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Einladung im Reformationsjubiläum zum Kirchentag in Leisnig


23. September 2017

Mit Führung durch die Ausstellung zur Leisniger Kastenordnung & Kirchenmusik

 LEISNIG - Der Kirchenbezirk Leisnig-Oschatz lud am heutigen Sonnabend, 23. September, zum Ephoralen Kirchentag mit einem bunten Programm für alle Altersgruppen nach Leisnig ein.  So gab es in der mittelsächsischen Stadt an der Freiberger Mulde ein spezielles Programm für Konfirmanden, für Kinder- und Familien sowie kirchenmusikalische Angebote mit einem Chor- und Orchesterkonzert und einer Bläser-Serenade zum Abschluss des Tages.

Nach Vorprogramm und Proben begann um 11:00 Uhr ein Jugendgottesdienst in der Schul-Aula, ein Festgottesdienst mit den Chören und Landesbischof Dr. Carsten Rentzing als Prediger in der St.-Matthäi-Kirche und Kindergottesdienste im Stadtgut und im Gemeinderaum. Nach dem Mittagessen in der Schule und auf dem Markt begannen Bibelarbeit, Workshops und Luther-Rallye für Konfirmanden und Jugendlichen sowie eine Führung durch die Lutherausstellung im Stadtgut mit Superintendent Arnold Liebers.

Das Stadtgut ist ein städtisches Renaissance-Haus in dessen Vorgängerbau Martin Luther übernachtet haben konnte. Superintendent Liebers hob bedeutende Aussagen des Reformators hervor, der den Gemeinden eine Selbstverwaltung auch bei der Pfarrstellenbesetzung und Kontrolle der Lehre bescheinigte. Auch die Einführung einer Sozialkasse (Kastenordnung) würde auf seine Anregung zurückgehen, die in Leisnig unter Kontrolle von Vertretern aller Stände für die Pfarrbesoldung, das Bildungswesen sowie für Unterstützungsleistungen zuständig war. Die Einführung der allgemeinen Schulbildung auch für Mädchen sei ebenfalls durch Luther Lehre unterstützt und über die Sozialkasse umgesetzt worden.

Dem Markt der Möglichkeiten vor der Kirche und Angeboten in der Schule folgte um 15:00 Uhr ein Singen der Kurrenden auf der Markt-Bühne. Um 16:30 Uhr erklang in der St.-Matthäi-Kirche ein Festkonzert für Chor und Orchester mit J.S. Bachs Messe F-Dur und J. Rutters Magnificat mit dem Kammerchor des Kirchenbezirkes und den Kantoren und Kantorinnen. Für die Jugend gab es ein Band-Konzert in der Schul-Aula und für die Kinder Spaß mit Clown Leo im Stadtgut.
Eine Bläser-Serenade auf dem Markt um 17.30 Uhr beschloss den Tag.

Die Stadt Leisnig ist im Rahmen des Reformationsjubiläums insofern ein bedeutender Ort, weil hier Martin Luther mit seinen Besuchen 1522 und 1523 wichtige Impulse für den Fortgang der Reformation gegeben hatte. So entstand die "Leisniger Kastenordnung", die als die erste evangelische Kirchenordnung überhaupt gilt und wichtige Bedingung für die Entstehung evangelischer Kirchgemeinden war. Das Wirken Luthers sowie die Auswirkungen der Reformationszeit in der Region werden mit der Dauerausstellung im Stadtgut näher betrachtet. Es wurde in den letzten Jahren vor dem Reformationsjubiläum mit viel persönlichem Einsatz, aber auch durch Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung saniert. Es beherbergt neben Ausstellungsräumen das Gästeamt und die Bibliothek.

Ausstellung zur Leisniger Kastenordnung & Kirchenmusik

Bild: Stände vor der Matthäi-Kirche in Leisnig
Stände vor der Matthäi-Kirche in Leisnig

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