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Ein Jahr Bahnhofsmission in Dresden


25. August 2020

DRESDENN - Die Leiterin Elvira Ploß schaut auf ein bewegtes erstes Jahr zurück. Statt einer großen Jubiläumsfeier wird am Donnerstag, den 27. August, wegen der aktuellen Umstände zumindest klein gefeiert. 

Aktuell  jährt sich die Eröffnung der ökumenischen Bahnhofsmission – ein Gemeinschaftsprojekt von Deutscher Bahn, Landeshauptstadt Dresden, Diakonie, Caritas sowie evangelischen und katholischen Kirchgemeinden in Dresden. Die Räumlichkeiten am Dresdner Hauptbahnhof wurden im Juli 2019 auf der Bayrischen Straße (Südseite des Bahnhofs) bezogen. Die offizielle Einweihung fand am 23. August 2019 im Hauptbahnhof öffentlichkeitswirksam statt. Elvira Ploß, die damals bereits ihren Ruhestand angetreten hatte, übernahm die Leitung der ökumenischen Bahnhofsmission als ihr Herzensprojekt. Ende September wird sie den Staffelstab an eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger übergeben. Die Stelle ist aktuell noch ausgeschrieben.

Sie schaut auf ein bewegtes Jahr zurück, in dem viele Durchreisende, Bedürftige im Zug und an den Gleisen oder Wohnungslose den Weg in die Bahnhofsmission fanden. „Ich bin sehr glücklich was wir alles realisieren und vermitteln konnten. Mein Traum eine Bahnhofsmission in Dresden aufzubauen, hat sich erfüllt. Es ist so geworden, wie wir es uns als Team vorgestellt haben“, resümiert Elvira Ploß. „Inzwischen können wir zwischen 11:00 und 19:30 Uhr öffnen. Über die Woche gesehen, sind das  fünf Stunden mehr als damals zum Start. Außerdem erleichtert uns eine Spülmaschine, die wir über Spenden finanzieren konnten, die Arbeit. In Coronazeiten, wo Hygiene eine entscheidende Rolle spielt, schätzen wir sie besonders.“

Während der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen arbeiteten Elvira Ploß und ihr hauptamtlicher Kollege mit Sondergenehmigung. Fast zwei Monate lang wechselten sich beide ab und erledigten die Übergabe digital. Auf die ca. 40 Ehrenamtlichen, die sonst im Gastraum und am Gleis ihren Dienst tun, wollten sie in der akuten Zeit nicht zurückgreifen. Zu dieser Zeit gehörten häufig Reisende, deren Flüge oder Züge coronabedingt bestrichen worden und die deshalb am Dresdner Hauptbahnhof „strandeten“, zu ihren Gästen. Besonders schwer traf es jedoch Wohnungslose, deren Anlaufstellen, Einnahmequellen und soziale Kontakte wegbrachen, weil Behörden und Geschäfte schließen mussten und die Straßen größtenteils menschenleer blieben. Notunterkünfte standen als Schutzräume nicht ausreichend zur Verfügung. In der Bahnhofsmission konnten sie einzeln eingelassen oder im Freien versorgt werden. Frau Ploß und ihr Kollege schenkten Tee und Kaffee in Einweggeschirr aus, verteilten einzeln verpackte Lebensmittel und boten ein offenes Ohr. „Oftmals waren wir der einzige soziale Kontakt am Tag“, weiß die Leiterin Elvira Ploß.

Momentan hat sich der Arbeitsalltag etwas normalisiert. Was bleibt sind Mund-Nasen-Schutz und die Berücksichtigung des Hygieneplans. Inzwischen sind 30 von 40 Ehrenamtlichen wieder im aktiven Dienst. Die verbleibenden zehn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kehren im September zurück.

Was die Feier zum Jubiläum betrifft, teilt das Team der ökumenischen Bahnhofsmission ihr Schicksal mit vielen anderen, die in diesem Jahr eine Feierlichkeit oder Großveranstaltung geplant hatten. Ganz ausfallen muss sie jedoch nicht.

Am Donnerstag, den 27. August werden die Mitarbeiter und Mitarbiterinnen der ökumenischen Bahnhofsmission im Dresdner Hauptbahnhof reichlich präsent sein. Auch wird es einen kleinen Informationsstand mit einem Quiz geben. Im Gastraum (Räumlichkeiten in der Bayrischen Straße) wird es unter den gängigen Bedingungen Kaffee und Kuchen geben. Einen Eindruck der Arbeit sollen dort Zitate von dankbaren Gästen der Bahnhofsmission vermitteln.

Weiterführende Informationen:

Interview mit Elvira Ploß zum Start der Bahnhofsmission

Stellenausschreibung 

Gut zu erkennen - die Westen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahnhofsmission (Foto: EVLKS)
Außenansicht der Dresdner Bahnhofsmission (Foto: EVLKS)

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