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Enttäuschung über Rückzug vom INF-Vertrag


04. Februar 2019

Drohung mit Nuklearwaffen kein Mittel legitimer Selbstverteidigung

DRESDEN - Der Beauftragte für Friedens- und Versöhnungsarbeit der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, Michael Zimmermann, zeigt sich enttäuscht über die Kündigung bzw. Aussetzung des INF-Vertrages durch die USA und Russland. Die Gefahr einer neuen Spirale der atomaren Aufrüstung drohe unserer Welt. Der Friedensbeauftragte appelliert an die Atommächte, sich an den Verhandlungstisch zu setzen und Schritte hin zu einer von Atomwaffen freien Welt zu gehen.        

Der INF-Vertrag ("Intermediate-Range Nuclear Forces") beinhaltet die Vernichtung aller landgestützten Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite von 500 bis 5500 Kilometer. US-Präsident Reagan und der sowjetische Generalsekretär Gorbatschow unterzeichneten den INF-Vertrag im Jahr 1987. Die USA und Russland werfen sich seit einigen Jahren gegenseitig Vertragsverletzungen vor, die nun zur Aufkündigung führten.

Die Evangelische Kirche in Deutschland hat 2007 in ihrer Denkschrift „Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen“ deutlich Position bezogen: „Aus der Sicht evangelischer Friedensethik kann die Drohung mit Nuklearwaffen heute nicht mehr als Mittel legitimer Selbstverteidigung betrachtet werden.“ Daran habe sich nichts geändert. Die Bundesregierung sei weiterhin gefordert, Verhandlungen zu diplomatischen Lösungen zwischen den Atommächten zu unterstützen, so der Friedensbeauftragte.

Ein Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag sei nach der Ansicht eine deutliche Antwort auf die Entwicklungen und Stationierung neuer Atomwaffen.

Beauftragte für Friedens- und Versöhnungsarbeit

Michael Zimmermann, Friedensbeauftragter der sächsischen Landeskirche

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