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Eröffnung des „DenkRaum“ Sophienkirche


10. Oktober 2020

Bauübergabe & Eröffnung am 9. Oktober an der Gedenkstätte Sophienkirche

DRESDEN – Der „DenkRaum“ Sophienkirche am Ort der ehemaligen Busmannkapelle in Dresden (Sophienstraße 2) wurde am gestrigen Freitag (9. Oktober) übergeben und eröffnet. Nach über zehnjähriger Bauzeit entstand nach dem Entwurf der Architekten Gustavs und Lungwitz eine Gedenkstätte in Erinnerung an die am 13. Februar 1945 im Bombenhagel stark beschädigte, aber aufbaufähige Sophienkirche, die auf Geheiß der SED-Führung abgetragen wurde. Nach Freilegung eines Teils des Platzes entstand die nachgebildete Raumschale der Busmannkapelle. Der eingepflasterte Grundriss deutet mit den entsprechenden Stelen der früheren Stützpfeiler die ursprüngliche Größe der Sophienkirche an.

Vor dem Beginn der gestrigen Veranstaltung am späten Nachmittag begrüßten Bläser der Busmannkapelle die Besucher am Gedenkort. Der Dresdner Schauspieler Friedrich Wilhelm Junge sprach nach einem Glockenschlag um 17:00 Uhr Worte zu Bildern von Glocke und Nagelkreuz. Anschließend lasen Dresdner Schüler Friedensgedichte, bevor Professor Gerhard Glaser über die Geschichte der Gedenkstätte sprach. Architekt Michael Athenstaedt dankte den Bauausführenden.

Als Vertreter des Landesbischofs überbrachte Oberlandeskirchenrat Dr. Thilo Daniel Grüße seitens der Landeskirche. Da die ersten Phasen von Planung und Errichtung des Gedenkortes in seine Amtszeit fiel, nahm auch Landesbischof i.R. Jochen Bohl an der Feier teil. Die Schlüsselübergabe an den Vorstand der Bürgerstiftung übernahmen OLKR i.R. Harald Bretschneider und Michael Athenstaedt.

Aufgrund der coronabedingten Hygieneschutzregeln konnte die festliche Bauübergabe und Eröffnung am 9. Oktober nur im Freien vor der Gedenkstätte erfolgen. Die Bürgerstiftung Dresden und die Gesellschaft zur Förderung einer Gedenkstätte für die Sophienkirche Dresden e.V. luden anschließend zu einer Besichtigung des Bauwerks ein. Aufgrund der Begrenzung der Besucherzahl wurde für die Wartenden ein Film zur Sophienkirche gezeigt. Er erinnert an die spektakuläre Architektur der einst ältesten Kirche der Stadt.

Der öffentlichen Gedenkstätte Sophienkirche ist am 12. Februar 2019 das Nagelkreuz verliehen und vom Bischof von Coventry zum Nagelkreuzzentrum  ernannt worden. Das Nagelkreuz wurde fest neben dem Schmerzensmann von Maria Giovanni Nosseni installiert.

Die alte Glocke, 1480 für die Klosterkirche der Franziskaner gegossen, hing bis 1946 im zerstörten Südturm. Sie zeigt an, was die Stunde geschlagen hat. Sie löst aus, dass das Nagelkreuz und die Friedensbitten der UNO für Besucher und Passanten sichtbar werden. Sie laden ein, sich für Versöhnung und Frieden einzusetzen.
Die Gedenkstätte Sophienkirche-Busmannkapelle gehört als fünftes Nagelkreuzzentrum in Dresden zur weltweiten Nagelkreuzgemeinschaft. Weitere Zentren wurden zuvor das Ev.-Luth. Diakonissenhaus Dresden (1965), die Ev.-Luth. Kreuzkirchgemeinde Dresden (1986), die Stiftung Frauenkirche Dresden (2005) und die Ev.-Luth. Kirchgemeinde „Maria am Wasser“ im Jahre 2006.

Mit der Eröffnung des DenkRaums Sophienkirche kann Ort besucht und besichtigt werden. Vom 10. Oktober bis 19. Dezember wird jeden Sonnabend um 15:00 Uhr zum Nagelkreuzgebet von Coventry mit anschließender Führung eingeladen. Dazu gibt es Spezialführungen.

www.denkraum-sophienkirche.de

Modell Sophienkirche und Aufbau Gedenkortes (2012)
Nagelkreuz neben dem Schmerzensmann von M.G. Nosseni

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