seinem Bericht vor der 28. Landessynode am Freitagvormittag auf die aktuelle Situation ein. In der Deutung des Bibelwortes aus dem 2. Korintherbrief schlussfolgerte er, dass es angesichts der Corona-Pandemie und vielfältiger Herausforderungen in Kirche und Gesellschaft notwendig sei, sich als Christen der Situation zu stellen, den Spannungen nicht auszuweichen, Standhaftigkeit zu gewinnen und dabei dem christlichen Auftrag folgend im Gottvertrauen zu leben. "Ich wünsche mir, dass wir die Situation bejahen sowie im Gebet und im Austausch Orientierung zum Umgang damit finden. Corona ist eine Prüfung unseres gesamten kirchlichen Lebens. Es ist dazu angetan, in den Grundfunktionen – Gottesdienst und Gemeinschaft, Zeugnis und Dienst – zu klären, was wir tun und was wir lassen."

Er schloss seinen Bericht mit einem zuversichtlichen Ausblick: "Wenn wir mit Gottvertrauen durch Zeiten der Herausforderungen gehen, erleben wir, dass sich mitten unter uns das Reich Gottes ereignet. Spannungen kosten nicht nur Kraft, sondern setzen auch Energie frei und bringen Neues hervor."

Am Samstagvormittag berichtete die Spurgruppe der Kirchenleitung zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsextremismus der 28. Landessynode von ihrer Arbeit. Die Beschäftigung mit der Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsextremismus hatte die 27. Landessynode nach den Geschehnissen um den Rücktritt von Landesbischof Dr. Carsten Rentzing der Kirchenleitung als Auftrag gegeben. Die Mitglieder der Spurgruppe erläuterten sowohl begriffliche Grundlagen als auch die Herangehensweise der Arbeitsgruppe. In ihrem Abschlussbericht formuliert die Spurgruppe Thesen, die für die Weiterarbeit am Thema in der Landeskirche genutzt werden sollen. Das gegenseitige Wahrnehmen, Wertschätzen und im Gespräch-Bleiben mit denjenigen, die anderer Meinung sind, wird als eine bedeutsame Aufgabe für die Kirche und die Gesellschaft angesehen. Hier könnten Christen vorbildhaft zeigen, wie eine gewaltfreie und wertschätzende Kommunikation und ein Beieinanderbleiben gelingen könne.

Landesbischof Tobias Bilz würdigte den Bericht: "Die Arbeitsgruppe hat einen Abschlussbericht vorgelegt, der wichtige Begriffsbestimmungen vornimmt. Dabei wurden theologische und gesellschaftliche Aspekte herausgearbeitet und auf einander bezogen. Genauso wichtig sind die Impulse für weiterführende Gespräche und für die Haltung, in der sie geführt werden sollten. Damit ist dieser Text ein wichtiger Beitrag dafür, dass respektvoller Umgang miteinander und Klarheit in der Sache zusammenfinden. Mir persönlich ist es ein großes Anliegen, an diesem Thema dran zu bleiben und zu diesen Fragen mit Christen unserer Landeskirche im Gespräch zu bleiben."

Zum Abschluss der zwei Sitzungstage äußerte sich die Präsidentin der Landessynode, Bettina Westfeld, sehr zufrieden über das Gelingen der ersten digitalen Sitzungen in der Geschichte der sächsischen Landessynode und dankte all jenen, die im Vorfeld und während der Sitzungen zum Gelingen beigetragen haben. 

Weitere und vertiefende Informationen über den Verlauf der Herbsttagung auf Seiten zur Berichterstattung von Freitag (26. März 2021) und Samstag (27. März 2021).

Das Präsidium der 28. Landessynode im Landeskirchenamt (Foto: EVLKS)
Bettina Westfeld, Präsidentin der 28. Landessynode (Foto: EVLKS)

Teilen Sie diese Seite